Qualifizierungsprogramm

 

Das Qualifizierungs­konzept des Graduierten­kollegs »Europäische Traum­kulturen« bündelt die inhaltlichen Schwer­punkte des Forschungs­programms im Hin­blick auf die künftigen Arbeits­gebiete der AbsolventInnen: Die Berufs­felder sämtlicher beteiligter Nachwuchs­wissenschaftlerInnen liegen entweder im universitären Bereich (Literatur-, Kunst-, Medien- und Kulturwissenschaft) oder im außer­universitären Kultur- und Medien­betrieb. Um auf diese Tätigkeits­felder vorzubereiten, wird eine Reihe von Qualifikationen vermittelt, die auf die drei folgenden Kompetenz­gebiete abzielen:

 

1)  Ausbildung einer wissen­schaftlichen Spezial­kompetenz im Rahmen eines exzellenten, auch inter­nationalen Forschungs­kontextes;  

 

2)  Ver­mittlung all­gemeiner Fähig­keiten der Wissenschafts­reflexion, Wissenschafts­kommunikation und Wissenschafts­integration;  

 

3)  Qualifikation im Bereich der kulturellen Praxis außerhalb des Hochschul­betriebes. 

 

 

Betreuungskonzept

 

Jedes Dissertations­projekt wird von mindestens zwei fach­wissenschaftlichen BetreuerInnen begleitet. Die Betreuenden, die von den Promovierenden vor­geschlagen werden können, werden von der Gesamt­gruppe der professoralen Mit­glieder festgelegt. Nach Möglich­keit sollte ein Betreuender/eine Betreuende von einer anderen Universität aus dem In- oder Ausland stammen, um die über­regionale Ver­netzung zu initiieren. Zur Gewähr­leistung einer durch­gängigen individuellen Betreuung bieten die betreuenden Kolleg­mitglieder und assoziierten WissenschaftlerInnen den Doktoranden regelmäßig Sonder­sprechstunden an. Individuelle Gesprächs­termine werden darüber hinaus mit externen assoziierten WissenschaftlerInnen und eingeladenen Gast­vortragenden bei ihren Aufenthalten in Saarbrücken organisiert.

Der Promovend/die Promovendin schließt mit den Betreuenden einen Betreuungs­vertrag ab, der sich an den Vor­gaben der DFG und dem Oxforder Viva-Modell (s.u.) orientiert und die Rechte und Pflichten aller Beteiligten festhält. Dem Betreuungs­vertrag sind durch den PromovendInnen ein Arbeits­plan über den ge­planten Dreijahres­zeitraum der Promotion sowie konkrete Ziele für das erste Förder­jahr beizufügen. 

 

 

Studienprogramm

Das Studien­programm des Graduierten­kollegs »Europäische Traum­kulturen« ver­mittelt ein umfassendes Wissen über die europäische Kultur- und Literatur­geschichte der Nach-Antike sowie Kompetenzen in Kultur­wissenschaft, literarischer Anthropologie, Inter­kulturalität und Medien­wissenschaft. Die Fähigkeit zu inter- bzw. trans­disziplinärem Denken und Arbeiten wird durch den vergleichsweise engen thematischen Fokus des Kollegs besonders gefördert.

Diese über­geordneten Ziele gelten für PromovendInnen, PostdoktorandIn und studentische Hilfskräfte gleicher­maßen, werden aber auf je unter­schiedliche Weise realisiert. Sämtliche Veranstaltungen des Kollegs ebenso wie Möglich­keiten der individuellen Zusatz­qualifikation und Betreuungs­angebote stehen allen am Kolleg beteiligten Nachwuchs­wissenschaftlerInnen unabhängig von ihrem Qualifikations­stand offen. 

 

Traumbezogene Seminare

Die traum­bezogenen Seminare finden – zum Ende der Promotions­phase hin reduziert – während der Vorlesungs­zeit statt und gliedern sich in eine Ein­führungs­vorlesung und drei weitere Lehr­veranstaltungen. Die Ein­führung »Inter­disziplinäres Traum­denken: Theorien und Methoden« ist als Ring­vorlesung gestaltet. Das je­weilige Programm für die Seminare kann von den KollegiatInnen mit­konzipiert werden und von den Antrag­stellerInnen im Tandem bzw. unter Mitarbeit internationaler Gast­wissenschaftlerInnen geleitet werden.

 

Arbeitsgruppe

Ein wichtiger Ort der gemein­samen Forschung ist die auf drei Jahre hin angelegte Arbeits­gruppe. Hier werden metho­dische Ver­fahren und terminolo­gisches Instrumentarium erprobt und von den KollegiatInnen der Forschungs­stand auf­gearbeitet. Individuelle Arbeitsschritte können in diesem Rahmen präsentiert sowie repräsentative Probleme sowohl des Forschungsprogramms als auch des wissenschaftlichen Arbeitens diskutiert werden. Am Graduierten­kolleg beteiligte WissenschaftlerInnen werden an den Sitzungen dieser Arbeits­gruppen nur bei besonderer thematischer Kompetenz und auf Einladung der Gruppe teilnehmen. Außerdem kann die Arbeitsgruppe auf eigenen Wunsch Gast­wissenschaftlerInnen ein­laden, die für ihre aktuellen Diskussionen über eine besondere Expertise verfügen.

 

Workshops

Die in der vorlesungsfreien Zeit stattfindenden mehr­tägigen Work­shops bilden wichtige Schwer­punkte für die Forschungs­arbeit der Mitglieder des Kollegs, die vor allem dazu dienen, einzelne Forschungs­ansätze und ‑perspektiven zu diskutieren, zu synthetisieren und eine gemeinsame Forschungsgrundlage dialogisch zu erarbeiten. Die Arbeit an (eigenen) wissen­schaftlichen Texten erfolgt gemein­sam in thematisch spezialisierten Gruppen.  Außerdem sind in den Work­shops die Präsentation des Arbeits­standes der Dissertations­projekte und Vor­träge bzw. Kompakt­seminare von geladenen Gast­wissenschaftlerInnen vor­gesehen. Der erste Work­shop einer jeden DoktorandInnengeneration be­inhaltet zudem eine Schulung, in der den KollegiatInnen die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis gemäß den Empfehlungen der DFG vermittelt werden.

 

Kongresse

Inner­halb der drei­jährigen Promotions­phase finden zwei Kongresse statt, die in erster Linie durch den Post­doktoranden/die Post­doktorandin organisiert werden. Um die KollegiatInnen früh­zeitig in den Wissenschafts­betrieb zu integrieren, wird nach dem dritten Semester eine Nachwuchstagung veranstaltet. Der Über­gang von der laufenden zur nach­folgenden DoktorandInnen­generation findet schließ­lich im Rahmen eines inter­nationalen Kongresses mit be­teiligten WissenschaftlerInnen und inter­nationalen ExpertInnen während der letzten vorlesungs­freien Zeit statt.

 

Viva-Verfahren

Das Studien­programm sieht in An­lehnung an das Viva-Modell der University of Oxford Fortschritts­prüfungen vor, denen sich die Promo­vierenden im zweiten und vierten Semester in Form von Dis­putationen zu je­weils einem ein­zu­reichenden Ka­pitel der Dissertations­schrift zu unter­ziehen haben. Die mündliche Ver­teidigung er­folgt vor zwei, nicht mit den Erst- und Zweit­betreuenden identischen Viva-PrüferInnen, von denen idealer­weise einer/eine ein fach­nahes und einer/eine ein eher fach­fremdes Forschungs­profil besitzt. Ziel des Viva-Modells ist es, die konti­nuierliche individuelle Be­treuung durch die Erst- und Zweit­betreuenden sowie die wissen­schaftliche Schreib­kompetenz in einem frü­hen Stadium der Dissertation zu fördern. Ins­gesamt soll durch dieses Ver­fahren sicher­gestellt werden, dass die KollegiatInnen ihre Arbeit innerhalb des vor­gesehenen Zeit­raums von drei Jahren be­enden.

 

Kulturelle Praxis

Da ein ent­scheidendes An­liegen des Kollegs darin be­steht, die Er­gebnisse auch einer nicht-fach­wissenschaftlichen Öffent­lich­keit zu­gäng­lich zu machen, setzt das Qualifizierungs­konzept durch kulturelle Ver­anstaltungen zur Traum-Thematik zusätzliche öffentlichkeits­wirksame Akzente. Zu­dem wird damit eine Ver­bindung von wissen­schaftlicher und kultureller Praxis inten­siviert. In einem Um­fang und einem Bereich, den die KollegiatInnen je nach beruflicher Orien­tierung selbst bestimmen, sammeln sie in eigenständig organisierten Teams grund­legende Er­fahrungen in der Praxis des Kultur­betriebs und des Kultur­managements. Diese Aktivitäten zählen zum Wahl­pflicht­bereich des Qualifizierungs­programms: Jeder Kollegiat/jede Kollegiatin engagiert sich in einem Kultur­projekt seiner/ihrer Wahl, so dass sich – je nach Gruppen­größe – ca. drei bis vier öffentliche Ver­anstaltungen pro drei­jähriger Promotions­phase ergeben. Auf ihren Wunsch hin können sie eine professionelle Unter­stützung ihrer Projekte erhalten.

 

Auslandsaufenthalte

Das Studien­programm sieht optionale Auslands­aufenthalte zum Ende der Promotions­phase hin vor. Hier­für bieten sich die zahl­reichen Partner­universitäten der UdS an. In Fäl­len, in denen das Promotions­projekt dies inhalt­lich nahe­legt, können weitere individuelle Ver­ein­barungen ge­trof­fen werden. Bi­nationale Promotions­vorhaben können im co-tutelle-Ver­fahren durch­geführt werden. Aufent­halte zur Literatur­recherche in Archiven und anderen Forschungs­ein­richtungen werden aus­drücklich ge­fördert.

 

Schlüsselqualifikationen

Zu­sätzlich kön­nen DoktorandInnen Schlüssel­qualifika­tionen im Rah­men des Graduierten­kollegs er­werben. Kurse des be­währten universi­tären Graduierten­programms GradUS können besucht werden, um Basis­qualifikationen in den Be­reichen wissen­schaftliches Arbeiten und Schreiben, Zeit­management, Hochschul­didaktik, Präsentations­techniken, Berufsfeld­orientierung und Wissenschafts­organisation zu er­werben. Das Zentrum für Schlüssel­kompetenzen ver­mittelt den DoktorandInnen über­dies Karriere fördernde und die Persönlich­keit stärkende Soft Skills wie Team­fähigkeit, stra­tegisches Denken, Selbst­präsentation, Konflikt­management, Kritik­fähigkeit, Ver­handlungs- und Kommunikations­geschick oder inter­kulturelle Kommunikation. Ferner besteht die Möglich­keit, an Kursen des Sprachen­zentrums der UdS teil­zunehmen. In Zusammen­arbeit mit der Gleichstellungs­beauftragten werden außer­dem spezielle Coachings für Frauen und weitere Gleichstellungs­maßnahmen durch­geführt.

 

 

Überblick über das dreijährige Studienprogramm

 

Ablauf

obligatorisches Programm

Wahlpflichtprogramm

optionales

Programm

 

 

Traumbezogene Seminare

Arbeitsgruppen

Workshops

Kongresse

Betreuung

Öffentliche Präsentation

Zusatzqualifikationen

 

1. Semester

Einführungsvorlesung

Arbeitsgruppe 1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

individuelle Betreuungs­gespräche

 

 

 

 

 

Kulturelle Praxis

 

Traum-Lexikon

 

 

 

Schlüssel­qualifikationen

 

GradUS-Programm

 

Doktorandenschule der Universität der Großregion

 

Auslandsaufenthalte

 

 

 

vorl.-freie Zeit

 

 

Workshop 1

 

 

 

2. Semester

Seminar

Arbeitsgruppe 2

 

 

1. Viva-Einreichung

 

vorl.-freie Zeit

 

 

Workshop 2

 

1. Viva-Prüfung

 

3. Semester

Seminar

Arbeitsgruppe 3

 

 

 

 

vorl.-freie Zeit

 

 

 

Nachwuchstagung

 

 

4. Semester

 

Arbeitsgruppe 4

 

 

2. Viva-Einreichung

 

vorl.-freie Zeit

 

 

Workshop 3

 

2. Viva-Prüfung

 

5. Sem.

Seminar

Arbeitsgruppe 5

 

 

 

 

vorl.-freie Zeit

 

 

Workshop 4

 

 

 

6. Sem.

 

Arbeitsgruppe 6

 

 

Dissertation-Einreichung

 

vorl.-freie Zeit

 

 

 

internationale Tagung

Disputation