Laura Vordermayer

DOKTORANDIN

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Laura Vordermayer wurde 1992 in Saarbrücken geboren und absolvierte ihr Abitur an einem luxemburgischen Gymnasium. Ihr Studium in den Fächern Germanistik und Geschichte schloss sie 2018 an der Universität des Saarlandes mit einer Masterarbeit zu den erst 2017 edierten Traumnotaten aus dem Nachlass Ingeborg Bachmanns ab.

 

Seit April 2018 ist Laura Vordermayer als Doktorandin im Graduiertenkolleg »Europäische Traumkulturen« beschäftigt und arbeitet an einer Dissertation zum Thema »Inspiration Traum? Beziehungen zwischen Traum und Literatur im späten 20. Jahrhundert aus komparatistischer Perspektive«.

  • Traumnotate und ihr poetisches Potential
  • Träume als Quelle der Inspiration und Innovation literarischen Schreibens
  • literarische Strömungen der Moderne und Postmoderne im deutschsprachigen, franko- und anglophonen Raum

 

 

Beziehungen zwischen Traum und Literatur im späten 20. Jahrhundert aus komparatistischer Perspektive.

 

Bereits Traumtheoretiker des 18. Jahrhunderts sehen im Traum eine quasi naturwüchsige Form von Literatur, was dann in der Romantik zum selbstverständlichen Topos wird. Erst ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aber erscheinen in Europa und Nordamerika eine größere Anzahl von Publikationen, in denen die Grenze zwischen Traumnotat und Literatur aufgehoben ist.

 

Diese bisher letzte Phase in der Emanzipation der Traumaufzeichnung wurde bislang noch nicht zusammenhängend untersucht, und an dieser Stelle setzt das Dissertationsprojekt an. Faktuale Traumberichte der Autoren sollen untersucht und zu ihrem Werk in Beziehung gesetzt werden. Wodurch zeichnet sich das Genre des Traumnotats aus? Worin besteht das poetische Potenzial des Traums und durch welche literarischen Verfahren drückt es sich aus? Inwiefern kann der Traum als Innovation und Inspiration literarischen Schreibens begriffen werden? Wie verhalten sich die Traumnotate zur Traumtheorie ihrer Verfasser? Worin besteht das Aussagepotential der präsentierten Träume? Durch welche Schreibverfahren wird es verstärkt? Ziel ist es, Antworten auf diese Fragen zu finden und mittels eines komparatistischen Ansatzes eine neue Perspektive auf den Traumdiskurs des späten 20. Jahrhunderts zu gewinnen.

 

Der zu untersuchende Zeitraum kennt eine Fülle an Publikationen von Traumnotaten, weshalb eine Reduktion des Textkorpus erforderlich ist. Die engere Textauswahl orientiert sich an systematischen Kriterien, indem zwischen drei Gruppen unterschieden wird:

 

  1. Faktuale Traumberichte, die als solche veröffentlicht wurden (Jack Kerouac, 1922–69; Georges Perec, 1936–82).
  2. Faktuale Träume, die ohne größere Veränderungen in einen fiktionalen Kontext transponiert wurden (z.B. Ingeborg Bachmann, 1926–73).
  3. Fiktionale Träume, die nach dem Vorbild faktualer Traumberichte konstruiert sind (z.B. Michel Butor, 1926–2016).

 

Die Arbeit setzt sich mit bedeutende Autoren des späten 20. Jahrhunderts auseinander, die den Traum – jeder auf seine eigene Weise – für ihr Schreiben nutzen.

 

Literatur:

Primärtexte:

  • Ingeborg Bachmann, Malina (1971); Male Oscuro (2017).
  • Michel Butor, Matière de rêves (1975–85); Gesamtausgabe 2008.
  • Jack Kerouac, Book of Dreams (1961).
  • Georges Perec, La boutique obscure. 124 rêves. (1973).

 

Sekundärliteratur:

  • Daiana Dula-Manoury, Le rêve dans la littérature française du XXème siècle: Queneau, Perec, Butor, Blanchot. Villeneuve d’Asq: Presses Univ. du Septentrion 2002.
  • Manfred Engel, »Jeder Träumer ein Shakespeare? Zum poetogenen Potential des Traums«. In: Anthropologie der Literatur. Poetogene Strukturen und ästhetisch-soziale Handlungsfelder. Hg. von M.E./Rüdiger Zymner. Paderborn: mentis 2004, 102–117.
  • Hans-Walter Schmidt-Hannisa, »Die Entdeckung des Traums als ästhetische Kategorie«. In: Träume. Hg. von Eckart Rüther/Angelika Gruber-Rüther/Manfred Heuser. Innsbruck: VIP-Verlag Integrative Psychiatrie 2001, 385–395.

 

 

August 2018

Vortrag auf der Tagung »Mediating the Dream/Les genres et médias du rêve« an der Universität des Saarlandes; Vortragstitel: »›Non-dreams‹ and ›autobiographie nocturne‹: William S. Burroughs’ and Georges Perec’s Literary Dream Reports«