Angela Calderón Villarino

ASSOZIIERTE DOKTORANDIN

Postanschrift:

Universität des Saarlandes

Campus A2 2, Raum 0.12.2

66123 Saarbrücken

 

Fon  +49 (0) 681 / 302–4872

E-Mail angela.calderon(at)rose.uni-heidelberg.de

 

 

 

Angela Calderón Villarino studierte Französisch, Spanisch, Galicisch und Latein in Heidelberg und Lyon; 2013 schloss sie ihr Studium mit dem Staatsexamen ab. Von 2014 bis 2016 war sie Assistentin für Französische Literaturwissenschaft am Lehrstuhl von Prof. Gerhard Poppenberg, Universität Heidelberg. Dort arbeitet sie an einem Dissertationsprojekt zur Traum-, Wahn- und Reisepoetik im erzählerischen Werk von Gérard de Nerval. Seit Oktober 2016 ist sie assoziierte Doktorandin des Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen« und seit 2017 Promotionsstipendiatin des Cusanuswerks. Seit Mai 2018 ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Romanischen Seminar der Ruhr-Universität Bochum tätig.

    • Französische Romantik
    • Französischer Surrealismus
    • Narrativik und Essayistik Lateinamerikas (Nervo, Lispector, Paz)

     

    »Le voyage rêvé ou le rêve en voyage. Reise-, Wahn- und Traumkonfigurationen als Poetik Nervals«

     

    Das Dissertationsvorhaben widmet sich dem Reisen, Träumen und Wahnsinn in Nervals erzählerischem Werk. Sie bilden die drei zentralen Themenkreise des Corpus, sind aber in diesem Sinne keine Wiederholung oder beliebig austauschbar. Bei näherer Betrachtung zeigt sich vielmehr, dass die einzelnen Erzählungen, Reiseberichte, autofiktionalen Texte und Notizen eine ausdifferenzierte Poetik entfalten und daher gemeinsam in den Blick zu nehmen sind. So soll gezeigt werden, dass sie zusammenhängend einen theoretischen Komplex darstellen. Der Traum, die Reise und der Wahn werden zunächst einzeln in theoretischer Weise bestimmt und schließlich zueinander ins Verhältnis gesetzt. Das Projekt gründet damit auf der These, dass Nervals Poetik, in der Traum, Reise und Wahnsinn auf intrikate Weise miteinander verwoben sind, eine eigene, doch sehr konzeptualisierte Logik darstellt, die sich im Gesamtwerk als systematisch erweist und als moderne literaturtheoretische Reflexionen zu verstehen ist.

     

    Aus diesem Grunde unternimmt das Dissertationsvorhaben in einem weiteren Schritt den Versuch, Nervals narratives Werk mit literaturtheoretischen Paradigmen des 20. Jahrhunderts zu analysieren und es als eine literaturtheoretische Reflexion im Sinne der Moderne erkennbar werden zu lassen. Die begeisterte Rezeption Nervals seitens der Surrealisten, Grundzüge der Psychoanalyse sowie zahlreiche literaturtheoretische Schriften in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts um den Traum und das Delirium decken Nervals theoretisches Potential für die Moderne auf und machen seine theoretische Sprengkraft deutlich. Sie wird durch eine elaborierte Konzeptualisierung potenziert, die das Theorem der Reise darin zu integrieren und literaturtheoretisch fruchtbar zu machen vermag. Dies wird die zweite Achse des Dissertationsvorhabens bilden.

     

     

     
    Artikel
    • ›Les graves circonstances de la vie‹ – Poetik der Zumutung in Nervals Aurélia. In: Lena Seauve u. Vanessa de Sernaclens (Hrsg.): Grenzen des Zumutbaren – Aux frontières du tolérable. Frankfurt am Main: Peter Lang. [zur Publikation angenommen]
    • ›Los nervios del mal‹: poetología moderna en la narrativa cuentística de Amado Nervo. In: Stephanie Béreiziat-Lang u. Herle-Christin Jessen (Hrsg.): Negociación transcultural de modernismos literarios entre Francia, España y América Latina. Berlin: Tranvía 2017. S. 193-206.

     

    Rezension
    • Marie Guthmüller u. Hans-Walter Schmidt-Hannisa (Hrsg.): Das nächtliche Selbst. Traumwissen und Traumkunst im Jahrhundert der Psychologie, Bd. 1: 1850-1900. Göttingen: Wallstein 2016. In: PhiN 80/2017. S. 59-63.
     
    Übersetzung
    • Juan Pablo Troncoso und Colectivo Zoológico: NIMBY (Not in my backyard) [Übersetzung der Bühnenfassung und des Programmhefts im Rahmen der Koproduktion des Theaters und Orchesters Heidelberg mit Colectivo Zoológico, Uraufführung: 12.02.2017].
    • El mito como discurso de fundamentación y legitimación: el caso de la Revolución de Cuba. In: Gewecke, Frauke: De islas puentes y fronteras. Estudios sobre las literaturas del Caribe, de la Frontera Norte de México y de los latinos en EE.UU. Frankfurt am Main: Iberoamericana/ Vervuert 2013. S. 197-220. [in Zusammenarbeit mit Prof. Andrea Pagni]
     
    Dezember 2018

    Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung »ModerneKrisenLiteratur: das 20. Jahrhundert« an der Universität Heidelberg (Co-Referat: Prof. Dr. Sybille Große), 18.12.2018; Vortragstitel: »Die Stimme der Moderne: Clarice Lispectors Nahe dem wilden Herzen«

     

    Juli 2018

    Vortrag auf dem 56. Congreso Internacional de Americanistas in Salamanca, 15.-20.07.2018; Vortragstitel: »›esa época de brisa e indecisión‹. La ciudad sitiada de Clarice Lispector«

     

    März 2018

    Vortrag auf der Internationalen Tagung des DFG-Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen« zu »Träume von Geburt und Tod. Traumdarstellungen körperlicher Grenzerfahrungen in Literatur, bildender Kunst, Theater, Musik und Film« in Saarbrücken, 21.-23.03.2018; Vortragstitel: »›Je me dis, c’est sa mort ou la mienne‹. Tod und Todesfantasien in Gérard de Nervals Aurélia«

     

    Kurzvortrag auf dem Workshop »contacto, tradición y memoria« in Santiago de Chile (gemeinsam mit Prof. Dr. Gerhard Poppenberg und Dr. Herle-Christin Jessen), 19.–21.03.2018; Vortragstitel: »Tiempo, temporalidad e historia in Octavio Paz' El arco y la lira«

     

    September/Oktober 2016

    Vortrag auf dem 10. Kongress des Frankoromanistenverbands in Saarbrücken (28.09.-01.10.2016); Vortragstitel: »›ses yeux illuminés d'un reste de fièvre‹ – Nervals delirante Erkenntnispoetik« in der Sektion »Grenzen des Zumutbaren – Aux frontières du tolérable«

     

    Mai 2016

    Vortrag auf der Internationalen Fachtagung des Doktoratsprogramms ›Kultur-Text-Handlung‹ zu »Writing Emotions. Literature as Practice (19th to 21st century)« in Graz, 18.-20.05.2016; Vortragstitel: »Psychotic writing as emotional aberration in Nerval’s Aurélia«

     

    März 2015

    Vortrag auf dem 20. Deutschen Hispanistentag in Heidelberg, 18.-22.03.2015; Vortragstitel: »Amado Nervo: cuestiones modernistas en contextos románticos« in der Sektion »Transkulturelle Aushandlung literarischer Modernismen zwischen Frankreich, Spanien und Lateinamerika (1890-1920)«

    • Übersetzung, Übertitelung und Dolmetschtätigkeit im Rahmen des iberoamerikanischen Theaterfestivals ¡Adelante! (Februar 2017, Theater und Orchester Heidelberg)
    • Untertitelung des Films A memoria da lingua (dt. Gelebte Sprache, Spanien 2010, Regie: As Candongas do Quirombo) aus dem Galicischen ins Deutsche
     

    Lehre

    WiSe 2018/2019
    • Proseminar: »›Inventer au fond c'est se ressouvenir‹: Erinnerung in Nervals Les filles du feu« an der Ruhr-Universität Bochum

     

    SoSe 2017
    • Grundlagenproseminar: »Einführung in die allgemeine und spanische Literaturwissenschaft« an der Universität Heidelberg
     
    SoSe 2016
    • Grundlagenproseminar: »Einführung in die allgemeine und französische Literaturwissenschaft« an der Universität Heidelberg

     

    WiSe 2015/16
    • Proseminar: »Victor Hugo Les Orientales« an der Universität Heidelberg

     

    SoSe 2015
    • Proseminar: »›Mille et deuxième nuits‹: les contes de Théophile Gautier« an der Universität Heidelberg
    • Proseminar: »Le féminisme à partir du Deuxième Sexe de Simone de Beauvoir« an der Universität Heidelberg

     

    WiSe 2014/15
    • Proseminar: »Nerval en Orient: Le voyage rêvé ou le rêve en voyage« an der Universität Heidelberg

     

    SoSe 2014
    • Proseminar: »André Breton et le surréalisme en France« an der Universität Heidelberg
    • Proseminar: »Aushandlung von Machtgefügen anhand diskursiver Repräsentation: Die Herausbildung französischer Avantgarden im Austausch mit afrikanischer Kunst« an der Universität Heidelberg

     

    Hochschuldidaktische Weiterbildung

    2018

    Erwerb des Schlüsselkompetenzen-Zertifikats - Fokus »Schlüsselkompetenzen professionell vermitteln«, Universität des Saarlandes

     

    2016

    Erwerb des Baden-Württemberg Zertifikats für Hochschuldidaktik, Universität Heidelberg

     
    Januar–Juli 2018

    Forschungsaufenthalt an der Bibliothèque nationale de France und den Universitäten Paris IV sowie Paris VIII

     
    seit 2016

    Redaktionsmitglied bei Helix. Dossiers zur romanischen Literaturwissenschaft

     

     

    Stipendien

     

     

    2018

    Robert E. Schmidt-Stiftung: Förderung Studien- und Forschungsaufenthalt in Paris

     

    seit 2017

    Promotionsstipendiatin des Cusanuswerks

     

    2015

    Stipendiatin des Nationaltheaters Mannheim im Rahmen der 18. Internationalen Schillertage

     

    2007-2013

    Stipendiatin der Konrad-Adenauer-Stiftung innerhalb der deutschen Nachwuchsförderung