Dr. Jonas Nesselhauf

ASSOZIIERTER POST-DOKTORAND

 

Universität Vechta

Driverstraße 22–26

49377 Vechta

 

E-Mail jonas.nesselhauf(at)uni-vechta.de

www.jonasnesselhauf.de

 

Studium der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft und der Kunstgeschichte an der Universität des Saarlandes. 2014–2016 komparatistische Promotion zur Figur des Kriegsheimkehrers in der Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts, gefördert durch ein Promotionsstipendium der Universität Vechta und eine Assoziierung am DFG-Graduiertenkolleg »Europäische Traumkulturen«. Derzeit Post-Doc am Department III der Universität Vechta in den Fächern Germanistik und Kulturwissenschaft.

    • Literatur und Ökonomie (besonders Wirtschaftskrisen)
    • literarische Darstellungen und Inszenierungen des Körpers (besonders Tätowierungen)
    • serielles Erzählen im Fernsehen / Narratologie der Fernsehserie

     

    Der ewige Traum.
    Finnegans Wake und James Joyces postmoderne Poetik des Onirischen  

     

    »Draumcondra’s Dream country where the betterlies blow.« (FW 293.24)

     

     

    Die Literaturgeschichte des Traums weist unterschiedlichste Annäherungen an das nächtliche hoch individuelle wie stark bildhafte Phänomen auf – die narrative und sprachliche Verarbeitung des eigentlich ›unsagbaren‹ (und nach dem Aufwachen ohnehin oftmals nur bruchstückhaft verfügbaren) Materials kann dabei nach verschiedenen Ästhetiken und  Ansätzen erfolgen.

     

    Ein faszinierender Sonderfall und zugleich eine werkimmanente Traumpoetik stellt das im Jahre 1939 unter dem Titel Finnegans Wake erschienene work in progress dar, an dem der irischstämmige Schriftsteller James Joyce (1882–1941) seit der Veröffentlichung seines Monumentalromans Ulysses (1922) gut 17 Jahre lang arbeitete. Die 628 Seiten bestehen aus mehreren narrativen Ebenen und über 60 verschiedenen Sprachen, und sind dabei als intertextueller Verweiskosmos mit unzähligen Referenzen auf Philosophie, Literatur, Mythologie und Menschheitsgeschichte zu verstehen, vor allem aber – so die gängigste Deutung – als der monumentale Traum des irischen Jedermann HCE (Humphrey Chimpden Earwicker), dessen nächtliches »dreariodreama« (FW 79.28) kollektives Gedächtnis wie individuelles Traumerleben zugleich ist.

     

    Diese postmoderne Poetik des Onirischen soll in einer einführenden Monographie über den Traum in Joyces’ Werk systematisch analysiert und komparatistisch untersucht werden.

     

     

    Literatur:

    John Bishop: Joyce’s Book of the Dark. Madison, WI 1986.

    Joseph Campbell: A Skeleton Key to ›Finnegans Wake‹. Unlocking James Joyce’s Masterwork. Novato, CA 2005.

    James Joyce: Finnegans Wake. London 2012.

    Philip Kitcher: Joyce’s Kaleidoscope. An Invitation to ›Finnegans Wake‹. Oxford 2007.

    William York Tindall: A Reader’s Guide to ›Finnegans Wake‹. Syracuse, NY 1969.

     

     

    Verschiedene Herausgeberschaften sowie Publikationen in Sammelbänden und Zeitschriften zu den Forschungs­schwerpunkten, darunter u.a.:

     

    • Auf dem Körper, unter der Haut. Eine kurze Literaturgeschichte der Tätowierung. In: Ute Seiderer u. Michael Fisch (Hrsg.): Haut und Hülle, Umschlag und Verpackung. Techniken des Umschließens und Verkleidens. Berlin: Rotbuch 2014. S. 289–303.
    • SpielGeldSpiel. Der Spekulant als Reflektionsfigur in der deutschen Gegenwartsprosa. In: Germanica 55 (2014). S. 61–76.
    • ›It hits Home‹ – Die Zurückgekehrten von Homeland bis Grey’s Anatomy. In: Jonas Nesselhauf u. Markus Schleich (Hrsg.): Gegenwart in Serie. Abgründige Milieustudien im rezenten Qualitätsfernsehen. Berlin: Neofelis 2015. S. 33–48.
    • Jonas Nesselhauf und Markus Schleich (Hrsg.): Das andere Fernsehen?! Eine Bestandsaufnahme des ›Quality Television‹. Bielefeld: Transcript 2015.

     

    Verschiedene Vorträge zu den Forschungsschwerpunkten, darunter u.a.:

     
    November 2015

    Vortrag auf der internationalen Konferenz »Universality of literature and Universals in Literature« an der Univerza v Ljubljani; Vortragstitel: »L’amour faux – Love against the Discourse in European Literature around 1800«

     

    Juli 2015

    Vortrag im Rahmen des Romanistentags 2015 an der Universität Mannheim; Vortragstitel: »›La vida, derroche.‹ Formen eines ›unökonomischen‹ Erzählens in Rafael Chirbes’ En la Orilla»

     

    März 2015

    Vortrag auf der interdisziplinären Konferenz „Wirtschaftskrisen in der Literatur“ an der Universität Koblenz-Landau (Campus Koblenz); Vortragstitel: »Die Krise hat viele Seiten. Die Figur des Spekulanten im multiperspektivischen Roman«

     
    Oktober 2014

    Vortrag auf der kunsthistorischen Nachwuchstagung »Im toten Winkel: Leben, Kunst und Kultur in Kriegszeiten« an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg; Vortragstitel: »Nach dem Schlachten. Der Kriegsheimkehrer des Ersten Weltkriegs zwischen Sozialfigur und Metapher«

     

    Juli 2014

    Vortrag auf der internationalen Konferenz der Poetics and Linguistics Association (PALA) an der Univerza v Mariboru; Vortragstitel: »The Story of my Body is on my Body. Tattoos as a personalized Style in late Modern Literature«

     
    Januar 2014

    Vortrag auf der internationalen Konferenz »The return of the narrative / Le retour à la narration« an der Universiteit van Amterdam (gemeinsam mit Markus Schleich); Vortragstitel: »Balzac in Baltimore: New Epic Realism in The Wire«

     
    Dezember 2013

    Vortrag auf der interdisziplinären Konferenz »Sexualität, Liebe, Männlichkeiten« des Arbeitskreis für interdisziplinäre Männer- und Geschlechterforschung, AIM Gender; Vortragstitel: »Geld. Macht. Potenz. – Inszenierungen und Repräsentationen männlicher Bankrotteure in literarischen Bearbeitungen der Weltwirtschaftskrise«

     

    Dezember 2013

    Vortrag im Rahmen des 16. Forums Junge Heine Forschung des Heinrich Heine-Instituts Düsseldorf; Vortragstitel: »Heine und der Kapitalismus. Geld, Börse und ›Bankos‹ in Leben und Werk Heinrich Heines«

     

    Mai 2013

    Vortrag auf dem Studierendenkongress Komparatistik (SKK) an der Goethe Universität Frankfurt; Vortragstitel: »Vom Leben gezeichnet, vom Tod geprägt – Wahnsinnige Kriegsheimkehrer in Literatur und Film«

     

     

     

    Lehrveranstaltungen an der Universität des Saarlandes (am Lehrstuhl für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft sowie im Bachelor Optionalbereich) und der Universität Vechta (Germanistik und Kulturwissenschaften), sowie Erasmus- und DAAD-Lehraufenthalte an den Universitäten in Rzeszów (Polen), Limerick (Irland) und Iowa City (USA)

     

    Mitglied der

    • International Comparative Literature Association (ICLA);
    • Deutschen Gesellschaft für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft (DGAVL);
    • Heinrich-Heine-Gesellschaft;
    • Poetics and Linguistics Association (PALA)