Raphael Morschett

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Raphael Morschett wurde 1992 in Saarbrücken geboren und studierte Englisch und Philosophie an der Universität des Saarlandes. Seinen Master schloss er 2016 mit einer Arbeit zum Thema »A linguistic analysis of verbal humor in Annie Hall« ab.

 

Seit April 2018 ist Raphael Morschett Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Graduiertenkolleg »Europäische Traumkulturen« und beschäftigt sich in seiner Dissertation mit der Traumerfahrung in den Filmen David Lynchs.

 

    • Film-Phänomenologie und Film-Philosophie
    • Phänomenologie des Träumens
    • Amerikanischer Film
    • Surrealismus im Film

     

     

    »Watch and listen to the dream of time and space« – On the phenomenology of dream experience in the films of David Lynch

     

     

    Die Idee dieser Dissertation ist es, sich von einer phänomenologischen Perspektive den Filmen David Lynchs zu nähern, um so der ihnen oft zugeschriebenen, aber meist unterspezifizierten, Traumhaftigkeit zu begegnen. Von Merleau-Ponty ausgehend fasst Vivian Sobchak Film auf als Ausdruck von Erfahrung durch Erfahrung. Das Medium zeichnet sich dadurch aus, dass es Geschichten in jenem Modus erzählt, in dem wir auch unsere Umwelt wahrnehmen. Der Film nimmt wahr, und drückt das Wahrgenommene aus als etwas, das wiederum für die Zuschauer wahrnehmbar ist. Sein von der Filmtheorie präferierter Status als ›gesehenes Objekt‹ muss also erweitert werden, um seine Rolle als ›sehendes Subjekt‹ mit einzuschließen. Um dieser zweiten, subjektiven Modalität des Sehens gerecht zu werden, ist vorausgesetzt, dass im Analyseprozess auch immer die Subjektivität der Zuschauer mit eingeschlossen wird – der Film existiert durch einen Akt des Sehens, der nie ihm alleine gehört, sondern immer auch dem Zuschauer. Um den Film zu verstehen, müssen wir immer zugleich verstehen, wie wir ihn sehen. Die Filmerfahrung ist also kein Monolog zwischen einem ›nur‹ sehenden Zuschauer und einem ›nur‹ gesehenen Film. Vielmehr setzt sie voraus, dass wir sowohl Film als auch Zuschauer sowohl als sehende Subjekte und gesehene Objekte auffassen. Was den Traum in seiner filmischen Darstellung zu einem besonders interessanten Sujet für einen solchen Ansatz macht, ist, dass er sich unmittelbar in den Diskurs um die Subjektivität der Filmerfahrung einschreibt. Dem Film wohnt aufgrund seines Präsentationsmodus (bewegte Bilder und Ton) in besonderer Art und Weise das Potenzial inne, den Traum auf sinnlicher Ebene erfahrbar zu machen. Der im Vergleich zur Debatte um eine generelle Traumartigkeit des Mediums interessantere Ansatz ist die Frage danach, wie ein bestimmter Film (bzw. Art von Film / bestimmter Regisseur...) dieses Potenzial künstlerisch nutzt, um einen bestimmten Effekt auf die Zuschauerin auszuüben. Inwiefern sinnliche Effekte konstitutiv für die Traumhaftigkeit der Filmerfahrung sein können, ist eine Frage, die hierbei zur Debatte steht. Die Filme David Lynchs bieten hierfür eine besonders interessante Spielart der filmischen Traumform. Bei Sichtung seines Gesamtwerks tritt schnell die ungeheure Komplexität seines Umgangs mit dem Traum zum Vorschein. Bereits in seinen frühen experimentellen Kurzfilmen scheint es eher darum zu gehen, den Traum als phänomenale Kategorie, im Sinne einer besonderen Art der Erfahrung herauszustellen, als ihn im Kontext einer ›Wachhandlung‹ zu funktionalisieren. Eine Fokusverlagerung auf die präreflektiv-sinnliche Dimension scheint besonders bei Lynch sinnvoll, da seine Filme systematisch die Möglichkeit einer ›kognitiven Aufschlüsselung‹ des filmischen Geschehens – besonders bezüglich der Etablierung einer diegetischen Realitätsebene – verweigern. Umso mehr verwundert im Lichte dieser Beobachtung, dass es in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung keine Arbeit gibt, die die Traumerfahrung in Lynchs Filmen von wahrnehmungstheoretischer bzw. phänomenologischer Perspektive thematisiert.

     

    Diese Dissertation will sich also, kurz gesagt, folgender Frage nähern:

     

    Wenn der Film sich nicht nur auf (direkte) Erfahrung bezieht, sondern selbst im Präsentationsmodus der Erfahrung fungiert; und das Träumen eine besondere Art von Erfahrung ist; wie wird dann die Traumerfahrung in der Filmerfahrung fassbar? Wie erleben wir, konkreter, die Filme Lynchs samt ihrer ›traumartigen Atmosphäre‹ auf einer präreflektiv-sinnlichen Ebene? Welche Rückschlüsse auf eine Theoretisierung des Traumhaften im Film lässt diese Analyse zu?

     

     

     

     

    Ankerstein, Carrie A. & Morschett, Raphael: Do you hear what I hear?: a comparison of phoneme perception in native and Saarlandian German nonnative speakers of English. In: Saarland Working Papers in Linguistics 4 (2013): 01-08. Volltext:http://scidok.sulb.uni-saarland.de/volltexte/2013/5594/.

     
     
    Oktober 2017

    Vortrag im Rahmen der Tagung »Reading American TV-Series – An Interdisciplinary Conference«; Vortragstitel: »A Phenomenological Approach to Dreaming in Twin Peaks; Universität des Saarlandes

     

    April 2014

    Posterpräsentation im Rahmen der Spring School »Individual-centered Approaches to Speech Processing«; Poster: »German Learners' Perception and Production of English Consonant Phonemes«; Universität des Saarlandes

     
    November / Dezember 2017

    Forschungsstipendium »GradUS global« (DAAD), wahrgenommen an der Queen Mary University of London (QMUL)