Lina Saar

ASSOZIIERTE DOKTORANDIN

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Lina Saar wurde 1994 in Neunkirchen geboren und absolvierte 2012 ihr Abitur am Illtalgymnasium Illingen. Sie studierte Deutsch und Biologie auf Lehramt für die Sekundarstufe I und II an der Universität des Saarlandes und schloss ihr Studium im Mai 2018 mit dem Ersten Staatsexamen ab.

 

Seit Juli 2018 ist sie assoziierte Doktorandin im Graduiertenkolleg »Europäische Traumkulturen«. In ihrem Promotionsprojekt beschäftigt sie sich mit Traumdarstellungen deutscher und englischer DichterInnen des 17. Jahrhunderts.

 

    • Traumdarstellung im Gedicht
    • Geschlechterfragen in der Literatur
    • Barock als Epoche
    • Vergleich zwischen deutscher und englischer Literatur

     

     

    Traum in der Lyrik des 17. Jahrhunderts. Geschlechterverhältnisse und -inszenierungen in Traumdarstellungen deutscher und englischer DichterInnen

     

    Schlaf / Schatz ich hüte dein. Schlaf / biß du selbst erwachest /

    So wirst du wachend thun / was du im Schlafe machest.

    Mir auch träumt itzt mit dir / als solt ich vor dir stehn.1

     

    Im Zentrum des Promotionsprojekts steht die Frage, welche Aspekte des Traumes in der Lyrik des 17. Jahrhunderts motivisch aufgegriffen werden und wie der Traum ästhetisch umgesetzt wird. Diese Leitfrage soll aus einer Doppelperspektive betrachtet werden:

    Zum einen werden sowohl deutsch- als auch englischsprachige Literaturbeispiele für die Untersuchung herangezogen. Durch die komparatistische Perspektive soll überprüft werden, ob die Befunde zur Traumgestaltung in der Lyrik der Zeit übergreifend, also für beide Sprachräume gelten können. Diese Frage stellt sich nicht nur aufgrund historischer und kultureller Differenzen, die die Literatur beider Sprachräume beeinflussen, sondern schon allein wegen der unterschiedlichen Epochenbezeichnung: Während die deutsche Literatur des 17. Jahrhunderts unter dem Begriff »Barock« zusammengefasst wird, erfolgt die Begriffsanwendung auf die englische Literatur nur selten – gibt es den »Anglobarock«?

    Zum anderen ist folgender Genderaspekt interessant: Eine erste Sichtung der Primärliteratur hat gezeigt, dass in der Lyrik des 17. Jahrhunderts vor allem Traumdichtungen männlicher Dichter vorliegen, das Träumen also scheinbar kaum durch Dichterinnen repräsentiert wird. Eine Frage, die sich hieraus ergibt, ist die nach den Ursachen einer solchen Differenz: Liegen diese in der zur Zeit des 17. Jahrhunderts stark erschwerten Situation für Frauen, sich als Autorinnen zu etablieren, oder ist das Träumen in barocker Lyrik an sich eher eine Männerdomäne? Gibt es neben Unterschieden in der Quantität der lyrischen Traumrepräsentationen von Männern und Frauen auch solche qualitativer Art?

    Dieser letzte Gedanke ist in doppelter Hinsicht spannend: Einerseits wirft er die Frage auf, ob Männer- und Frauenträume dichterisch anders gestaltet sind, andererseits stellt sich grundsätzlich die Frage, auf welche Weise das Geschlecht in einer Epoche, die so stark regelpoetisch geleitet ist, eine Rolle spielen kann. Diesen beiden Fragen soll in der Forschungsarbeit ebenfalls nachgegangen werden. Zudem sollen die untersuchten Traumdarstellungen deutscher Autorinnen – synchron zur Vorgehensweise bei der Untersuchung der männlichen Lyrikbeispiele – mit den Texten englischsprachiger Autorinnen verglichen werden. Hierbei spielt auch die Vergleichbarkeit der Situation der schreibenden Frau in den beiden Sprachräumen eine wichtige Rolle.

     

    1 Auszug aus Paul Flemings Sonett Als Er Sie schlafend funde. In: Paul Fleming: Deutsche Gedichte. Hrsg. von Volker Meid. Stuttgart 1986, S. 127f., Vers 12–14.