Kristina Höfer

POST-DOKTORANDIN

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Kristina Höfer wurde 1988 in Landau/Pfalz geboren. Sie studierte an der Universität des Saarlandes Komparatistik, Germanistik und Slavische Kulturen und schloss ihr Studium Anfang 2015 ab.

 

Von April 2015 bis März 2018 war sie Doktorandin im Graduiertenkolleg »Europäische Traumkulturen« und untersuchte in ihrem Promotionsprojekt Traumdarstellungen in der deutschsprachigen Dramatik des 20. und 21. Jahrhunderts. Seit Mai 2018 ist sie im Rahmen einer Anschubförderung mit einem Projekt zur Funktion von Dingen in literarischen Migrations-, Flucht- und Exilerzählungen im Graduiertenkolleg beschäftigt.

 

  • Inter- und transkulturelle Literaturwissenschaft, Postcolonial Studies
  • Intermedialität (besonders Literatur und Musik)
  • literarische Traumdarstellungen
  • Drama und Theater der Gegenwart

 

Dinge in Bewegung. Zur Poetik von Dingen in Migrations-, Flucht- und Exilerzählung.

 

Wenn Menschen gezwungen sind, aufgrund existenzieller Bedrohungen, wie Krieg, Verfolgung oder Hungersnöten, aus ihren Heimatländern zu fliehen, können sie oftmals nur das Nötigste mitnehmen – wenn überhaupt. Diese wenigen mitgenommenen Dinge werden während der Flucht und später im Ankunftsland zu wertvollen Erinnerungsankern und stehen in ihrer Materialität auf eine paradoxe Art und Weise zugleich für einen Verlust, indem sie all das repräsentieren, was mit der Flucht aufgegeben und zurückgelassen wurde.

 

Das Projekt basiert auf der grundsätzlichen Überlegung, dass Dinge etwas zu erzählen haben, wobei speziell ›geflüchteten‹ oder ›migrierten‹ Dingen ihre Erzählmacht womöglich gerade auch deshalb gegeben ist, weil sie aus ihren ursprünglichen Umgebungen herausbewegt wurden. Auch in literarischen Texten über Migration, Flucht und Exil sind Dinge daher häufig ein Thema. So erklärt die Erzählerin in Dubravka Ugrešićs autobiographischem Erinnerungs- und Exilroman Muzej bezuvjetne predaje (1997, dt. Das Museum der bedingungslosen Kapitulation) das Exil sei »eine Geschichte der Dinge ist, die wir zurücklassen, der Haartrockner, der kleinen billigen Radios (wir kaufen sie in der Annahme, sie mitnehmen zu können), der Töpfchen zum Kaffeekochen …« Und in Marica Bodrožićs Roman Kirschholz und alte Gefühle (2012) erscheint ein alter Kirschholztisch, den die Erzählerin von ihrer Großmutter geerbt und bei all ihren Wohnortwechseln stets mitgenommen hat, als der eigentliche Erzähler der Erinnerungserzählung.  

 

Im Fokus des Projekts steht die Bedeutung und Erzähl(er)funktion von Dingen in Migrations-, Flucht- und Exilerzählungen. Von Interesse ist dabei besonders, was und wovon Dinge in literarischen Texten über Migration, Flucht und Exil erzählen und welche (Lebens-)Geschichten und (Erinnerungs-) Erzählungen sie preisgeben. Da alle diese Dinge nur in der literarischen Fiktion existieren, unterscheiden sie sich in einem wesentlichen Aspekt von »echten Dingen«: Ihre Materialität ist keine gegenständliche, sondern immer eine erzählte Materialität. Eine Untersuchung dieser nicht nur von Flucht, Migration und Exil erzählenden, sondern zugleich auch in literarischen Texten erzählten Dinge geht daher auch mit einem Nachdenken über die grundsätzliche Erzählfunktion von Dingen einher und vermag Aufschluss darüber zu geben, was die Dinge (uns) erzählen können.

 

 

Dissertation

Gespielte Träume und Traumspiele. Traumdarstellungen in der Dramatik des 20. und 21. Jahrhunderts. Dissertation. Paderborn: Fink 2019 [im Druck].

 
Rezension

Der Traum als Forschungsgegenstand literatur- und kulturwissenschaftlicher Romanistik: Ein Rundflug mit Zwischenstopps. Überblicks-Rezension zusammen mit Marie Bonnot, Agnes Karpinski, Martin Meiser, Janett Reinstädler, Sigrid Ruby und Christiane Solte-Gresser. In: Romanische Studien, Heft 5, 2016, S. 465-484.

 
Lexikonartikel
 
 
 
Juli 2017

Vortrag auf der Internationalen Doktorandentagung »espace|mémoire« der grenzüberschreitenden Doktorand/innenschule in den Geistes- und Sozialwissenschaften LOGOS an der Universität Trier. Vortragstitel: Träume als Erinnerungsräume. Wiederholte Geschichte und wiederbelebte Tote in Drama und Theater

 

September 2016

Vortrag auf dem 25. Deutschen Germanistentag an der Universität Bayreuth. Vortragstitel: Performatives Traumerzählen in Peter Handkes Immer noch Sturm (2010) und Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rand der Landstraße. Ein Schauspiel in vier Jahreszeiten (2015)

 
April 2016

Vortrag auf dem Workshop des Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen« an der Universität des Saarlandes. Vortragstitel: Zeit im Drama - Traumgegenwart, gedehnte Gegenwart und das Hier und Jetzt einer anderen Zeit

 

Lesung und Schreibwerkstatt

Lesung »Das Wasser unserer Träume« mit der Autorin Marica Bodrožić in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Saar, der Buchhandlung St. Johann (Saarbrücken) und dem SR2 Kulturradio

1.6.2017 | 20 Uhr | Buchhandlung St. Johann

 

Schreibwerkstatt »Träume« mit der Autorin Marcia Bodrožić in Kooperation mit GradUS

2.6.2017 | 9-17 Uhr | Universität des Saarlandes

 

Theatergruppe

In Zusammenarbeit mit der Doktorandin Carolin Buchheit und der studentischen Theatergruppe Thunis der Universität des Saarlandes:

 
»Luzid«

von Rafael Spregelburd

11.5.–13.5.2016 | 19.30 Uhr | Theater im Viertel, Saarbrücken

In Zusammenarbeit mit den Doktoranden Murat Ates, Katina Baharova und Moritz Klein:  

Durs Grünbein

Vortrag »Über das Träumen«

Lesung aus dem neu erschienenen Buch »Die Jahre im Zoo«  

 

2.3.2016 | 20 Uhr | Künstlerhaus Saarbrücken