Newsletter

Der Newsletter des Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen« erscheint in der Regel ein Mal pro Semester und soll einen Überblick über aktuelle Themen und Aktivitäten des Kollegs bieten.  

 

Bei einer Anmeldung zum Newsletter erhalten Sie auch aktuelle Ausschreibungen und Hinweise auf Veranstaltungen wie Workshops, Vorträge und Konferenzen sowie Publikationen des Kollegs.  

 

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Newsletter 3/2018

Saarbrücken, im Oktober 2018

 

Im Sommersemester 2018 konnte sich die zweite Generation der DoktorandInnen mit ihrer engagierten Teilnahme an den zahlreichen Veranstaltungen des Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen« in ihre neue Rolle als Promovierende im Kolleg einfinden.

Erfreulich ist außerdem, dass am 5. September 2018 eine neue Promotionsordnung der Philosophischen Fakultät der Universität des Saarlandes verabschiedet wurde, in der in Zukunft auch die »Europäischen Traumkulturen« mitberücksichtigt werden.

Und: Ende September wurde nach monatelanger Denk- und Konzeptionsarbeit der Fortsetzungsantrag des Graduiertenkollegs bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eingereicht, mit dem sich die Universität um eine Förderung des Kollegs ab Oktober 2019 für weitere viereinhalb Jahre bewirbt. Gerne können Sie uns für die Entscheidung die Daumen drücken, die voraussichtlich im Mai des kommenden Jahres fallen wird!

 

 

RÜCKBLICK

 

Internationale Tagung

»Träume von Geburt und Tod. Traumdarstellungen körperlicher Grenzerfahrungen in Literatur, bildender Kunst, Musik und Film«

 

Vom 21.–23. März 2018 fand die Internationale Tagung des Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen« mit dem Titel »Träume von Geburt und Tod. Traumdarstellungen körperlicher Grenzerfahrungen in Literatur, bildender Kunst, Musik und Film« an der Universität des Saarlandes statt. Mit 22 Vorträgen und einer Keynote über Richard Wagners kompliziertes Verhältnis zum Thema Traum von Prof. Dr. John Deathridge, Emeritus des King’s College London und weltweit führender Wagner-Spezialist, hat die Tagung rund 50 WissenschaftlerInnen aus Deutschland, England, Frankreich, der Schweiz und den USA zusammengebracht, um über das Epochen übergreifende Phänomen des geträumten Geborenwerdens und Sterbens, seine Wissensdiskurse und künstlerischen Realisierungen nachzudenken.  

 

Das breite thematische und mediale Spektrum der einzelnen Vorträge machte die ununterbrochene Relevanz von Geburts- und Sterbeträumen vom Mittelalter bis in die unmittelbare Gegenwart hinein ersichtlich: Bei Geburt und Tod handelt es sich um die beiden existenziellen (Grenz-)Erfahrungen an den Rändern des menschlichen Lebens, deren gesellschaftliche, religiöse oder genderspezifische Implikationen künstlerisch wie philosophisch auf vielfältige Weise ausgelotet wurden.

Am Ende des ersten Konferenztages fand in der Aula auch ein Liederabend statt, welcher das Konferenzthema musikalisch ausgestaltete: Reuben Willcox (Bariton) und Corinna Korff-Willcox (Klavier) haben mit großem Erfolg Lieder über das Träumen von unterschiedlichen Komponisten aus verschiedenen europäischen Ländern zu Gehör gebracht. Eine CD mit den Stücken des Konzerts befindet sich in Vorbereitung.

 

Die wissenschaftlichen Ergebnisse der Tagung werden im kommenden Jahr in der Reihe Traum – Wissen – Erzählen beim Fink Verlag publiziert.

 

 

VERANSTALTUNGSHINWEISE

 

Das Wintersemester 2018/2019 beginnt für die Mitglieder des Kollegs mit einem internen Workshop und einem dazugehörigen Kompaktseminar zum Thema »Traumprotokolle der Moderne«, das von den beiden Professorinnen Claudia Öhlschläger (Universität Paderborn) und Andrea Allerkamp (Europa-Universität Viadrina Frankurt (Oder)) durchgeführt wird. Interessant für Außenstehende ist besonders der öffentliche Abendvortrag von Prof. Dr. Martin von Koppenfels, der im Rahmen des Workshops am 25.10.2018 um 17.00 Uhr im Graduate Centre zum Thema »Alpträume der Souveränität. Charlotte Beradt und die Ermächtigung des Traums« sprechen wird.

 

Insgesamt sind für das WiSe 2018/2019 folgende Gastvorträge vorgesehen, zu denen Sie herzlich eingeladen sind:  

 

Gastvorträge

 

Prof. Dr. Martin von Koppenfels (LMU München)

»Alpträume der Souveränität. Charlotte Beradt und die Ermächtigung des Traums«

25. Oktober 2018 | 17–18.30 Uhr | Campus C9 3 (Graduate Centre)

 

Angst- oder Alpträume spielen eine auffällige Rolle in Dokumenten aus politischen Krisenzeiten. Solche Träume können (mit Eric Santner) als Orte beschrieben werden, an denen sich Krisen der Souveränität im Unbewussten Ausdruck verschaffen – als Orte, an denen sichtbar wird, wie individuelle Wünsche und Ängste mit symbolischen Strukturen verwoben sind, die die Gesellschaft als ganze betreffen. Diese Konstellation aus Traum, Angst, Macht und Widerstand tritt auch in Traumdokumenten aus der Zeit der NS-Diktatur zutage, wie der Vortrag anhand von Charlotte Beradts Sammlung Das Dritte Reich des Traums [1966] und ihrer eigentümlichen Rezeptionsgeschichte zeigen möchte.

 

 

Dr. Claude Fretz (Queen’s University Belfast)

»Dreams in Shakespeare«

28. November 2018 | 18–20 Uhr | Campus C5 3 | Raum 3.24

 

Bei Shakespeare können sich Träume auf die Vergangenheit beziehen, die Gegenwart reflektieren oder einen flüchtigen Blick in die Zukunft erlauben; sie können Ängste übermitteln oder Hoffnungen schüren. Weil die Ursprünge von Träumen komplex und bisweilen unmöglich einzuordnen waren, boten sich Träume als ein attraktives dramaturgisches Element an. Der Vortrag widmet sich deshalb insbesondere den dramaturgischen Effekten, die mit Blick auf die damaligen religiösen, physiologischen und politischen Vorstellungen über Träume von Shakespeare in seinen Stücken erzeugt wurden.

 

 

Dr. Christian Bachmann (Ruhr-Universität Bochum)

»Träumen rahmen. Zu einer graphisch-narrativen Strategie in Bildergeschichten und Comics um 1900«

5. Dezember 2018 | 18–20 Uhr | Campus C5 3 | Raum 3.24

 

Um 1900 entwickelt sich der Comic als neue Erzählform in US-amerikanischen Tageszeitungen. Zeichensystem, Erzähl- und Darstellungsweisen sowie Themen- und Figurenrepertoire entstehen jedoch nicht in einem Vakuum, sondern in Fortsetzung einer langen visual-satirischen Tradition. Vor diesem Hintergrund sollen die Darstellungsweisen von Träumen in der Bildsatire, in Bildergeschichten und im Comic skizziert werden, die um 1900 eine beinahe selbstevidente Rolle spielen.

 

 

Prof. em. Dr. Dr. Claus-Artur Scheier (TU Braunschweig)

»›Wunder von Ferne oder Traum‹ – Überlegungen zur virtuellen Realität«

8. Januar 2019 |18–20 Uhr | Campus C5 3 | Raum 3.24

 

Die industrielle Revolution hat von Anfang an auch die natürliche Traumdisposition des modernen Menschen, die »Fabrikware der Natur« (Schopenhauer) ergriffen, den Traum industrialisiert und seinen tradierten Begriff funktionalisiert (Freud). Daraus resultierte eine neue Form der Produktion: die Simulation, und ein neuer Typ hochtechnischer Produkte: die virtuellen Welten. Wie unterscheiden sich Traum und virtuelle Realität? Dieser Frage wird Prof. em. Dr. Claus-Artur Scheier in seinem Vortrag auf den Grund gehen.

 

 

Mercator-Fellow 2018

 

Dr. Claude Fretz (Queen’s University Belfast)

Dr. Claude Fretz ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der School of Arts, English and Languages an der Queen’s University Belfast. Vom 15. November bis 15. Dezember 2018 wird er als Mercator-Fellow im Rahmen einer Gastprofessur an der Universität des Saarlandes tätig sein. Dem Kolleg steht mit dem jungen Nachwuchswissenschaftler ein Fellow zur Verfügung, der eine Vertiefung der anglistischen Perspektive auf die Traumästhetik der Shakespeare-Zeit ermöglicht. Er hat zudem diverse Aufsätze über Shakespeares Darstellungen von Träumen und Schlaf veröffentlicht und arbeitet momentan in dem AHRC-finanzierten, interdisziplinär und international ausgerichteten Projekt ‘Performing Restoration Shakespeare’ mit verschiedenen KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen zusammen, um herauszufinden, warum die Adaptionen von Shakespeare in seiner eigenen Epoche so erfolgreich waren und weshalb diese auch noch heute so gefragt sind.

 

In seinen geplanten Vorträgen zu »Dreams in Shakespeare« an der Universität Trier und an der Universität des Saarlandes wird er näher auf seine in Vorbereitung befindliche Monografie Dreams, Sleep, and Shakespeare's Genres eingehen. Zudem führt Dr. Fretz vom 22. bis 23. November 2018 für die KollegiatInnen einen Workshop zu »Shakespeare’s Dreams« durch.

 

Weitere Informationen zu den Forschungsaktivitäten von Dr. Claude Fretz finden Sie hier.

 

Arbeitsgruppe

Alle zwei Wochen 2-4h | mittwochs | Leitung: Prof. Dr. Manfred Engel, Dr. Mauro Fosco Bertola

 

Die Arbeitsgruppe wird sich im Wintersemester 2018/2019 der Analyse von ausgewählten traumbezogen Werken widmen: Zusammen mit Herrn Prof. Dr. Manfred Engel sollen Grundverfahren für die Interpretation und wissenspoetologische Kontextualisierung von Traumdarstellungen in unterschiedlichen Medien diskutiert und eingeübt werden.

 

 

AUSBLICK

 

Vom 6. bis 7. Februar 2019 findet die Fortsetzungsbegutachtung des Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen” durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) statt. Davon hängt ab, ob das Kolleg weitere viereinhalb Jahre, also bis Ende März 2024, fortbestehen wird und damit eine dritte Promovierenden-Generation gefördert werden kann.

 

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Saarbrücken, im April 2018

 

Großes Medienecho hat das Graduiertenkolleg »Europäische Traumkulturen« in den letzten Wochen erfahren. Die von den drei Doktorandinnen Agnes Karpinski, Janina Klein und Kristin Schneider organisierte Ausstellung »Schlafes Bruder. Traum und Tod in zeitgenössischer Kunst«, die am 9. März 2018 im Hauberrisser Saal des Saarbrücker Rathauses feierlich eröffnet wurde, erhielt im saarlandweiten Kulturteil der Wochenend-Ausgabe der Saarbrücker Zeitung viel Beachtung und war voll des Lobes. Eine ausführliche Vorankündigung zur Ausstellung erschien zudem in der März-Ausgabe des Kulturmagazins »OPUS«.

Zur Internationalen Tagung »Träume von Geburt und Tod. Traumdarstellungen körperlicher Grenzerfahrungen in Literatur, bildender Kunst, Musik und Film«, die vom 21. bis 23. März 2018 stattgefunden hat, führte der SWR2 ein Interview mit dem Post-Doktoranden des Kollegs, Dr. Mauro Fosco Bertola, der die Tagung organisiert hatte. Im SR waren unmittelbare Eindrücke von der Tagung mit Fragen zu Thema »Traum und Tod« in der Karwoche zu hören.

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge fand auf der Internationalen Tagung auch der Wechsel von der ersten zur zweiten Promovierenden-Generation des Graduiertenkollegs statt. Nach drei erfolgreichen Jahren wurden die DoktorandInnen der ersten Kohorte verabschiedet und die »Neuen« von der Sprecherin des Kollegs begrüßt.

 

 

RÜCKBLICK

 

Verabschiedung der ersten zehn DoktorandInnen des Kollegs und Begrüßung der neuen Promovierenden-Gruppe

 

Vor drei Jahren nahmen die zehn DoktorandInnen Murat Ates, Katina Baharova, Carolin Buchheit, Hannah Chegwin, Myriam Gindorf Kristina Höfer, Agnes Karpinski, Moritz Klein, Julian Lucks und Christian Quintes ihre Arbeit im Graduiertenkolleg »Europäische Traumkulturen« auf. Während dieser Zeit hinterließen sie nachhaltige Spuren - bei allen Beteiligten des Kollegs, an der Universität des Saarlandes und in der Stadtöffentlichkeit. Neben dem Engagement in sehr unterschiedlichen Kulturprojekten, in manchen leidenschaftlichen Diskussionen über die Ausgestaltung von Träumen in unterschiedlichen Medien, Zeiten und Kulturräumen, oder auch bei persönlichen Gesprächen auf den jährlich stattfindenden Sommerfesten und Weihnachtsfeiern, konnten die anderen Mitglieder des Kollegs einen lebhaften Eindruck gewinnen, welche (kulturellen) Interessen jeweils verfolgt wurden, zu welchen Fragen geforscht wurde, wo besondere Neugier im Spiel war oder auch Hindernisse und Herausforderungen zu bewältigen waren. Zum Abschied präsentierten die Promovierenden der ersten Kohorte ihre Doktorarbeiten in Form einer Posterausstellung der interessierten Öffentlichkeit und erhielten ein vom Kolleg gestaltetes Notizbuch, um ihre »Träume« auch in Zukunft festhalten zu können.

Damit die zehn neuen DoktorandInnen gut vorbereitet in ihre Zeit als wissenschaftliche MitarbeiterInnen starten, haben die DoktorandInnen der ersten Kohorte ein 60-seitiges »Übergabebuch« mit zahlreichen Ideen, hilfreichen persönlichen Tipps, eigenen Erfahrungen und allgemeinen Informationen zur Promotion im Graduiertenkolleg erstellt und auf der Internationalen Tagung »Träume von Geburt und Tod« überreicht. Die neuen DoktorandInnen Adrian Froschauer, Nadja Görz, Nicole Häffner, Maike Hansen, Josefine Hoffmann, Evelina Molitor, Raphael Morschett, Stavros Patoussis, Dominik Stutz und Laura Vordermayer erhielten als aktive TeilnehmerInnen der Tagung zudem die Möglichkeit, direkt in die »Wissenschaft der Träume« einzusteigen, die KollegInnen kennenzulernen und erste Anregungen für ihre eigenen Doktorarbeiten zu sammeln.

 

Internationale Tagung

»Träume von Geburt und Tod. Traumdarstellungen körperlicher Grenzerfahrungen in Literatur, bildender Kunst, Musik und Film«

21.–23. März 2018 | Universität des Saarlandes | Campus C9 3 (Graduate Centre)

 

Vom 21. bis 23. März 2018 fand die Internationale Tagung des Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen« mit dem Titel »Träume von Geburt und Tod. Traumdarstellungen körperlicher Grenzerfahrungen in Literatur, bildender Kunst, Musik und Film« an der Universität des Saarlandes statt. Mit 22 Vorträgen und einer Keynote über Richard Wagners vielschichtiges Verhältnis zum Thema Traum von Prof. Dr. John Deathridge, Emeritus des King’s College London und weltweit führendem Wagner-Spezialist, hat die Tagung rund 50 WissenschaftlerInnen aus Deutschland, England, Frankreich, der Schweiz und den USA zusammengebracht, um über das überzeitliche Phänomen des geträumten Geborenwerdens und Sterbens, seine Wissensdiskurse und künstlerische Realisierungen nachzudenken.

Das breite thematische und mediale Spektrum der einzelnen Vorträge machte die ununterbrochene Relevanz von Geburts- und Sterbeträumen seit dem Mittelalter bis in die unmittelbare Gegenwart hinein ersichtlich: Bei Geburt und Tod handelt es sich um die beiden existenziellen (Grenz-)Erfahrungen an den Rändern des menschlichen Lebens, deren gesellschaftliche, religiöse oder genderspezifische Implikationen künstlerisch wie philosophisch auf vielfältige Weise ausgelotet wurden.

Am Ende des ersten Konferenztages fand in der Aula auch ein Liederabend statt, welcher das Konferenzthema musikalisch ausgestaltete: Reuben Willcox (Bariton) und Corinna Korff-Willcox (Klavier) haben mit großem Erfolg Lieder über das Träumen von unterschiedlichen Komponisten aus verschiedenen europäischen Ländern zu Gehör gebracht.

Die wissenschaftlichen Ergebnisse der Tagung werden in Buchform publiziert.

 

 

VERANSTALTUNGSHINWEISE

 

»Schlafes Bruder – Traum und Tod in zeitgenössischer Kunst«

Ausstellungsort: Hauberrisser Saal, Rathaus Saarbrücken

 

Vor rund einem Monat wurde im Hauberrisser Saal im Rathaus St. Johann die Kunstausstellung »Schlafes Bruder. Traum und Tod in zeitgenössischer Kunst« eröffnet und erfährt seitdem ein reges Besucherinteresse. An der Vernissage nahmen über hundert Kunstinteressierte teil. Es bot sich die Gelegenheit, mit fünf der insgesamt sieben ausstellenden KünstlerInnen persönlich ins Gespräch zu kommen und den Abend anschließend mit saarländischer Kost im Restaurant »Stiefel« gemeinsam ausklingen zu lassen. 

Im saarlandweiten Kulturteil der Wochenend-Ausgabe der Saarbrücker Zeitung vom 10. und 11. März erhielt die Ausstellung eine durchweg positive Resonanz (siehe https://www.saarbruecker-zeitung.de/kultur/sz-kultur/handreichungen-fuer-tod-und-teufel-und-fuer-traeume_aid-7857659).

Am 17. März und 7. April fanden bereits zwei Führungen durch jeweils eine der Kuratorinnen statt. Die letzte Führung ist für den 21. April von 15 bis 16 Uhr angesetzt. Eine weitere Sonderführung findet, stellvertretend für eine Finissage, am letzten Ausstellungstag, dem 28. April um 14 Uhr im Hauberrisser Saal des Rathauses der Landeshauptstadt Saarbrücken statt. Hierzu sind insbesondere die Sponsorinnen, Sponsoren und Freunde der Ausstellung herzlich eingeladen; aber auch andere Interessierte sind sehr willkommen.

 

Die Ausstellung ist noch bis zum 28. April 2018 zu sehen und zeigt ausgewählte Werke zeitgenössischer KünstlerInnen, die den verborgenen Welten von Traum und Tod ästhetisch nachspüren. Mit Arbeiten von Gregor Gaida, Ben Goossens, Elke Härtel, Anna Klüssendorf, Christof Mascher, Simon Schubert und Martin Spengler sind Positionen aus u. a. der Malerei, Zeichnung und Bildhauerei vertreten. Das Graduiertenkolleg »Europäische Traumkulturen« präsentiert »Schlafes Bruder« in Kooperation mit der Landeshauptstadt Saarbrücken und der Stadtgalerie Saarbrücken. Kuratiert wird die Ausstellung von den Doktorandinnen des Graduiertenkollegs Agnes Karpinski, Janina Klein und Kristin Schneider.

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie hier: https://www.facebook.com/schlafesbrudertraumundtod. Parallel ist in der Stadtgalerie die Ausstellung »Das letzte Bild - Ansichten vom Tod in der zeitgenössischen Kunst« (09. Februar bis 29. April 2018) zu sehen.

 

 

Ringvorlesung »Europäische Traumkulturen. Theorien, Methoden, Analysen«

SoSe 2018 | dienstags | 18 – 20 Uhr | Universität des Saarlandes (Campus B3 1 | Hörsaal II)

 

Das DFG-Graduiertenkolleg »Europäische Traumkulturen« erforscht seit 2015 die europäische Wissensgeschichte des Traums und die ästhetische Gestaltung von Träumen in verschiedenen Künsten und Medien (Malerei, Musik, Literatur, Film u.a.). Zum Start der zweiten Promovierenden-Gruppe des Kollegs, die im April 2018 die Arbeit aufnahm, vermittelt die Ringvorlesung die wissenschaftlichen Grundlagen, die sich aus unserem Verständnis von Traum als Produkt kultureller Arbeit und ästhetischer Konstruktion ergeben. Die am Kolleg beteiligten WissenschaftlerInnen sowie SpezialistInnen aus dem In- und Ausland bieten dabei einen Überblick über die Wissensgeschichte des Traums seit der Antike, stellen unterschiedliche (inter-)disziplinäre Methoden zur Analyse von Traumdarstellungen vor und beleuchten zahlreiche (inter-)mediale künstlerische Traum-Beispiele aus den verschiedenen europäischen Kulturräumen.

 

 

Kurzzeitgastdozentur 2018

Prof. em. Dr. Renate Lachmann

 

Prof. em. Dr. Renate Lachmann wird vom 2. Juli bis 13. Juli 2018 die Kurzzeit-Gastdozentur des Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen« übernehmen. Sie ist Emerita der Universität Konstanz im Fachgebiet Slavische Literaturen und allgemeine Literaturwissenschaft.

Ihre Forschungsgebiete umfassen Rhetorik (Zerstörung der Schönen Rede, 1997), Memoria (Gedächtnis und Literatur. Intertextualität in der russischen Moderne, 1980), Phantastik (Erzählte Phantastik. Zu Phantasiegeschichte und Semantik phantastischer Texte, 2002). Derzeit arbeitet sie insbesondere zu einer Poetik der Lagerliteratur. Prof. em. Dr. Lachmann ist Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und der Academia Europaea. Sie hatte bereits Gastprofessuren in Yale, Chicago, Irvine, Jerusalem, Prag, Stockholm, Moskau inne.

Während ihrer Kurzzeit-Gastdozentur bietet sie für die Promovierenden des Graduiertenkollegs vom 5. bis 6. Juli 2018 einen Workshop zum Thema »Vorfreudianische Traumkonzepte und ihre literarische Umsetzung« an. Ihr öffentlicher Vortrag am 10. Juli 2017 um 18 Uhr im Rahmen der Ringvorlesung »Europäische Traumkulturen. Theorien, Methoden, Analysen« behandelt das Thema »Struktur und Semantik des Traums in literarischen Texten«.

 

Arbeitsgruppe

wöchentlich 2h, jeweils dienstags oder mittwochs

Leitung: Dr. Mauro Fosco Bertola

 

Die Arbeitsgruppe wird im Sommersemester 2018 der neuen DoktorandInnenkohorte die Möglichkeit geben, sich in die Forschungsschwerpunkte des Kollegs einzuarbeiten. Inhaltlich lehnt sich die Arbeitsgruppe an die Ringvorlesung »Europäische Traumkulturen: Theorien, Methoden, Analysen« an: Zusammen mit den jeweiligen Vortragenden bei der Ringvorlesung werden in der Arbeitsgruppe ausgewählte Texte gemeinsam diskutiert und vertieft, die auf das Thema Traum aus unterschiedlichen theoretischen, methodologischen wie medialen Perspektiven eingehen. Zusätzlich wird auch das bewährte Format der Vorstellung der Promotionsprojekte der neuen DoktorandInnen in drei Blocksitzungen wieder aufgegriffen.

 

 

AUSBLICK

 

Anschubförderung

 

Zwei der zehn KollegiatInnen der ersten Kohorte, die ihre Dissertation innerhalb der vorgesehenen drei Jahre eingereicht haben, haben jeweils eine Stelle im Rahmen der Anschubförderung des Graduiertenkollegs erhalten. Ziel der Anschubförderung ist es, vielversprechende NachwuchswissenschaftlerInnen zu ermutigen, im Wissenschaftssystem zu verbleiben. Auf Grundlage ihrer exzellenten Bewerbungen konnten Kristina Höfer und Christian Quintes für die Anschubförderung gewonnen werden. Während sich Frau Höfer ab Mai für zwölf Monate einem Projekt zum Thema »Dinge in Bewegung. Zur Poetik der Dinge in literarischen Migrations-, Flucht- und Exilerzählungen« widmet, wird sich Herr Quintes mit »Sterben und Tod in der Romantik« auseinandersetzen.

 

Mercator Fellow 2018

Prof. Dr. Barbara Hahn

 

Prof. Dr. Barbara Hahn von der Vanderbilt University (Nashville, Tennessee) wird von Ende Oktober bis Dezember 2018 als Gastprofessorin (Mercator Fellow) am Graduiertenkolleg tätig sein. Barbara Hahn forscht zu den Themen Traum und Literatur, Traum und Gewalt, Traum und Trauma, Traum und Politik sowie Traum und Holocaust. Weitere Forschungsschwerpunkte liegen auf den Gebieten der deutschen Literaturgeschichte, der Kritischen Theorie, weiblicher Autorschaft sowie der Geschichte der Intellektuellen. Als Gastprofessorin wird sie am Graduiertenkolleg »Europäische Traumkulturen« einen Workshop für DoktorandInnen zum Thema „Traumtheorien im 20. Jahrhundert“ sowie zu Traumbüchern/Traumanthologien anbieten und in einem Abendvortrag am 25. Oktober 2018 über die Gattung der Traumbücher referieren.

 

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Saarbrücken, im Februar 2018

 

Das Graduiertenkolleg »Europäische Traumkulturen« wird am 1. April 2018 bereits drei Jahre alt. Die erste Generation der fest angestellten Doktorandinnen und Doktoranden beendet damit ihre Arbeit im Kolleg. Am Abschluss dieser ersten Kollegphase stehen zwei Veranstaltungen, die Höhepunkte der gemeinsamen Arbeit darstellen: Den Doktorandinnen Agnes Karpinski, Janina Klein und Kristin Schneider ist es gelungen, umfangreiche Sponsorengelder zur Finanzierung einer Ausstellung zum Thema »Schlafes Bruder – Traum und Tod in zeitgenössischer Kunst« einzuwerben. Die von ihnen kuratierte Ausstellung wird vom 9. März bis zum 28. April 2018 im Hauberrisser Saal des Rathauses Saarbrücken zu sehen sein. An das Thema der Ausstellung schließt die vom 21. bis 23. März 2018 durchgeführte Internationale Abschlusstagung der ersten Kollegphase an. Unter dem Titel »Träume von Geburt und Tod. Traumdarstellungen körperlicher Grenzerfahrungen in Literatur, bildender Kunst, Musik und Film« kommen WissenschaftlerInnen aus dem In- und Ausland im Graduate Centre der Universität des Saarlandes zusammen, um ihre Forschungsergebnisse gemeinsam mit uns zu diskutieren. Zu beiden Veranstaltung wird herzlich eingeladen.

 

VERANSTALTUNGSHINWEISE

 

»Schlafes Bruder – Traum und Tod in zeitgenössischer Kunst«

 

Ausstellungsdauer: 9.März– 28. April 2018

Ausstellungsort: Hauberrisser Saal, Rathaus Saarbrücken

 

In der griechischen Mythologie treten der Gott des Schlafes und der Gott des Todes als Brüder auf. Die antike Vorstellung einer Wesensverwandtschaft der Phänomene Schlaf, Traum und Tod setzt sich auch heute in den Berichten von Träumenden und Menschen mit Nahtoderfahrungen fort. Letztere erzählen von einer veränderten Körperwahrnehmung, von Lichterscheinungen und Szenen der eigenen Vergangenheit. Ebenso rätselhafte, flüchtige Bilder, die beim Aufwachen schwer in Worte zu fassen sind, begegnen uns im allnächtlichen Traum. Auch den Kontrollverlust, das Schwinden unseres Bewusstseins, das die Instabilität unserer Existenz bezeugt, spüren wir jeden Abend beim Einschlafen. Sowohl Traum als auch Tod sind nicht bewusst erfahrbar, sondern stellen blinde Flecken unserer Wahrnehmung dar. Aus dieser Abwesenheit erwachsen das ästhetische Potential und die seit Jahrhunderten ungebrochene Faszination der Künstler für beide Phänomene.

Die Ausstellung »Schlafes Bruder« zeigt ausgewählte Werke zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler, die den verborgenen Welten von Traum und Tod ästhetisch nachspüren. Mit Arbeiten von Gregor Gaida, Ben Goossens, Elke Härtel, Anna Klüssendorf, Christof Mascher, Simon Schubert und Martin Spengler sind Positionen aus u. a. der Malerei, Zeichnung und Bildhauerei vertreten, die (alp)traumhafte Metamorphosen, surreale Todes(t)räume und geheimnisvoll irritierende Körperbilder zeigen.

Das Graduiertenkolleg »Europäische Traumkulturen« präsentiert »Schlafes Bruder« in Kooperation mit der Landeshauptstadt Saarbrücken. Kuratiert wird die Ausstellung von den Doktorandinnen des Graduiertenkollegs, Agnes Karpinski, Janina Klein und Kristin Schneider.

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.

Parallel ist in der Stadtgalerie die Ausstellung »Das letzte Bild - Ansichten vom Tod in der zeitgenössischen Kunst« (09.02.-29.4.2018) zu sehen.

 

 

TAGUNGSANKÜNDIGUNG

Internationale Tagung »Träume von Geburt und Tod. Traumdarstellungen körperlicher Grenzerfahrungen in Literatur, bildender Kunst, Musik und Film«

 

21.–23. März 2018 an der Universität des Saarlandes, Campus C9 3 (Graduate Centre)

 

Mit 22 Vorträgen und einer Keynote von Prof. Dr. John Deathridge (King’s College London):

Wagnertraum(a): 421 recorded dreams of a composer from Germany

 

Sterben und Geborenwerden liegen an bzw. jenseits der Grenzen des Lebens. Damit kommen sie stets entweder zu früh oder zu spät, um als authentische eigene Erfahrung mitgeteilt werden zu können. Hingegen können Träume als Fiktionen, Imaginationen oder Inszenierungen ästhetische Erfahrungsräume für diese extremen körperlichen Übergänge eröffnen.

Das Rätselhafte des Traums, seine Missachtung der physikalischen Gesetze von Zeit und Raum sowie kultureller Modelle der Identität, Kohärenz und Logik werden in Träumen vom Lebensanfang und -ende potenziert. Dabei fordert die Darstellung solcher Traumerlebnisse die künstlerische Gestaltung in besonderem Maße heraus: Traumerinnerungen und Traumerzählungen sollen Wege und Ausdrucksmöglichkeiten finden, um das Abwesende, Unvorstellbare zu vergegenwärtigen und zu vermitteln. Von der klassischen Antike bis in die Gegenwart hinein finden sich daher unzählige Träume in Literatur, Kunst, Musik, Theater und Film, bei denen die Erfahrung von den Grenzen des Lebens im Mittelpunkt steht.

Das Ziel einer Literatur- sowie Kultur- und Mediengeschichte des Traums im Blick, widmet das Saarbrücker Graduiertenkolleg »Europäische Traumkulturen« eine internationale Tagung dem überzeitlichen Phänomen des geträumten Geborenwerdens und Sterbens, seinen Wissensdiskursen und künstlerischen Realisierungen.

 

Die Tagung findet vom 21. bis 23. März 2018 an der Universität des Saarlandes statt. Tagungssprachen sind Deutsch, Englisch und Französisch. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich willkommen. Um Anmeldung wird bis zum 1. März 2018 gebeten (traumkulturen(at)uni-saarland.de).

Weitere Informationen zur Tagung finden Sie hier.

 

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Saarbrücken, im September 2017

 

Im Wintersemester 2017/18 startet das Graduiertenkolleg »Europäische Traumkulturen« mit einer Lesung und einem Vortrag des Georg-Büchner-Preisträgers 2016 Marcel Beyer im Saarländischen Künstlerhaus. Für die DoktorandInnen der ersten Kohorte ist das Wintersemester zugleich die Abschlussphase der Promotion und somit das letzte Semester der intensiven Arbeit im Kolleg und an der Dissertation. Auf große Resonanz ist die Ausschreibung der Internationalen Tagung »Träume von Geburt und Tod. Traumdarstellungen körperlicher Grenzerfahrungen in Literatur, bildender Kunst, Theater, Musik und Film« gestoßen, die im März 2018 stattfindet und internationale TraumforscherInnen zum regen Austausch aktueller Forschungsergebnisse zusammenbringt.

 

 

RÜCKBLICK

 

 

Kulturprojekte

 

Im Sommersemester 2017 konnten drei Kulturprojekte der DoktorandInnen des Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen« realisiert werden.

 

Den Auftakt machte die feierliche Eröffnung der Ausstellung »Caspar Walter Rauhs Traumwelten. Druckgraphik im fantastischen Realismus« in der Saarländischen Universitäts- und Landesbibliothek mit einem Eröffnungsvortrag von Prof. Dr. Hans-Walter Schmidt-Hannisa und der Vorstellung des Ausstellungkatalogs »Sich träumend über die Misere zu erheben«. Das druckgraphische Werk von Caspar Walter Rauh.

Auf große öffentliche Resonanz stieß die dreiteilige Filmreihe »Traumschau« im Kino achteinhalb. Die drei selten gezeigten Filme von Andrei Tarkowski, Jan Švankmajer und Federico Fellini wurden mit kurzen Vorträgen von den DoktorandInnen eröffnet und regten zu lebhaften Diskussionen an.

Ebenfalls sehr gut besucht war die Lesung mit der Autorin Marica Bodrožić, die in der Buchhandlung St. Johann aus ihrem neuen Roman Das Wasser unserer Träume las. Die Lesung wurde vom SR2 Kulturradio für die Sendung »Literatur im Gespräch« aufgezeichnet. In einer ganztägigen Schreibwerkstatt mit der Autorin konnten DoktorandInnen der Universität des Saarlandes ihr schriftstellerisches und künstlerisches Talent anhand des zentralen Themas »Träume« erproben.

 

 

Arbeitsgruppe

 

Die Arbeitsgruppe hat unter der Leitung von Jun.-Prof. Dr. Amalia Barboza und Dr. Mauro Fosco Bertola ihre Arbeit erfolgreich fortgesetzt. Neben den Präsentationen der Dissertationsprojekte der DoktorandInnen stand das Thema »Traum und Utopie« im Mittelpunkt.

 

 

 

VERANSTALTUNGSHINWEISE

 

 

Lesung und Vortrag von Marcel Beyer

4. Oktober 2017 um 20 Uhr, Saarländisches Künstlerhaus, Karlstr. 1, 66111 Saarbrücken

 

Das Graduiertenkolleg »Europäische Traumkulturen« veranstaltet am 4. Oktober 2017 in Kooperation mit dem Saarländischen Künstlerhaus, dem Institut Pierre Werner (Luxemburg) und dem SR2 Kulturradio eine Lesung mit dem Georg-Büchner-Preisträger 2016 Marcel Beyer. Marcel Beyer hält exklusiv einen Vortrag zum Thema »Traum und Literatur« und liest aus Das blindgeweinte Jahrhundert. Bild und Ton (2017), seinen neu erschienenen literarischen Erkundungen.

 

Das blindgeweinte Jahrhundert schreibt keine Geschichte der Tränen, liest sich aber – initiiert von Marcel Beyers Besuch am Grab Rainer Maria Rilkes – als »Buch der Tränen«, in dem der Autor exemplarisch die Darstellung, Beschreibung, Inszenierung und Bewertung des Weinens als kulturellen und öffentlichen Akt vor allem im zwanzigsten Jahrhundert verfolgt. Er wirft einen Blick auf unterschiedliche Personen aus Geschichte, Politik, Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft. (Mediale) Darstellungen des sogenannten »Busen-Attentates« auf Theodor W. Adorno, des Besuchs Helmut Kohls an Rilkes Grab oder des Falls Dominique Strauss-Kahn, aber auch die Heintje-Rezeption in der BRD werden im ursprünglich als Frankfurter Poetik Vorlesung angelegten Buch einer ebenso kritischen Betrachtung unterworfen wie Beyers eigenes Verhältnis zum Schreiben – für Beyer ganz klar »die beste Weise, der Welt Herr zu werden«. Immer wieder greift Beyer auf den Traum zurück, auf Traumnotate Theodor W. Adornos, Georges Perecs und Michel Leiris’, aber auch auf einen eigenen Traum, in dem er das Libretto für eine Oper von Friedrich Kittler schreibt.

 

Auf sein (künstlerisches) Verhältnis zum Traum und dessen besondere Bedeutung für den Schriftsteller wird Marcel Beyer in einem eigens für das Graduiertenkolleg verfassten Vortrag eingehen.

 

Interessierte sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

 

 

GRK-Herbstworkshop 17.-18. Oktober 2017

Universität des Saarlandes, Campus C9 3, Graduate Centre

 

Auch der vierte interne Workshop des Graduiertenkollegs bietet Gelegenheit zum intensiven Austausch der Kollegmitglieder. Am 17. Oktober stehen Präsentationen der DoktorandInnen im Mittelpunkt, die ihre laufenden Promotionsprojekte zur Diskussion stellen. Am 18. Oktober präsentieren zwei DoktorandInnen des Graduiertenkollegs »Modell Romantik« der Friedrich-Schiller-Universität Jena ihre Promotionsprojekte. Am Nachmittag findet unter der Leitung von Dr. Mauro Fosco Bertola ein Kompaktseminar zum Thema »(T)RÄUME: Raumdarstellungen im Traum« statt, bei dem anhand von Text-, Film-, Bild- und Musikbeispielen das Verhältnis von Raum und Traum untersucht wird: Wie konstituieren sich Räume in Traumdarstellungen? Welchen Platz nimmt die Raumthematik in traumbezogenen Kunstwerken und in der philosophischen Reflexion über das Onirische ein? Und in welchem Zusammenhang stehen (T)Raumdarstellungen zur zeitlichen Dimension? Diese und ähnliche Fragen sollen im Rahmen des Kompaktseminars gemeinsam diskutiert und vertieft werden.

 

Das Programm zum Workshop finden Sie hier.

 

 

Gastvortrag

Prof. Dr. Gregor Weber (Universität Augsburg)

»Heiligkeit, Teufelszeug und Schlaflosigkeit. Träumende und deutende Mönche in der Spätantike«

14. November 2017 um 10:15 Uhr, Universität des Saarlandes, Campus B3 1, HS I (0.14)

 

Auch aus der Spätantike sind vielfach Träume und Visionen überliefert. Für die christliche Kirche war es freilich nicht einfach, eine einheitliche Position dazu einzunehmen, versuchten doch charismatische Personen, sich über Traumoffenbarungen zu legitimieren, bzw. war die Thematik stark im paganen Bereich verortet. Die Reaktionen von Theologen und Synoden reichten von faszinierter Zustimmung bis hin zu Misstrauen, Marginalisierung und Verbotsversuchen für Traumdeutung. Im Zentrum des Vortrags steht der monastische Kontext von Träumen und ihrer Deutung: Es wird das reiche Spektrum aufgezeigt, das sich in Viten, Mönchsgeschichten und Sentenzen findet. Demzufolge ging es weniger um Berichte individueller Traumerfahrungen und deren Ausdeutung, sondern der unterstellte dämonische Ursprung der Träume war zum festen Bestandteil der monastischen Askese geworden, und zwar im andauernden Kampf gegen alles, was den Mönch von einem »engelgleichen« Leben abhielt. Darüber hinaus wurde die Anwendung von Kriterien wichtig, die der Unterscheidung von Träumen nach ihrer Herkunft (von Gott? von den Dämonen bzw. vom Satan? aus der Seele des Menschen?) dienten. Diejenigen, die aufgrund ihrer Spiritualität dazu in der Lage waren, vermochten auf diese Weise ihre Autorität zusätzlich festigen. In diesem Zusammenhang erfolgt auch eine Auseinandersetzung mit dem agency-Konzept.

 

Der Gastvortrag ist eine Kooperation mit dem Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft (Prof. Dr. Manfred Engel).

 

Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen.

 

 

Arbeitsgruppe

14. November 2017 / 12. Dezember 2017 / 16. Januar 2018 / 30. Januar 2018 

Leitung:  Dr. Mauro Fosco Bertola

 

Im Wintersemester 2017/18 wird die Vorstellung der laufenden Promotionsprojekte mit Blick auf die Abgabe der Dissertationsschriften und den erfolgreichen Abschluss der Promotion im Jahr 2018 fortgesetzt.

 

 

Kurzzeitgastdozentur 2017

Dr. Mireille Berton (Université de Lausanne)

 

Dr. Mireille Berton wird vom 20. November bis 1. Dezember 2017 an der Universität des Saarlandes die Kurzzeitgastdozentur des Graduiertenkollegs übernehmen und einen Workshop zum Thema »Film and Dream Theory« anbieten. Ihre Forschungsinteressen umfassen die Beziehung zwischen Kino und »Geistes«wissenschaften, zwischen Medientechnologien und dem Imaginären sowie die Kulturgeschichte des Zuschauens. Aktuell forscht sie zu Spiritismus-Repräsentationen im Film und in TV- Serien und ist Mitglied im DFG-Netzwerk »Das nächtliche Selbst«.

 

Mehr Informationen zu Dr. Mireille Berton erhalten Sie hier.

 

 

Ausstellung »Schlafes Bruder«

9. Februar bis 29. April 2018, Stadtgalerie Saarbrücken und Rathaus St. Johann, Saarbrücken

 

Die Zerbrechlichkeit einer vermeintlich stabilen Realität tritt nicht nur durch die nächtliche Traumerfahrung zutage, sondern offenbart sich ebenso im Wissen um die Endlichkeit unserer Existenz. Der Tod wird in unserer Gesellschaft oftmals ausgeblendet und gehört als »Schlafes Bruder« dennoch untrennbar zu unserem Leben. Dabei vermag die Kunst Bilder für etwas zu finden, das die Verstorbenen uns nicht mitteilen können und das die Lebenden ihr Leben lang beschäftigt. Menschen mit Nahtoderfahrungen berichten etwa davon, Licht oder Wasser gesehen zu haben, aber auch andere Verstorbene oder Gegenstände. Der nächtliche Traum scheint dieser Erfahrung nicht unähnlich zu sein. Wir alle überlassen uns jede Nacht dem Werk unserer imaginativen Kräfte.

 

Das Graduiertenkolleg »Europäische Traumkulturen« (GRK 2021) der Universität des Saarlandes bringt in Kooperation mit der Stadtgalerie Saarbrücken und dem Rathaus Saarbrücken sieben junge zeitgenössische Kunstpositionen nach Saarbrücken. Unter dem Ausstellungstitel »Schlafes Bruder« werden an zwei Orten in Saarbrücken sieben KünstlerInnen ihre Werke zum Thema Traum und Tod präsentieren. Aktuelle Arbeiten von Ben Goossens und Simon Schubert werden in der Stadtgalerie Saarbrücken ausgestellt sein. Im Hauberrisser Saal des Rathauses St. Johann sind aktuelle Werke von Gregor Gaida, Elke Härtel, Anna Klüssendorf, Christof Mascher, Martin Spengler und Ben Goossens zu sehen. Gezeigt werden Kunstpositionen aus unterschiedlichen Bereichen der bildenden Künste wie Malerei, Bildhauerei, Video/Audioinstallation, Leuchtkästen, Wandteppich, Relief sowie eine begehbare Rauminstallation.

 

Die Vernissage findet am 9. März 2018 im Hauberrisser Saal des Rathauses Saarbrücken statt.

 

Zwei Werke der Ausstellung »Schlafes Bruder« – eine Rauminstallation von Simon Schubert und eine Videoinstallation von Ben Goossens – werden im Rahmen der Kooperation mit der Stadtgalerie Saarbrücken in der Ausstellung »Ansichten vom Tod« zu sehen sein. Die Vernissage in der Stadtgalerie findet bereits am 9. Februar 2018 statt. Kuratiert wird »Schlafes Bruder« von den Doktorandinnen des Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen« Agnes Karpinski, Janina Sara Klein und Kristin Schneider.

 

Vernissage

9. Februar 2018 um 19 Uhr in der Stadtgalerie Saarbrücken Sankt-Johanner-Markt 24, 66111 Saarbrücken

9. März 2018 um 19 Uhr im Rathaus St. Johann Saarbrücken, Hauberrisser Saal Interessierte sind herzlich eingeladen.

 

Öffnungszeiten Stadtgalerie: Di-Fr, 12-18 Uhr; Sa, So, Feiertag: 11-18 Uhr

Öffnungszeiten Hauberrisser Saal: werden noch bekannt gegeben

 

Eintritt frei

 

 

Internationale Tagung 2018

»Träume von Geburt und Tod. Traumdarstellungen körperlicher Grenzerfahrungen in Literatur, bildender Kunst, Theater, Musik und Film«

21.-23. März 2018, Universität des Saarlandes, Campus C9 3, Graduate Centre

 

Das rätselhafte anthropologische Phänomen des Träumens hat die europäischen Kulturen über alle Zeiten hinweg beschäftigt: Traumdarstellungen lassen sich in den künstlerischen Medien von der klassischen Antike bis in die Gegenwart hinein finden. In den erzählten, gemalten, vertonten oder inszenierten Träumen zeigen sich aber deutliche epochenspezifische Unterschiede hinsichtlich ihrer jeweiligen ästhetisch-formalen Ausgestaltung. Überzeitlich präsent ist dabei die Thematik, die im Zentrum der Tagung steht: der Übergang zwischen Leben und Nicht-Leben als existenzielle Grenzerfahrung, wie sie sich im Prozess des Gebärens / Geborenwerdens und des Sterbens vollzieht.

 

Das Ziel einer Literatur- sowie Kultur- und Mediengeschichte des Traums im Blick, widmet sich die internationale Tagung dem überzeitlichen Phänomen des geträumten Geborenwerdens und Sterbens, seinen Wissensdiskursen und künstlerischen Realisierungen.

 

 

 

AUSBLICK

 

 

Mercator Fellow 2018

 

Prof. Dr. Barbara Hahn von der Vanderbilt University (Nashville, Tennessee) wird im Jahr 2018 als Gastprofessorin (Mercator Fellow) am Graduiertenkolleg tätig sein. Barbara Hahn forscht zu den Themen Traum und Literatur, Traum und Gewalt, Traum und Trauma, Traum und Politik sowie Traum und Holocaust. Weitere Forschungsschwerpunkte liegen auf Deutscher Literaturgeschichte, der Kritischen Theorie, weiblicher Autorschaft sowie der Geschichte der Intellektuellen. Als Gastprofessorin wird sie am Graduiertenkolleg »Europäische Traumkulturen« einen Workshop für DoktorandInnen anbieten und mehrere Gastvorträge halten.

 

Mehr Informationen zu Prof. Dr. Barbara Hahn erhalten Sie hier.

 

 

Kurzzeitgastdozentur 2018

 

Für die Kurzzeitgastdozentur 2018 konnte Prof. em. Dr. Renate Lachmann (Slavistik, Universität Konstanz) gewonnen werden. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf den Themen Intertextualität und Memoria, Literatur der Phantastik und Rhetorik der Wissensdarstellung. Aktuell forscht sie zum Realismus und zum Problem des Undarstellbaren und hat mehrere Artikel zum Thema Traum, vor allem zur Traumdarstellung in Ivan Gončarovs Werk Oblomov, veröffentlicht.

 

Mehr Informationen zu Prof. em. Dr. Renate Lachmann erhalten Sie hier.

 

 

SONSTIGES

 

Stellenausschreibungen

 

In der Philosophischen Fakultät der Universität des Saarlandes – DFG-Graduiertenkolleg »Europäische Traumkulturen« (GRK 2021) – sind ab 1. April 2018 10 Stellen (65% der tariflichen Arbeitszeit) für Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen / Mitarbeiter (Doktorandinnen / Doktoranden) für die Dauer von 18 Monaten (ggf. Verlängerung um weitere 18 Monate) zu besetzen.

 

Nähere Informationen zur Ausschreibung und zum Bewerbungsverfahren erhalten Sie unter:

www.uni-saarland.de/campus/service-und-kultur/dienstleistungen-der-verwaltung/stellenausschreibungen/wissenschaftliches-personal.html

traumkulturen.de/beteiligte/stellenausschreibungen.html

 

Bewerbungen werden ausschließlich in elektronischer Form bis 20.11.2017 unter Angabe der Kennziffer W1243 erbeten an Prof. Dr. Christiane Solte-Gresser: traumkulturen@uni-saarland.de

 

 

Wenn Sie den Newsletter des Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen« nicht mehr abonnieren möchten, genügt eine kurze Nachricht an traumkulturen@uni-saarland.de

Saarbrücken, im April 2017

 

»Liebestraum(a) – Der Traum im europäischen Musiktheater des 21. Jahrhunderts«. Mit diesem Thema nimmt der Musikwissenschaftler Dr. Mauro Fosco Bertola ab April 2017 seine Arbeit als Postdoktorand im Graduiertenkolleg »Europäische Traumkulturen« auf und möchte so aus musikwissenschaftlicher Perspektive zur »kulturgeschichtlich orientierten Traumforschung in den Geisteswissenschaften« beitragen. Zusammen mit der ambivalenten Rolle der Liebesthematik nimmt das Spannungsverhältnis zwischen Traum und Trauma einen besonderen Platz in der zeitgenössischen Musiktheater-Produktion und damit auch in der Arbeit des neuen Kollegen ein.

 

 

RÜCKBLICK

 

3. GRK-Workshop

21.–22. Februar 2017, Robert Schuman Haus Trier

 

Auch der dritte interne Workshop des Graduiertenkollegs bot Gelegenheit zum intensiven Austausch der Kollegmitglieder. Am 21. Februar standen Präsentationen der DoktorandInnen im Mittelpunkt, die ihre laufenden Promotionsprojekte zur Diskussion stellten. Am 22. Februar fand unter der Leitung von Prof. Dr. Janett Reinstädler und Dr. des. Marlen Schneider ein Kompaktseminar zum Thema »Politische Träume(r)« statt, bei dem anhand von Text-, Film- und Bildbeispielen aus unterschiedlichsten kulturellen Kontexten die politische Dimension von Traumdarstellungen kritisch hinterfragt wurde. Insbesondere die Thematisierung und die Verarbeitung von Kriegstraumata standen dabei im Vordergrund, ebenso wie das Verhältnis von Traumerleben und Erinnerungsprozessen.

 

Das Programm zum Workshop finden Sie hier.

 

 

VERANSTALTUNGSHINWEISE

 

Ausstellung »Caspar Walter Rauhs Traumwelten – Druckgraphik im Phantastischen Realismus«

27. April bis 17. Juni 2017, Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek (SULB) Campus B1 1, 66123 Saarbrücken

Montag bis Freitag 9 bis 21 Uhr, Samstag 10 bis 15 Uhr, Eintritt frei

 

Im Rahmen der Ausstellungseröffnung am Donnerstag, den 27. April, um 17 Uhr, spricht unter anderen Prof. Dr. Hans-Walter Schmidt-Hannisa von der National University of Ireland, Galway.

 

Anmeldung zur Eröffnungsveranstaltung unter: sulb@sulb.uni-saarland.de

 

Die Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek und das DFG-Graduiertenkolleg »Europäische Traumkulturen« bringen nun erstmals Druckgraphiken des Phantastischen Realisten Caspar Walter Rauh ins Saarland. Träume inspirieren nicht nur die Surrealisten Anfang des 20. Jahrhunderts, sie bestimmen auch später im Phantastischen Realismus das künstlerische Schaffen. Diese Stilrichtung wird jedoch von den Schrecken des Zweiten Weltkriegs überschattet, weshalb in der Beschäftigung mit dem nächtlichen Erleben oft traumatische Kriegserfahrungen zum Ausdruck kommen. So auch im zwischen Traum und Alptraum changierenden graphischen und zeichnerischen Werk von Caspar Walter Rauh (1912-1983), einem wichtigen Vertreter des Phantastischen Realismus in Deutschland. »Sich träumend über die Misere zu erheben, sich eine eigene Welt zu bauen – einen Zaubergarten«, ist Rauhs Ziel. Mal düster, mal mit Augenzwinkern erträumt er bizarre Welten voller Mischwesen.

Die Ausstellung in der SULB zeigt Radierungen, Druckplatten und bibliophile Mappenwerke aus Privatbesitz und dem Nachlass sowie aus der Sammlung der Oberfrankenstiftung im Kunstmuseum Bayreuth. Sie ist eine Kooperation des DFG-Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen« (GRK 2021) mit der Saarländischen Universitäts- und Landesbibliothek und der National University of Ireland, Galway.

Die Ausstellung wurde kuratiert von Hannah Yasmine Chegwin, Myriam Gindorf, Janina Sara Klein und Julian Lucks.

 

Im Wehrhahn-Verlag erscheint begleitend zur Ausstellung ein Katalog, der an der Hallentheke der SULB oder in der Campus-Buchhandlung Bock & Seip erhältlich ist:

 

»Sich träumend über die Misere zu erheben«. Das druckgraphische Werk von Caspar Walter Rauh ISBN 978–3–86525–567–9

 

Das Plakat zur Ausstellung finden Sie hier.

 

 

Filmreihe »Traumschau«

24. Mai / 31. Mai / 7. Juni 2017, jeweils um 20 Uhr, kino achteinhalb, Nauwieserstr. 19, 66111 Saarbrücken

 

Der Regisseur Ingmar Bergman äußerte einmal, es gebe keine Kunstart, die den Traum so gut vermitteln könne wie der Film. Wenn es im Kino dunkel wird und wir »in ein Geschehen hineingezogen [werden] – da sind wir Teilnehmer in einem Traum. Und Träume herzustellen, das ist ein Fest«. Zu drei solchen Festen fernab der Alltagswahrnehmung lädt das DFG-Graduiertenkolleg »Europäische Traumkulturen« in Kooperation mit dem Saarbrücker »kino achteinhalb« ein. Vor jeder Filmvorstellung wird ein kurzer Einführungsvortrag gehalten.

 

24. Mai: Serkalo (dt. Der Spiegel, UdSSR 1974, R: Andrei Tarkowski, OmU)

»Worte können unsere Gefühle nicht ausdrücken. Sie sind schlaff«, sagt der sterbende Alexej ins Telefon. In zersplitterten Episoden spiegeln sich Facetten menschlichen Werdens und Vergehens ineinander, bis sich die Orientierung in Erinnerungs- und Traumbildern auflöst. Oft als Tarkowskis Meisterwerk betrachtet, ist Der Spiegel gleichzeitig sein rätselhaftester Film.

 

31. Mai: Něco z Alenky (dt. Etwas von Alice, CS/CH/UK/D 1988, R: Jan Švankmajer, OmU)

Durch eine kunstvoll-düstere Kombination aus Stop-Motion-Animation und Realfilm gelang die wohl eindrucksvollste Verfilmung der bekannten Erzählung über das Mädchen, das einem weißen Hasen durch bizarre Szenerien folgt. Neil Gaiman listet die zum Kultklassiker avancierte Alice-im-Wunderland-Adaption als einen seiner Lieblingsfilme, für die Brüder Quay ist der selbsternannte »militante Surrealist« Švankmajer ein Vorbild – und Hieronymus Bosch hätte sicher auch an seinen Alptraumgestalten Gefallen gefunden.

 

7. Juni: La voce della luna (dt. Die Stimme des Mondes, I 1990, R: Federico Fellini, OmU)

In Fellinis letztem Film versucht Salvini (Roberto Benigni) – als nie aus seiner Kindheit erwachter Träumer – die Stimme des Mondes zu verstehen, um endlich frei und sicher zu sein. Zusammen mit anderen Entrückten stolpert er durch das überbordende Getümmel einer Wirklichkeit, hinter deren Fassade seltsame Kräfte walten. Liebe und Sex, Leben und Tod, Schönes und Befremdliches, Neugier und Schrecken – alles zieht, zerrt, verschmilzt und macht tanzen.

 

 

Lesung und Schreibwerkstatt mit Marica Bodrožić

 

Lesung »Das Wasser unserer Träume«

1. Juni 2017 um 20 Uhr, Buchhandlung St. Johann, Kronenstr. 6, 66111 Saarbrücken

 

Marica Bodrožić liest aus ihrem aktuellen Roman Das Wasser unserer Träume (2016). Die Schriftstellerin wurde 1973 geboren, lebt seit 1983 in Deutschland und veröffentlicht seit 2002 Romane, Erzählungen, Gedichte und Essays. Für ihr literarisches und essayistisches Werk, in dem sich Zeitgeschichtliches, besonders die Nachkriegsjahre im ehemaligen Jugoslawien, mit sprachphilosophischen Überlegungen verbindet, wurde sie vielfach ausgezeichnet. Das Wasser unserer Träume ist ein gewaltiges Sprachkunstwerk, das um die beiden, in ihren Texten immer wiederkehrenden Themen Erinnerung und Identität kreist. Angelegt ist der Roman als andauernder Gedankenstrom, in dem sich alles um das Erwachen dreht: Ein Mann liegt nach einem Unfall im Koma und erlangt nach und nach das Bewusstsein – für seine aktuelle Situation, für sich selbst, sein früheres Leben und seine Beziehungen. Dabei verfügt er über die außergewöhnliche Gabe, nicht nur seine eigenen Gedanken, sondern auch diejenigen der Menschen in seinem Zimmer zu lesen. Ein Jahr lang übt er sich im Erwachen und spricht von dem, was er – wie in einem Traum – mit geschlossenen Augen sieht und wahrnimmt. Die Lesung findet in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Saar, der Buchhandlung St. Johann sowie dem SR2 Kulturradio statt und wird für die Sendung »Literatur im Gespräch« aufgezeichnet.

Moderation: Kristina Höfer

 

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

 

 

Schreibwerkstatt »Träume«

2. Juni 2017, 9-17 Uhr, Universität des Saarlandes (Raum wird nach Anmeldung bekannt gegeben)

 

Die Schriftstellerin Marica Bodrožić führt seit vielen Jahren auf Einladung von Goethe-Instituten und an Universitäten literarische Schreibwerkstätten durch. Durch die inhaltliche Fokussierung auf das Thema »Träume« soll die Schreibwerkstatt den DoktorandInnen des Graduiertenkollegs ermöglichen, neben ihrer wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem Träumen eine weitere Perspektive auf den Traum einzunehmen. Darüber hinaus werden im Workshop Praxis und grundlegende Kompetenzen des literarischen bzw. kreativen Schreibens vermittelt, sodass ausdrücklich auch interessierte DoktorandInnen anderer Fachrichtungen zur Teilnahme eingeladen sind. Der kreative Rahmen der Schreibwerkstatt ermöglicht den TeilnehmerInnen, (neue) Schreibfertigkeiten und -methoden zu entwickeln und auszuprobieren. Diese bewusste und reflektiert-kritische Auseinandersetzung mit der Sprache und dem Schreiben dient sowohl der Ausbildung literarischer als auch allgemeiner Schreibkompetenzen, die für jedes wissenschaftliche Arbeiten unentbehrlich sind. Die Schreibwerkstatt ist eine Kooperation mit dem Graduiertenprogramm GradUS der Universität des Saarlandes und für die TeilnehmerInnen kostenlos.

 

Anmeldung per E-Mail bis zum 15. Mai 2017 bei Dr. Gabriela Vojvoda: g.vojvoda@mx.uni-saarland.de

 

 

Gastvortrag

Prof. Dr. William P. Franke (Vanderbilt University)

»Traum-Epistemologie und religiöse Offenbarung in Dantes Vita Nuova«

13. Juni 2017 um 14 Uhr, Universität des Saarlandes, Campus C5 2, Raum 218.2

 

Es gibt einen unauflöslichen subjektiven Aspekt der religiösen Offenbarung, einen Aspekt der persönlichen Erfahrung und des religiösen Zeugnisses, der bei Dantes Beschreibung seiner Liebeserfahrung mit Beatrice in der Vita Nuova gut zum Vorschein kommt. Traum und Dichtung werden dadurch vom vermeintlich irreführenden Wahn zum Mittel einer höheren Erkenntnis des inneren Selbst und der Geheimnisse des Herzens, aber auch zur Offenbarung einer metaphysischen Welt, erhoben.

 

Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen.

 

 

Gastvortrag

Prof. Dr. Rainer Grübel (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg)

»Lyrik als Traum und Traum in der Lyrik bei Gennadij Ajgi«

28. Juni 2017 um 18 Uhr, Universität des Saarlandes, Campus C5 3, Raum 3.24

 

Die russische Sprache bezeichnet die Erscheinungen Schlaf und Traum mit ein und demselben Wort »son«. Daher erzeugt im Russischen jede Verwendung dieses Wortes Ambiguität. Dies gilt auch für die Gedichte, Wort-Installationen und lyrischen Performances des 2008 in Moskau verstorbenen russisch-tschuwaschischen Autors Gennadij Ajgi. In ihnen ist der Traum zudem in doppelter Weise auf die Lyrik bezogen: Einerseits ist er Thema von Gedichten, andererseits wird Lyrik selbst als Traum entworfen. Diese doppelte Perspektive verweist intertextuell auf ein berühmtes Traum-Gedicht des russischen Romantikers Michail Lermontow. Mit ihm hat Ajgi, Vorbild vieler russischer Lyriker der Gegenwart, in seinen Traum-Texten einen faszinierenden Dialog aufgenommen.

 

Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen.

 

 

Arbeitsgruppe

17. Mai 2017 / 1. Juni 2017 / 8. Juni 2017 / 28. Juni 2017 / 19. Juli 2017

Leitung: Jun.-Prof. Dr. Amalia Barboza und Dr. Mauro Fosco Bertola

 

Im Sommersemester 2017 werden die bereits bewährten Formate der Vorstellung der laufenden Promotionsprojekte sowie der thematisch fokussierten Blocksitzungen wieder aufgegriffen. Neben ausgewählten Texten zum Thema »Traum und Utopie« wird das Kunstprojekt »Syrian Dream Project« der Künstlerin Mey Seifan besprochen, die in der Arbeitsgruppe zu Gast sein wird, um über die Spezifizität des Wissenszugangs der Kunst zum Thema Traum diskutieren zu können.

 

 

Mercator Fellow 2017

Prof. Dr. Leah Kinberg (Tel Aviv University)

 

Prof. Dr. Leah Kinberg wird vom 1. Mai bis 30. Juni 2017 als Gastprofessorin im Graduiertenkolleg tätig sein und für die KollegiatInnen einen Workshop zum Thema »Dreams in Islam« anbieten. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf Träumen und Traumdeutung im Islam sowie auf Träumen in der arabisch-islamischen Kultur vor allem in der mittelalterlichen und der zeitgenössischen Literatur, in der Koran-Auslegung sowie im Bereich Islam und Gender. Leah Kinberg lehrt am Institut für Geschichte des Mittleren Ostens und Afrikastudien an der Universität in Tel Aviv.

 

Mehr Informationen zu Prof. Dr. Leah Kinberg erhalten Sie hier.

 

 

AUSBLICK

 

 

Kurzzeitgastdozentur 2017

 

Dr. Mireille Berton (Université de Lausanne) Dr. Mireille Berton wird vom 15. November bis 5. Dezember 2017 an der Universität des Saarlandes die Kurzzeitgastdozentur des Graduiertenkollegs übernehmen. Ihre Forschungsinteressen umfassen die Beziehung zwischen Kino und »Geistes«wissenschaften, zwischen Medientechnologien und dem Imaginären sowie die Kulturgeschichte des Zuschauens. Aktuell forscht sie zu Spiritismus-Repräsentationen im Film und in TV- Serien und ist Mitglied im DFG-Netzwerk »Das nächtliche Selbst«.

 

Mehr Informationen zu Dr. Mireille Berton erhalten Sie hier.

 

 

Herbstworkshop 2017

 

Vom 17. bis 18. Oktober 2017 findet der vierte interne GRK-Workshop an der Universität des Saarlandes statt.

 

 

SONSTIGES

 

Wenn Sie den Newsletter des Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen« nicht mehr abonnieren möchten, genügt eine kurze Nachricht an traumkulturen@uni-saarland.de

Saarbrücken, im Oktober 2016

 

„Geträumte Reise oder Traum auf Reisen? Über Traum und Wahn bei Gérard de Nerval“ und „Widerstreit der Stile: Traumdiskurs zwischen Naturalismus und Symbolismus in Literatur und Kunst“. Mit diesen Themen bereichern die neu assoziierten Doktorandinnen Angela Calderón Villarino (Französische Literaturwissenschaft) und Kristin Schneider (Vergleichende Literaturwissenschaft / Kunstgeschichte) seit Oktober 2016 das Graduiertenkolleg „Europäische Traumkulturen“. Assoziierte Doktorandinnen und Doktoranden sind den von der DFG finanzierten Promovierenden gleichgestellt. Damit können sie am Forschungs- und Qualifizierungsprogramm teilnehmen, von den bestehenden wissenschaftlichen und kulturellen Kontakten profitieren, sich individuell und umfassend beraten lassen und Reisekostenzuschüsse für die Teilnahmen an Fachkongressen oder Forschungsreisen ins Ausland erhalten.

 

 

RÜCKBLICK

 

Nachwuchstagung 2016: »Traum und Inspiration. Aktuelle Ansätze zu einem Topos in Kunst und Literatur«

5.–7. Oktober 2016, Graduate Centre, Universität des Saarlandes  

 

Vom 5. bis 7. Oktober fand die interdisziplinäre Nachwuchstagung „Traum und Inspiration. Aktuelle Ansätze zu einem Topos in Kunst und Literatur“ des Graduiertenkollegs „Europäische Traumkulturen“ an der Universität des Saarlandes statt. Insgesamt siebzehn Promovierende und Postdoktoranden aus Deutschland und dem europäischen Ausland stellten Beispiele aus der Kunst-, Literatur-, Medien- und Musikwissenschaft zur Diskussion. Das kreative Potential von Traumerfahrungen für die künstlerische Produktion vom ausgehenden Mittelalter bis zur Gegenwart wurde dabei ebenso in den Blick genommen, wie theoretische Positionen, die den Topos mitunter abwertend für regelfremde, phantastische Werke aufgriffen, zu anderen Zeiten aber auch für die Mythenbildung des Künstlergenies nutzbar machten. Für den Abendvortrag konnte Prof. Dr. Andrea Allerkamp (Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder) gewonnen werden, die mit ihrem Beitrag „Ähnlichkeiten entdecken. Für eine Minimalästhetik des Traums“ ausgehend von Paul Valéry die Debatten um einen ästhetik-philosophischen Ansatz bereicherte. Mit über fünfzig Teilnehmer_innen war die Veranstaltung erfreulich gut besucht und bot Gelegenheit zum internationalen und fächerübergreifenden Austausch.

 

 

VERANSTALTUNGSHINWEISE

 

Theaterperformance »Die Träume von uns« | Dokumentartheater der Zukunft

14. Dezember 2016 um 19.00 Uhr, Theater im Viertel, Saarbrücken  

 

Was, wenn die Zukunft schon stattfindet – in unseren Träumen? Was, wenn wir unsere Träume untereinander teilen? Was, wenn auf diese Weise eine Sammlung entsteht: von Träumen verschiedener Nationen, Berufsfel­der, von alten und jungen Visionären? Was, wenn diese Träume die Welt verändern?

Das Buch Traumprotokolle des Theaterlabels helfersyndrom macht einige dieser Träume zugänglich, und der Theaterabend Die Träume von uns liefert deren prophetisch-verknüpfende Interpretation: ein Abend auf dem Traumschiff Enterprise beim Einsatzflug über die Zukunftserde. Dabei begegnen wir neben interstellaren Ideen u.a. auch den Irrtümern der Anderen, Katzencontent, Konvertitenklauern, Treppenwitzen und den Yes Men from Underground. Und wir beantworten die ultimative Frage: Hat die Menschheit Zu­kunft? Und wenn ja, wie viele?

helfersyndrom sammelt Zukunftsahnungen, Nacht- und Tagträume in einer angeblich visionsfreien und alternativ­losen Gesellschaft und sucht darin nach Verknüpfungen und wiederkehrenden Mustern. Von und mit helfersyndrom (Steffen & Lars Popp, Rahel Seitz, Jörg Thums und vielen MitträumerInnen).

Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen. Der Eintritt ist frei.    

 

Gastvortrag

Prof. Dr. Petra Gehring (Technische Universität Darmstadt)

»Träumen und Wachen im Schlaflabor - über Lucid Dreaming«

12. Januar 2017 um 18 Uhr, Universität des Saarlandes, Campus C5 3, Raum 3.24              

 

Die Schlaflaborforschung richtet ihre Aufmerksamkeit verstärkt auf das sogenannte »Klarträumen« (Lucid Dreaming). Lässt sich in den Traumzustand eine Art Wachwissen ums Träumen einführen? Können Träumende womöglich aus dem Traum heraus ›als wach‹ kommunizieren, also Signale z.B. an Versuchsleiter senden? Der Vortrag stellt das Phänomen des Lucid Dreaming vor, betrachtet aber auch die Forschung, der das Stichwort entstammt, denn beides gehört eng zusammen: Die verschachtelte Realität des Lucid Dreaming ist innerhalb der und für die Forschung ein hoch funktionales Konstrukt, wenn nicht ein Artefakt, so die im Vortrag vertretene These. Und in erster Linie löst das Phänomen Schwierigkeiten der empirischen Laborforschung, also ein epistemisches Problem.

Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen.

 

Gastvortrag

Prof. Dr. Roland Spiller (Goethe-Universität Frankfurt) »›…quel giorno più non vi leggemmo avante‹. Traum, Empathie und Immersion: Borges liest Dante«

25. Januar 2017 um 18 Uhr, Universität des Saarlandes, Campus C5 3, Raum 3.24  

 

Es gibt vielfältige Formen und Funktionen der Einfühlung und der Immersion in literarische Texte und Kunstwerke. Wie aber wird vermittelt, was den Leser/die Leserin oder Betrachter/in fesselt, fasziniert oder auch abstößt? Träume sind ein effizientes und facettenreiches Mittel des Eintauchens in die fiktionale Welt. Bezogen auf die ästhetische Illusion der onirischen Immersion finden sich im literarischen Werk Jorge Luis Borges' zahlreiche Varianten. Seine Dantelektüren, insbesondere die der Divina Commedia, sowie ausgewählte Traumfiktionen werden daraufhin revidiert.

Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen.

 

Gastvortrag

Dr. Jesse Keskiaho (Universität Helsinki) »Theories of dreams in the early middle ages«

9. Februar 2017 um 18 Uhr, Universität des Saarlandes, Campus C5 3, Raum 3.24      

 

Dr. Jesse Keskiaho ist zurzeit der beste Kenner der traumtheoretischen Literatur der Spätantike und des frühen Mittelalters. Neben seiner Monographie zu »Dreams and Visions in the Early Middle Ages. The Reception and Use of Patristic Ideas, 400–900« (Cambridge 2015), verfasste er eine Vielzahl weiterer traumbezogener Aufsätze. In diesen setzt er sich sowohl mit zeitgenössischen Traumtheorien auseinander als auch mit deren Verarbeitung in Texten verschiedener literarischer Gattungen. Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen.

 

Arbeitsgruppe

27. Oktober 2016 / 24. November 2016 / 15. Dezember 2016 / 13. Januar 2017 / 26. Januar 2017  / 9. Februar 2017 jeweils 10–12 oder 10–14 Uhr  

Leitung: Dr. des. Marlen Schneider    

 

Im Wintersemester 2016/2017 werden die bereits bewährten Formate der Vorstellung der laufenden Promotionsprojekte sowie der thematisch fokussierten Blocksitzungen wieder aufgegriffen. Zu den Blocksitzungen, die Traumdiskurse und -darstellungen in bestimmten historischen und kulturellen Kontexten in den Blick nehmen sollen, werden WissenschaftlerInnen des Graduiertenkollegs zum gemeinsamen Gespräch eingeladen, um die Diskussionen mit ihrer Expertise zu bereichern. Auch die Gelegenheit des intensiven Austauschs mit einer Gastreferentin wird geboten: Frau Prof. Dr. Petra Gehring wird mit den KollegiatInnen zum Thema »Klarträume« diskutieren.

 

 

AUSBLICK

 

Kurzzeitgastdozentur 2016

Apl. Prof. Dr. Michael Schredl (Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim)

 

Apl. Prof. Dr. Michael Schredl (Psychologie) wird vom 14. bis 25. November 2016 an der Universität des Saarlandes die Kurzzeitgastdozentur des Graduiertenkollegs übernehmen. Er arbeitet seit 1990 im Bereich der Traumforschung. Seine Forschungsschwerpunkte sind Traumerinnerung, Einfluss von Wachleben auf Trauminhalte, Effekt von Träumen auf das Wachleben, Alpträume und Klarträume. Er lehrt als apl. Professor an der Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Mannheim. Zudem ist er Mitherausgeber der open access Zeitschrift »International Journal of Dream Research«.

Bereits am 3. November 2016 statten die KollegiatInnen dem Schlaflabor des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI Mannheim), das Michael Schredl seit 2002 wissenschaftlich leitet, einen Besuch ab und erfahren mehr über die Erforschung des Träumens als psychisches Erleben im Schlaf.

Im Rahmen der Kurzzeitgastdozentur bietet Michael Schredl vom 22. bis 23. November 2016 zudem einen Workshop für die KollegiatInnen des Graduiertenkollegs zum Thema »Empirische Traumforschung« an, in dem es eine Einführung in die aktuelle psychologische Traumforschung geben wird. Durch gemeinsame Lektüre verschiedener Studien sollen neben methodischen Grundlagen auch Einblicke in bestimmte Fragestellungen und Traum-Phänomene vermittelt werden, wie etwa den Zusammenhang von Traum und Kreativität, Alpträume bei Kindern, Klarträume oder das Verhältnis von Wach- und Traumbewusstsein.

Mehr Informationen zu apl. Prof. Dr. Michael Schredl erhalten Sie hier.

 

Austausch mit dem Graduiertenkolleg »Modell Romantik. Variation · Reichweite · Aktualität« der Universität Jena  

 

Christian Quintes, Doktorand des Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen«, reist vom 19. bis 22. Oktober 2016 an die Friedrich-Schiller-Universität Jena, um im Graduiertenkolleg »Modell Romantik. Variation · Reichweite · Aktualität« einen Vortrag über sein Dissertationsthema mit dem Titel »Der Traum in erzählerischen Texten der deutschsprachigen Romantik« zu halten. Christian Quintes wird sich mit weiteren Mitgliedern des Kollegs in der sogenannten Graduiertenwerkstatt vor Ort austauschen, um von deren Expertise zu profitieren. Das Jenaer Graduiertenkolleg untersucht die Rezeption und Wirkung der Romantik in verschiedenen kulturellen und nationalen Kontexten, aber auch in und an den Schnittstellen diverser gesellschaftlicher und epistemischer Bereiche (nähere Informationen erhalten Sie hier).

Die Kooperation zwischen den beiden Graduiertenkollegs wird im kommenden Jahr durch den Forschungsaufenthalt zweier DoktorandInnen aus Jena an der Universität des Saarlandes fortgeführt.

 

3. Workshop des Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen«

21.-22. Februar 2017 / Robert Schuman Haus in Trier  

 

Der 3. Workshop des Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen« findet vom 21. bis 22. Februar 2017 im Robert Schuman Haus in Trier statt. Dort werden sich die Mitglieder des Kollegs interdisziplinär mit aktuellen Fragen der Traumforschung beschäftigen. DoktorandInnen des Graduiertenkollegs stellen ihre laufenden Promotionsprojekte zur Diskussion.

 

 

SONSTIGES

 

Stellenausschreibung Post-Doc

Im Graduiertenkolleg »Europäische Traumkulturen« ist zum 1. April 2017 die Stelle einer Wissenschaftlichen Mitarbeiterin/eines wissenschaftlichen Mitarbeiters als Post-Doktorand/in im Umfang von 100% der tariflichen Arbeitszeit, befristet für die Dauer von 2 Jahren, zu besetzen.   Den vollständigen Ausschreibungstext finden Sie ab dem 3. November 2016 unter: traumkulturen.de/beteiligte/stellenausschreibungen.

 

Saarbrücken, im April 2016

 

Das Graduierten­kolleg »Europäische Traum­kulturen« hat vor einem Jahr seine Türen ge­öffnet. Seit­dem setzen sich die KollegiatInnen in­tensiv mit der Kultur- und Wissens­geschichte sowie der Poetik und Ästhetik des Traums aus­einander. Doch in welche Be­reiche der Träume tauchen die KollegiatInnen in ihren Forschungen genau ab? Seit Anfang März be­steht die Möglich­keit, nicht nur die KollegiatInnen, son­dern alle Mit­glieder des Graduierten­kollegs und ihre Forschungs­profile auf der neuen Web­seite näher kennen­zu­lernen. Zu fin­den sind die »Träumenden« hier. Auch das Lexikon »Traum­kultur« ist nun auf der Web­seite des Kollegs zu finden. Die Mit­glieder des Kollegs werden dort nach und nach traum­spezifische Lexikon­artikel ein­stellen, die sich mit einzelnen traum­theo­retischen Tex­ten, Traum­dichtungen, Traum­typen und Traum­kunst­werken in anderen Medien be­schäftigen. In dem dazu­gehörigen Blog können Traum- und Kultur­interessierte die Lexikon­ein­träge kommen­tieren. Es kann sich also durch­aus loh­nen, einmal im Lexikon »Traumkultur« zu stöbern, und sich über ver­schiedene Traum­epochen und Werke zu informieren.

 

 

RÜCKBLICK

 

Durs Grünbein im Saarländischen Künstlerhaus

 

Selten sah man das Saar­ländische Künstler­haus in Saar­brücken so voll­besetzt wie am 2. März 2016. An­lass war eine Le­sung des Lyrikers und Essayisten Durs Grünbein, die von den DoktorandInnen des Graduierten­kollegs »Euro­päische Traum­kulturen« ver­anstaltet wurde. Die Le­sung war die erste in einer Reihe von Kultur­ver­anstaltungen, die die Promo­vierenden neben ihrer wissen­schaftlichen Ar­beit organisieren. Grünbein, einer der be­deutendsten deutschen Gegen­warts­schrift­steller, las aus seinem jüngst er­schienenen Buch Die Jahre im Zoo (Suhrkamp, 2015), das programmatisch mit einem kind­lichen Alp­traum beginnt. Darin werden Kind­heits­erinnerungen des 1962 in Dresden ge­borenen Dichters mit vielen anderen Ge­schichten, die mit den Orten dieser Kind­heit – Dres­den selbst und der Reform­siedlung Hellerau, wo Grünbein auf­wuchs – ver­bunden sind, zu einem großen »Kaleidos­kop« (so der Unter­titel des Buchs) ver­woben. Außer­dem hielt Grün­bein einen eigens auf An­frage des Graduierten­kollegs ver­fassten Vor­trag über das Ver­hält­nis von Poesie und Traum, unter dem Titel Das Reservoir der Träume – eine sehr dichte Reflexion auf das poetische Potenzial des Traums, die Grünbein selbst dahin­gehend kommen­tierte: er habe we­niger einen Auf­satz oder Essay über das Träumen schrei­ben wollen als eine Art »Liturgie« – »aber eine analytische«. Der rund­um ge­lungene Abend macht neu­gierig auf zu­künftige Ver­anstaltungen des Kollegs.

 

Der Vor­trag wird dem­nächst zu­sam­men mit einem weiteren Text des Autors vom Graduierten­kolleg in einem kleinen Buch ver­öffentlicht. 

 

 

VERANSTALTUNGSHINWEISE

 

2. Workshop des Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen«

13.–14. April 2016, Universität des Saarlandes, Campus C9 3 – Graduate Centre

 

Auch der zweite, interne Workshop des Graduiertenkollegs soll eine Gelegenheit des intensiven Austauschs der Kollegmitglieder untereinander sowie mit externen Gästen bieten. Am 13. April stehen Präsentationen der DoktorandInnen im Mittelpunkt, die ihre laufenden Promotionsprojekte zur Diskussion stellen. Für den öffentlichen Abendvortrag konnte Professor Hans-Walter Schmidt-Hannisa (National University of Ireland, Galway) gewonnen werden, der Einblicke in das weite Feld »Traum und Lyrik« geben wird (Ankündigung Gastvortrag siehe unten).

Am 14. April ist unter der Leitung von Professor Schmidt-Hannisa ein Kompaktseminar zum Thema »Alptraum« geplant, welches das interdisziplinäre Gespräch und die Arbeit am konkreten Forschungsgegenstand befördern soll. Dazu werden nach einer Einführung ins Thema zunächst Kleingruppen gebildet, die sich jeweils mit einem Werk aus Literatur, bildender Kunst oder Film auseinandersetzen und das Alptraummotiv anhand des jeweiligen Beispiels diskutieren. Eine anschließende Vorstellung der erarbeiteten Analysen und eine gemeinsame Diskussion aller TeilnehmerInnen schließen den Workshop ab.

 

Das Programm zum Workshop finden Sie hier. 

 

 

Gastvortrag

Prof. Dr. Hans-Walter Schmidt-Hannisa (Universität of Ireland, Galway)

»Traum und Lyrik«

13. April 2016 um 18 Uhr, Universität des Saarlandes, Campus C9 3 – Graduate Centre

 

Lyrik ist, wie der Traum, Verdichtung. Anhand von Textbeispielen aus dem 18., 19. und 20. Jahrhundert untersucht der Vortrag die Affinität von Poesie und Traum und schlägt dabei einen Bogen vom Dichten im Traum über den Traum als Motiv in höchst unterschiedlichen lyrischen Texten bis hin zu Poetologien, die Dichtung als eine Art von Traumsprache verstehen, nämlich als Versuch das »Wort in den Traumzustand« zu versetzen (Durs Grünbein).

 

Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen.

 

 

Theateraufführung Luzid von Rafael Spregelburd

Premiere am Mittwoch, 11. Mai 2016, 19.30 Uhr, Theater im Viertel (Saarbrücken)

Weitere Aufführungen im Theater im Viertel am 12. und 13. Mai 2016 um jeweils 19.30 Uhr

 

THUNIS, die deutschsprachige Theatergruppe der Universität des Saarlandes, führt in Zusammenarbeit mit dem Graduiertenkolleg »Europäische Traumkulturen« (Projektverantwortliche: Kristina Höfer und Carolin Buchheit) am 11., 12. und 13. Mai 2016 das Theaterstück Luzid des argentinischen Dramatikers Rafael Spregelburd im Theater im Viertel auf. Bei den Theaterabenden handelt es sich um die zweite Veranstaltung aus der Reihe zum Traum als kultureller Praxis, die von den DoktorandInnen des Kollegs organisiert wird.

In Luzid wird der Klartraum oder luzide Traum, in dem sich der Träumer des Traumzustandes und seiner eigenen Interventionsmöglichkeiten bewusst ist, in seiner Funktion als therapeutische Methode der Traumabewältigung betrachtet. Stehen sich zu Beginn des Stücks harmonische Klarträume und eine alptraumhafte Wirklichkeit gegenüber, nähern sich Traum und Wirklichkeit im Laufe der Handlung immer weiter an. Sie beeinflussen und durchdringen sich gegenseitig, bis sie kaum noch voneinander zu unterscheiden sind. In mehrerlei Hinsicht bewegt sich Luzid immer auf der Grenze – nicht nur zwischen Traum und Wirklichkeit, sondern auch zwischen Komödie und Tragödie, Krimi und Melodram. Das Handlungsgerüst erweist sich als Schachtel mit mehreren versteckten Böden. Immer wieder werden die Zuschauer in die Irre geführt, müssen bereits getroffene Annahmen revidieren und letztendlich die entscheidenden Fragen beantworten: Was ist Traum und was Wirklichkeit? Wer überhaupt ist Träumender und wer Geträumter?

 

Regie führen Benedikt Gillenberg und Gesa Oetting. Es spielen Joan Marlee Moyat, Constanze Strähnz, Gregor Arnzt und Frank Wagner.

Eintritt: 6 Euro Regulär und 4 Euro Ermäßigt.

 

 

Abendvortrag des Mercator-Fellows

Deirdre Barrett, Ph.D (Harvard Medical School, Boston, USA)

»Sleep-talking«

12. Mai 2016 um 18 Uhr, Universität des Saarlandes, Campus C9 3 – Graduate Centre

 

Während des Schlafens zu sprechen ist ein gängiges Verhalten in der Kindheit und betrifft 14% der Bevölkerung. Das gelegentliche Sprechen tritt bei ungefähr 22–60% auf. 1–5% der Erwachsenen sprechen regelmäßig während des Schlafens, die Zahl der gelegentlichen Erzähler liegt bei 20–60%. Über die klinischen Zusammenhänge und die Vererbbarkeit dieses Phänomens ist einiges bekannt. Dennoch wurde das Sprechen im Schlaf bisher noch nicht in allen Einzelheiten untersucht. Der Vortrag widmet sich deshalb der Analyse von Unterschieden zwischen Mitschriften des »Sleep-talking«, Traumberichten und des Sprechens im Wachzustand.

 

Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen. Der Vortrag wird auf Englisch gehalten.

 

 

Gastvortrag

Dr. Friederike von Criegern (Georg-August-Universität Göttingen)

»›Das Leben, ein Traum.‹ Traum, Albtraum und Fiktion im spanischen Drama: Calderóns La vida es sueño und Bezerras Dentro de la tierra«

22. Juni 2016 um 18 Uhr, Universität des Saarlandes, Campus C5 3 – Raum 3.24

 

Dr. Friederike von Criegern ist iberoromanische Literaturwissenschaftlerin an der Georg-August-Universität Göttingen. Der Vortrag vergleicht die Darstellung und Funktion des Traums in einem klassischen Drama des Siglo de Oro und einem aktuellen Stück, das sich intertextuell darauf bezieht. Insbesondere geht es dabei um das Verhältnis von Traum, Leben, Wahrheit und Fiktion.

 

Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen.

 

 

AUSBLICK  

 

Mercator-Fellow 2016: Dr. Deirdre Leigh Barrett (Harvard Medical School, USA)

Es ist uns gelungen durch ein Mercator Fellowship eine längerfristige Kooperation mit Dr. Deidre Barrett (Psychologie) von der Harvard Medical School zu realisieren. Dr. Barrett wird vom 23. April bis zum 23. Juni 2016 als Gastprofessorin an der UdS tätig sein. Unter anderem wird Dr. Barrett am 17./18. Mai 2016 für die KollegiatInnen einen Workshop zum Thema »Dreams and the Creative Process« abhalten. Der Fokus liegt auf der Frage, wie Träume kreative Bemühungen anregen. Zudem wird der aktuelle Forschungsstand zu den Techniken, die diese Prozesse unterstützen, auf dem Workshop diskutiert und resümiert.

Dr. Barrett hat sich unter anderem aus psychologischer Sicht mit Trauma und Träumen, posttraumatischen Alpträumen, dem Grad der Luzidität in luziden Träumen, der Trauminkubation als Problemlösungsstrategie sowie dem Potenzial von Träumen als kreative Problemlösungsmethode auseinandergesetzt.

 

 

Arbeitsgruppe

Die Arbeitsgruppe, die auch im Sommersemester 2016 wieder von Dr. des. Marlen Schneider (Postdoktorandin des Graduiertenkollegs) geleitet wird, bietet den KollegiatInnen die Gelegenheit, neben Projektvorstellungen und dem Austausch mit GastreferentInnen auch ausgewählte thematische Schwerpunkte zu diskutieren. Dazu sind drei Blocksitzungen zu den Problemfeldern Leiblichkeit im Traum, Traum und Rausch als Grenzerfahrung sowie Hypnagogische Zustände vorgesehen, die von den Teilnehmenden gestaltet und sowohl objektorientiert als auch methodenkritisch diskutiert werden.

 

 

Nachwuchstagung 2016: »Traum und Inspiration. Aktuelle Ansätze zu einem Topos in Kunst und Literatur«

5.–7. Oktober 2016, Universität des Saarlandes

 

Träume gelten schon seit der Antike, vor allem aber ab dem 18. Jahrhundert als Erfahrungsräume, die insbesondere dem künstlerischen Subjekt als Quelle von Inspiration und Kreativität dienen können. Der Topos vom Träumer als Künstler beziehungsweise vom Künstler als Träumer schlug sich nicht nur im theoretischen Diskurs der Romantik und daran anknüpfender Künstler- und Schriftstellergenerationen nieder, sondern findet sich auch in zahlreichen Werken der Literatur, Malerei und Grafik wieder.

Der Fokus der Tagung soll auf Phänomenen des 18. und 19. Jahrhunderts liegen, aber auch Positionen früherer Epochen berücksichtigen, insofern sie für die Diskurse des Untersuchungs­zeitraums relevant sind.

Der interdisziplinären Ausrichtung des Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen« folgend, richtet sich die Tagung an NachwuchswissenschaftlerInnen (DoktorandInnen, PostdoktorandInnen und Habilitierende) aus den Bereichen der Kunst- und Literaturwissenschaft, aber auch aus der Geschichte, Philosophie, Theater-, Film- und Medienwissenschaft sowie Musikwissenschaft.

 

Mehr Informationen zur Nachwuchstagung erhalten Sie hier. Das Programm zur Tagung wird voraussichtlich im Juni auf der Homepage des Graduiertenkollegs veröffentlicht.

 

 

SONSTIGE VERANSTALTUNGEN

 

Prof. Dr. Romana Weiershausen (Neuere deutsche Literaturwissenschaft/ Frankophone Germanistik)

»Vom Krieg in den Frieden: Traum und Trauma in der Heimkehrerliteratur nach dem Zweiten Weltkrieg«

13. Juni 2016 um 19 Uhr im Rathausfestsaal der Landeshauptstadt Saarbrücken

Traumrelevanter Vortrag im Rahmen der Saarbrücker literatur­wissenschaftlichen Ringvorlesung »Erkundungen zwischen Krieg und Frieden«

 

Den Soldaten, die nach Kriegsende, zum Teil nach mehrjähriger Kriegsgefangenschaft, in die Heimat zurückkehrten, begegnete ein ›Zuhause‹, das verstörend verändert war: zerbombte Städte, verlorene Familien oder entfremdete Eheverhältnisse. Insbesondere kamen sie in eine Gesellschaft, die verdrängen und vergessen wollte, wofür die Heimkehrer standen, nämlich die traumatischen Kriegserlebnisse. In der Heimkehrerliteratur, etwa von Reinhold Schneider, Hans-Erich Nossack und Wolfgang Borchert, drückt sich die empfundene Unwirklichkeit der Realität aus. Der Traum spielt dabei eine entscheidende Rolle. Der Vortrag wird dem in ausgewählten Beispielen aus der deutschen Literatur der späten 1940er und der 1950er Jahre nachgehen.

 

Weitere Informationen zu der Saarbrücker literaturwissenschaftlichen Ringvorlesung im Sommersemester 2016 erhalten Sie hier.

 

 

 

21. Weltkongress der »International Comparative Literature Association«

21.–27. Juli 2016 in Wien, Österreich

 

Einige Mitglieder des Graduiertenkollegs werden auf dem Internationalen Kongress der Komparatisten in der Sektion »Historizing the Dream / Le rêve du point de vue historique« Vorträge zu folgenden Themen halten:

 

Agnes Karpinski (Doktorandin): Dreams and Knowledge in Medieval Literature

Manfred Engel (Professor): Dreams in 19th-Century Realist Literature

Christiane Solte-Gresser (Professorin, Sprecherin des Kollegs): Cauchemars d’après-guerre. Écrire l’expérience historique à travers le rêve : Approches d’une poétique onirique (1953–1963)

Julian Lucks (Doktorand): The Dream in Contemporary US TV Series

Marlen Schneider (Post-Doktorandin): Accéder au divin. La représentation du songe de Jacob entre Baroque et Romantisme

Murat Ates (Doktorand): Philosophy in Dreams: Plato and Nietzsche

 

 

 

Wenn Sie den Newsletter des Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen« nicht mehr abonnieren möchten, genügt eine kurze Nachricht an traumkulturen(at)uni-saarland.de

 

 

 

Durs Grünbein im sehr gut besuchten Künstlerhaus während der Lesung aus seinem Buch »Die Jahre im Zoo«. Foto: Ramona Weber

 

Saarbrücken, im November 2015

 

Träumen auf den Grund zu gehen – das ist das Ziel des neu eingerichteten Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen« (GRK 2021) der Universität des Saarlandes (UdS), das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in seiner ersten Förderphase bis 2019 finanziert wird. Auf Spurensuche begibt sich die 40-köpfige Gruppe, die aus 18 DoktorandInnen, einer Post-Doktorandin, mehreren studentischen Mitarbeiterinnen sowie 18 ProfessorInnen besteht, seit April dieses Jahres. Gemeinsam wird das Phänomen »Traum« in verschiedenen Disziplinen, Kulturkreisen und Epochen erforscht. Untersuchungsgegenstände sind Träume in Kunst und Kultur, beispielsweise in Romanen und Gedichten, auf der Bühne, im Film, der Musik oder in Gemälden. Viele verschiedene Darstellungsformen des Traumes und die unterschiedlichen Vorstellungen, die mit dem Träumen jeweils verbunden sind, werden von den Mitgliedern des Kollegs in den kommenden Jahren bearbeitet und interessante Einblicke in eine uns immer wieder rätselhaft erscheinende Welt bieten. Mit diesem ersten Newsletter sind Sie herzlich dazu eingeladen, das Kolleg auf dieser Spurensuche zu begleiten.

 

 

RÜCKBLICK

 

Das »erste« Semester haben die Mitglieder des Graduiertenkollegs bereits erfolgreich absolviert. Die offizielle Eröffnungsfeier am 29.4.2015 im Präsidium der Universität fand ihren abendlichen Abschluss mit einem Konzert: Schuberts »Winterreise« und zwei einführenden Vorträgen in Zusammenarbeit mit dem collegium musicum der Universität des Saarlandes. Bereits einige Wochen später veranstaltete das Graduiertenkolleg, unterstützt von musica continua. Freunde und Förderer der Musik an der Universität des Saarlandes e. V. ein weiteres Konzert, bei dem Strauss' »Enoch Arden« zu Gehör gebracht wurde.

 

Das Qualifizierungsprogramm der DoktorandInnen startete mit der öffentlichen, gut besuchten Ringvorlesung zum »Interdisziplinären Traumdenken. Theorien, Methoden, Analysen«, die von den ProfessorInnen des Kollegs und auswärtigen Gästen gestaltet wurde. Die regelmäßige Arbeitsgruppe legte die Grundlagen für eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den KollegiatInnen. Das Semester klang im September mit einem ersten mehrtätigen Workshop zu »Traumwissen. Ästhetische Traumdarstellungen und Wissenschaftsdiskurse« aus und lässt auf weitere interessante Diskussionen im kürzlich angelaufenen Wintersemester hoffen.  

 

 

VERANSTALTUNGSHINWEISE

 

Russisch-deutsche Dichterlesung … и горы взлетели вверх / … und die Berge flogen auf

3.11.2015 um 19 Uhr, Theater im Viertel (TiV)    

 

Vier bekannte russische Dichterpersönlichkeiten lesen ihre jüngsten Gedichte vor. Gemeinsam ist ihnen die Nähe zum Traum als Grenzzustand zwischen den Zeiten und Welten, in welchem das Subjekt zur Perzeption wird. Die auf Russisch vorgetragenen Gedichte von Natalija Azarova, Sergej Birjukov, Kirill Korchagin und Elena Seifert werden auf Deutsch übersetzt und musikalisch von dem Duo MARCOTELLO mit Werken von Sofija Gubajdulina und Sergej Berinskij begleitet. Der Eintritt ist frei.

 

Mehr Informationen zu der Veranstaltung erhalten Sie hier.  

 
 
Gastvortrag des Mercator-Fellows Dr. Witalij Morosow (Philosophie)
»Die Funktionen der Träume in alchemistischen Traktaten und die Grenzen der Hermeneutik«

15.12.2015 um 18 Uhr, Universität des Saarlandes (Campus C 5 2 ǀ Raum 128)  

 

Der seit Anfang Oktober am Graduiertenkolleg beteiligte und aus Russland stammende Mercator-Fellow, Dr. Witalij Morosow, hält am 15.12.2015 um 18 Uhr einen Vortrag zum Thema »Die Funktionen der Träume in alchemistischen Traktaten und die Grenzen der Hermeneutik«. In dem Vortrag wird es um die Problematik von Träumen in der europäischen Alchemie gehen sowie über die Bedeutung der alchemistischen Träume in der Moderne referiert. Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen.  

 

 

AUSBLICK  

 

Exkursion der KollegiatInnen nach Paris

Am 9.12.2015 machen sich die KollegiatInnen des Graduiertenkollegs auf den Weg, um die Ausstellung »Fantastique! L’estampe visionnaire. De Goya à Redon« im Petit Palais sowie das Centre Pompidou mit dem Themenschwerpunkt Surrealismus zu besuchen.  

 

Mercator-Fellow 2016: Dr. Deirdre Leigh Barrett (Harvard Medical School, USA)

Dr. Deirdre Leigh Barrett (Psychologie) von der Harvard Medical School konnte für das kommende Jahr als Mercator-Fellow für das Graduiertenkolleg »Europäische Traumkulturen« gewonnen werden. Sie wird vom 23.4. bis 23.6.2016 an der UdS als Gastprofessorin in unterschiedliche Aktivitäten des Kollegs eingebunden sein. Dr. Barrett hat sich unter anderem aus psychologischer Sicht mit Trauma und Träumen, posttraumatischen Alpträumen, zum Grad der Luzidität in luziden Träumen, zur Trauminkubation als Problemlösungsstrategie sowie zum Potenzial von Träumen als kreativer Problemlösungsmethode auseinandergesetzt und wird während ihres Aufenthaltes an der UdS den Mitgliedern des Kollegs sicherlich interessante Einblicke in ihre Forschung geben.  

 

Nachwuchstagung 2016: »Traum und Inspiration. Aktuelle Ansätze zu einem Topos in Kunst und Literatur«

5.10.–7.10.2016, Universität des Saarlandes  

 

Das Graduiertenkolleg veranstaltet vom 5.10. bis 7.10.2016 eine Nachwuchstagung mit dem Titel »Traum und Inspiration. Aktuelle Ansätze zu einem Topos in Kunst und Literatur«. Der Call for Papers wird in den kommenden Wochen folgen.      

 

 

 

Weitere Informationen zum Graduiertenkolleg finden Sie auf der Website: www.traumkulturen.de; die offizielle Homepage des Kollegs wird gegen Ende des Jahres freigeschaltet.  

 

Wenn Sie den Newsletter des Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen« nicht mehr abonnieren möchten, genügt eine kurze Nachricht an traumkulturen(at)uni-saarland.de

 

 

 

Die Mitglieder des Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen« bei der Eröffnungsfeier am 29. April 2015. Foto: Jörg Pütz