Stavros Patoussis

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Stavros Patoussis ist in Serres, Griechenland geboren und ist mit bereits eineinhalb Jahren nach Deutschland gezogen. Nach dem Abitur an einem privaten katholischen Gymnasium hat er  Philosophie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf studiert.

 

Seit April 2018 ist Stavros Patoussis Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Graduiertenkolleg »Europäische Traumkulturen«. Als Philosoph mit philosophisch-literarischem Doppelinteresse beschäftigt er sich in seiner Dissertation mit »Der Traum bei Arthur Schopenhauer und Friedrich Nietzsche«.

    • Sprache und Denken
    • Philosophie und Kunst (insbesondere Literatur)
    • Das Denken Friedrich Nietzsches, Jacques Derridas und Arthur Schopenhauers
    • (psychologische) Figuren der Vernunftkritik (das Unbewusste, der Traum, die Projektion)
    • Queer-Theory (Judith Butler, Jasbir Puar)
    • Systemtheorie
    • Das Schaffen Paul Celans
    • Französische Philosophie der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts
    • Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts
    • Selbstreflexivität und ihre Konsequenzen (seltsame Schleifen, Selbstaufhebungsfiguren)

     

     

    Der Traum bei Arthur Schopenhauer und Friedrich Nietzsche

     

     

    Das Forschungsvorhaben erarbeitet die Traumkonzepte von Arthur Schopenhauer und Friedrich Nietzsche. Beide Denker sind als Vorläufer der Psychoanalyse und Vertreter eines epistemologisch-ontologischen Interesses am Traum herausragende Figuren des 19. Jahrhunderts.

     

    Im Gegensatz zu einer Abwertung des Traumes als dysfunktionaler Vernunft im Zuge der Rationalisierung durch Aufklärung und Positivismus, wie auch zur ästhetischen Überhöhung des Kunsttraumes in der Romantik, gehen beide Philosophen einen eigenwilligen Weg. Dieser Weg – der oft einfach als in der Traumtheorie der Psychoanalyse oder der des Surrealismus mündend dargestellt wird – ist bei beiden Denkern einer, der durch das Forschungsinteresse an der Mannigfaltigkeit von Traumtheorien neu beleuchtet werden kann.

     

    Dabei ist gerade Schopenhauer, von einem kantischen Idealismus kommend, jemand, der die erkenntniskritische Perspektive mit einer physiologischen Erklärung des Traumes zu verbinden sucht. Die genauen Details, wie auch die Quellen für diese Traumtheorie, sind bisher mit noch keiner Grundlagenarbeit zu Schopenhauer gewürdigt, und noch weniger der systematische Platz, den Schopenhauer damit in seinem Zeitkontext annimmt. Insbesondere die besondere Ausprägung des schopenhauerischen Metaphysik-Begriffes erfährt durch den Traum eine weitere Dimension.

     

    Der Plural »Traumtheorien« kann im Werk Friedrich Nietzsches stehen bleiben, sofern der Facettenreichtum dieses Werkes in der neueren Autorenforschung erst seine Beachtung erhält. Die mannigfaltigen Aussagen und Anwendungen von Nietzsches Traumtheorie sollen einer grundlegenden Analyse unterzogen werden. Dabei ist der Einfluss Schopenhauers nicht nur im frühen Denken Nietzsches bemerkbar: Vielmehr zeigt sich innerhalb des Werkes eine vielfache Bezugnahme auf seine Argumente unter immer jeweils anderen Vorzeichen. Es gibt bisher nur vereinzelte Texte zur Rolle des Traumes in Nietzsches Werk, noch viel weniger sind diese Beiträge interpretatorisch auf dem philologisch neuesten Stand. So kann, kurz gefasst, diese alte Interpretationsweise als Reduktion eines Textes auf seinen »philosophischen Gehalt« verstanden werden. Gerade neuere Lektüreweisen haben das Diktum, Nietzsches Text mit Blick auf seine ästhetische Verfasstheit ernst zu nehmen, und diese Inszenierung der Philosopheme als valide kognitive Elemente der Philosophie Nietzsches zu verstehen, umzusetzen versucht. Mit diesem geschärften methodologischen Blick sollen die einzelnen traumtheoretischen Reflexionen Nietzsches, wie auch das philosophisch-literarische Werk»„Also Sprach Zarathustra« unter den Blick genommen werden. Neben dem philosophischen Text fällt der Zarathustra mit mehreren Kunstträumen auf und erfordert ein literaturwissenschaftliches Methodenarsenal, so dass die Bandbreite der Reflexionen Nietzsches zum Traum auf mehreren Ebenen aufgezeigt werden kann.

     

    Inwieweit man diesen beiden Denkern durch ihre Rezeption gerecht ist, soll als Fluchtpunkt der Arbeit dienen.

     

     

    • Winckelmann in den Vorträgen Ueber die Zukunft unserer Bildungsanstalten – Zur Figuration des ›Bildungsführers‹ und seiner Selbstaufhebung. In: Nietzscheforschung 24 (2017). S.123-144.
    • Philosophie als Tanz. Eine philosophische Lektüre von An den Mistral. Ein Tanzlied. In: Katharina Grätz u. Sebastian Kaufmann (Hrsg.): Nietzsche als Dichter. Lyrik - Poetologie - Rezeption. Berlin und Boston: De Gruyter 2017 (Nietzsche-Lektüren, Bd. 1). S.179-206.
    • Reflexionen zum Nachlass anhand der Interpretation des dritten Dionysos-Dithyrambus. In: Nietzscheforschung 22 (2015). S.157-168.
    • Die Rolle und Wichtigkeit der Sprache in Nietzsches Konzept der Lebenskunst. In: Nietzscheforschung 21(2014). S.221-230.
     
     
    Oktober 2017

    Vortrag auf dem internationalen Nietzsche-Kongress »500 Jahre ›Entrüstung der Einfalt‹ – Nietzsche und die Reformation«; Vortragstitel: »›Die Katholiken hätten Gründe, Lutherfeste zu feiern, Lutherspiele zu dichten...‹ - Hätten die Idealisten Gründe Nietzschespiele zu dichten?«

     

    September 2016

    27. Internationaler Kongress der Nietzsche-Gesellschaft und der Friedrich-Nietzsche-Stiftung »Europäisch – Übereuropäisch. Nietzsches Blick aus der Ferne / European – Supra-European. Nietzsche’s View from Afar«; Vortragstitel: »›[E]ine[] übereuropäische[] Musik, die noch vor den braunen Sonnen-Untergängen der Wüste Recht behält...‹ – Nietzsches Dichtung als übereuropäische Musik«

     

    Mai 2015

    2. Trebuth-Werkstatt »Nietzsche, Luhmann und die Paradoxien der Demokratie«; Vortragstitel: »Die Autopoiesis der Demokratie – Autopoiesis, Wille zur Macht und der demokratische double-bind«

     

    Oktober 2015

    Vortrag auf dem internationalen Nietzsche-Kongress »›Ja, mein Herr! Sie sind ein Dichter!‹ NIETZSCHE UND DIE LYRIK«; Vortragstitel: »Über die ›Lesbarkeit‹ von ›Scherz, List und Rache‹ – Über die Maske der Banalität und das subversive Potenzial der parodistischen Lyrik«

     

    Oktober 2014

    25. Internationaler Kongress der Nietzsche-Gesellschaft und der Friedrich-Nietzsche-Stiftung »Nietzsche als Kritiker und Denker der Transformation«; Vortragstitel: »Derrida als ›fröhlicher Wissenschaftler‹ – Nietzsches Schreiben und Derridas Dekonstruktion«

    Mitglied der Friedrich-Nietzsche-Gesellschaft