Dominik Stutz

DOKTORAND

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Dominik Stutz, geboren 1988 in Saarbrücken, absolvierte sein Abitur am Gymnasium Ottweiler. Anschließend studierte er Germanistik und Komparatistik an der Universität des Saarlandes. 2016 verfasste er seine Master-Arbeit zum Thema Décadence und Ästhetizismus in Franz Kafkas »Beschreibung eines Kampfes«. Außerhalb der wissenschaftlichen Tätigkeit betätigt er sich schriftstellerisch und publizistisch: Neben dem Romandebut 2015, »Melancholera. Krisennovell.«, veröffentlichte er zahlreiche Texte in Literaturzeitschriften und ist seit 2015 als Redakteur und Herausgeber der Saarbrücker Literaturzeitschrift »Der Streckenläufer« beschäftigt.

 

Seit April 2018 ist er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand am Graduiertenkolleg »Europäische Traumkulturen« beschäftigt. Sein Dissertationsprojekt trägt den Titel »Die Oneiropoetik des Expressionismus. Intermediale Studien zu Literatur, Malerei und Film«.

 

 

    • Poetik, Ästhetik und Narratologie
    • Das Werk Franz Kafkas
    • Ideen- und Kulturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, insbesondere der Jahrhundertwende 
    • Traumtheorie(n) im wissenschaftlich-philosophischen Kontext ihrer Zeit
    • Heinrich Heine als politischer Schriftsteller und Kritiker der romantischen Schule
    • Sprach- und Ideologiekritik

     

     

    Die Oneiropoetik des Expressionismus. Intermediale Studien zu Literatur, Malerei und Film

     

    Der kulturgeschichtliche Fokus dieser Dissertation liegt auf der Epoche des deutschen Expressionismus. Das »expressionistische Jahrzehnt« umschreibt die Zeit zwischen 1910 und 1920, in der die meisten der untersuchten Werke entstanden sind. Charakteristisch für die Künstlerinnen und Künstler der Epoche ist ihr revolutionärer Umgang mit dem Verhältnis von Innen- und Außenwelt: Während beide vormals zwar nicht kategorisch, aber doch konstitutionell, in antithetischer Relation organisiert waren, bricht der Expressionismus mit dieser Tradition und entäußert die Subjektivität ihrer vermeintlichen Schranken. In nie zuvor dagewesener Radikalität projiziert das expressionistische Subjekt die Züge der eigenen Identität auf unbelebte Objekte der Umwelt, entreißt diese ihrer gegenständlichen Autonomie und transformiert sie zu Zerrbildern seiner selbst. Daraus resultieren apokalyptisch-morbide Szenarien, etwa in den Texten Georg Heyms, wie auch spiritualisierende Diffusionen der Signifikant-Signifikat-Beziehungen, die beispielsweise für Georg Trakl kennzeichnend sind. Mitunter äußert sich dieses ästhetische Verfahren so drastisch, dass von einer Teilung der fiktionalen Welt in Inner- und Äußerlichkeit nicht mehr die Rede sein kann. 

     

    Durch die Emanzipation und resultierende Dominanz des ästhetisch entfesselten kreativen Subjekts bestehen zwischen expressionistischen Wirklichkeitsinszenierungen und Träumen bzw. Traumdarstellungen große strukturelle, aber auch visuell-rekonstruktive Parallelen. So lautet eine gängige Annahme, expressionistische Kunst sei aufgrund derer »genuin« traumhaft oder zumindest traumähnlich. Insofern ließe sich vermuten, der Traum als künstlerisches Motiv und als Methode, Innenwelten diegetisch zu objektivieren, sei in Anbetracht des neuformulierten fiktionalen Realitätsprinzips obsolet und seine poetologische Funktion als Metadiegese besonderer Semantik sei durch die realitätskonstituierende subjektivistische Progression marginalisiert worden; in der Folge seien Traumdarstellungen in expressionistischen Werken schon aus Gründen des geringen ästhetischen Mehrwerts nur spärlich oder in wenig bedeutsamer Gestalt vorzufinden. Der Arbeitstitel des Dissertationsprojektes, »Die Oneiropoetik des Expressionismus«, lässt sich aus diesen Kongruenzen herleiten.

     

    Ein genauerer Blick auf die Werke epochemachender Künstlerinnen und Künstler beweist das Gegenteil der pessimistischen Grundannahme: So vielfältig der »Expressionismus« als Label unterschiedlich konzipierter und intendierter Werke realiter war, so divers ist auch sein poetischer und pragmatischer Umgang mit dem Traum. Im Speziellen werden hinsichtlich des programmatischen Schwerpunktes der Arbeit, der Literatur, Werke von Georg Heym, Georg Trakl, Else Lasker-Schüler, Ernst Toller, Gustav Meyrink und Leo Perutz untersucht werden. Um den Fokus zu erweitern und unter dem Aspekt, den Traum hier oft als literarisch transkribiertes visuelles Phänomen anzutreffen, werden auch andere Medien in die Betrachtung einbezogen. Folglich werden auch Bildende Kunst und Film für die Analyse relevant sein. Bildnerische Traumdarstellungen bei Franz Marc, Wilhelm Morgner und Emil Nolde sind genauso Teil der Arbeit wie Traumszenen in Filmen von Paul Leni, Paul Wegener und Robert Wiene. Ein komparatistisches Vorgehen mit historisch-kritisch hermeneutischem Ansatz soll eine ideengeschichtliche Kontextualisierung ermöglichen.

     

     

    • »Jeder Igel Simsala«. In: Der Streckenläufer, Heft 34, PoCul-Verlag für Politik und Cultur. Saarbrücken, 2019
    • »Gregor – Rêve Parishiltonien«. (Décadence / Traumerzählung). In: Der Streckenläufer, Heft 33, PoCul‐Verlag für Politik und Cultur. Saarbrücken, 2017.  S. 36–43.
    • »Melancholera«. (Krisennovelle). Topicana‐Band Nr. 29. Edition Saarländisches Künstlerhaus, Reihe des Verbands deutscher Schriftsteller. Saarbrücken, 2015.
    • »Im Haus der Großmutter«. (Traumerzählung). In: Der Streckenläufer, Heft 31, Pocul‐Verlag für Politik und Cultur. Saarbrücken, 2014. S. 24–29.
    • »Von Zuckerstangen und Zwiebelringen«. (Traumerzählung). In: Der Streckenläufer, Heft 28, PoCul‐Verlag für Politik und Cultur. Saarbrücken, 2009. S. 20–21.
    • »Schneesturmluft«. Junge Literatur der Region. In: Saarbrücker Hefte, Bd. 101, Verein Saarbrücker Hefte e.V., Saarbrücken, 2009. S. 61–64.
    • Gedichte: »Saumagen & Rippchen«. In: Wortbruch II, Saarbrücken, 2009. S.14.
    • Gedichte: „Kranich“. In: Wortbruch II, Saarbrücken 2009. S.18.
     
     
    Oktober 2018

    »Traumdarstellungen zwischen Notiz und Literarizität: Georg Heyms Traumtagebuch«, Vortrag auf dem 5. Workshop des Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen«, Universität des Saarlandes