Abdoulaye Samaké

ASSOZIIERTER POST-DOKTORAND

Postanschrift:

Universität des Saarlandes

Campus A2 2, Raum 0.12.2

66123 Saarbrücken

 

E-Mail asam.223(at)mail.de

 

https://uni-saarland.academia.edu/AbdoulayeSAMAKE

 

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Abdoulaye Samaké studierte Germanistik an der Université de Bamako (Mali) und besuchte danach die École Normale Supérieure de Bamako (ENSup Bamako). Anschließend nahm er 2012 an dem Erasmus-Mundus-Masterprogramm GLITEMA (German Literature in the European Middle Ages) teil. Im Rahmen dieses Programms studierte er an den Universitäten Porto (Portugal), Palermo (Italien), Bremen (Deutschland) und Ljubljana (Slowenien) und erlangte 2014 einen Double Degree (Porto-Palermo). Seit Februar 2018 ist er Wissenschaftlicher Assistent am Département d´Études Germaniques an der Université des Lettres et des Sciences Humaines de Bamako (Mali).

 

Von September 2015 bis Februar 2019 war er assoziierter Doktorand im DFG-Graduiertenkolleg »Europäische Traumkulturen«. Seit Februar 2018 ist Abdoulaye Samaké wissenschaftlicher Assistent am Département d´Études Germaniques an der Université des Lettres et des Sciences Humaines de Bamako (Mali) und seit März 2019 assoziierter Postdoc im Kolleg.

  • Mediävistische Komparatistik
  • Gender Studies
  • Artus-, Minne-, Abenteuer-, und Antikenromane
  • Literaturtheorien
  • höfische Lyrik

 

Geburtsträume in der europäischen Erzählliteratur des Mittelalters

 

Das vorliegende Forschungsprojekt geht auf meine Überlegungen zum Defizit der mediävistischen Traumforschung zurück, die ich im Ausblick meiner Dissertation zu den Liebesträumen angestellt habe. In der älteren Forschung haben sich Francesco Lanzoni (1927) in Il sogno presago de la madre incienta und Alexander Haggety Krappe (1937) in Le songe de la mère de Guillaume le Conquérent mit den Geburtsträumen aus einer Genderperspektive auseinandergesetzt. Neuerdings haben sich auch Nine Miedema (2019) und Mireille Demaules (2019) mit der Geburtstraumthematik befasst. Abgesehen von den genannten Arbeiten hat sich der Gender-Aspekt im Hinblick auf die Geburtstraumthematik in den anderen Vorarbeiten keiner großen Beachtung erfreut. Die Thematik blieb entweder unbeachtet oder ist am Rande analysiert worden.

 

Bei genauer Betrachtung der Geburtsträume im Hinblick auf Darstellung, Auslegung und Inhalt stechen zwei markante Geschlechterunterschiede ins Auge: Auf der einen Seite werden die meisten Geburtsträume von weiblichen Figuren geträumt; auf der anderen Seite aber handelt es sich bei den Träumen überwiegend um männliche Protagonisten, die entweder als Söhne, Geliebte bzw. Ehemänner präsentiert werden. Dementsprechend gehören offenbar die Geburtsträume, durch die Heil und Unheil angekündigt werden können, der weiblichen Sphäre an.

 

Folgerichtig bedarf die Traumforschung einer ausführlicheren Untersuchung der Gender-Aspekte, um das angesprochene Defizit zu verringern. In dieser Hinsicht ist die Durchführung des beabsichtigten Forschungsvorhabens von großer Bedeutung für die Erforschung mittelalterlicher literarischer Träume.

 

Basierend auf den aufgeführten Gender-Merkmalen wendet sich die Arbeit den folgenden Kernfragen zu: Welche Funktionen erfüllen die literarischen Geburtsträume? Welche Genderrollen übernehmen die weiblichen und männlichen Figuren bei der Darstellung und Auslegung von Geburtsträumen? In welchen persönlichen Verhältnissen stehen die träumenden Figuren zu den betroffenen Protagonisten, auf deren Geburt die Träume Bezug nehmen?

 

Neben dem grundlegenden hermeneutischen Ansatz bedient sich meine Arbeit der Methode der Gender Studies und der Intertextualität.

 

 

Weiteres Postdoc-Projekt

Neuhochdeutsche Übersetzung des altfranzösischen Romans Guillaume de Palerne. Nach der Ausgabe von Alexandre Micha

 

 

 
Dissertation

Liebesträume in der deutsch-, französisch- und italienischsprachigen Erzählliteratur des 12. bis 15. Jahrhunderts. Dissertation. Paderborn: Fink 2020.

 

Aufsätze
 
  • Kleine Objekte, große Bedeutung. Zur Symbolik der (Ehe-)Ringe im altfranzösischen Roman des Sept Sages de Rome und in seinen deutschen und italienischen Adaptationen. In: Das Mittelalter 2 (2020) [Abstract eingereicht].
  • (Traum-)Erzählung in einer (Traum-)Erzählung. Zum narrativen Verfahren der mise en abyme im Roman de Cassidorus und in Guillaumes de Machaut Dit de la Fonteinne Amoureuse. In: Beiträge zur mediävistischen Erzählforschung (2019) [Abstract eingereicht].

 

Rezensionen
  • Renck, Anneliese Pollock: Female Authorship, Patronage, and Translation in Late Medieval France. From Christine de Pizan to Louise Labé (= Texts & Transitions 13). Turnhout: Brepols 2018. 24 cm, xx + 251 S. ISBN 978-2-503-56921-5, Eur 85,00. In: Bulletin Codicologique (2019) [zum Druck angenommen]
  • Brown, Cynthia J. und Legaré, Anne-Marie (Hrsg.): Les Femmes, la culture et les arts en Europe entre Moyen Âge et Renaissance / Women, Art and Culture in Medieval and Early Renaissance Europe (= Texte, Codex & Contexte 19). Turnhout: Brepols 2016. 24cm, VII + 560 S. In: Bulletin Codicologique 348, 2 (2016). S. 170f.

 

Lexikonartikel
  • Weiblichkeit und Männlichkeit in Traumerzählungen: Der Körper träumender Figuren in der europäischen Erzählliteratur des Mittelalters. In: Lexikon Traumkultur. Ein Wiki des Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen« [in Vorbereitung].
  • se n´est pur ceo ke je sunjai / ke un arbre de mun cors isseit (Le Roman de Rou, V. 2860f.). Zur Symbolik des Baumes in Arlots Traum. In: Lexikon Traumkultur. Ein Wiki des Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen« [in Vorbereitung].
  • Traumerzählung von einer Traumfigur im altfranzösischen Roman de Cassidorus. In: Lexikon Traumkultur. Ein Wiki des Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen« [in Vorbereitung]

 

 
September 2020

Vortrag im Rahmen des XIV. Kongresses der Internationalen Vereinigung für Germanistik (IVG) vom 26.7. bis 2.8.2020 in Palermo (Italien); Vortragstitel im Panel »Konstruktionen des Orients in der Literatur des Mittelalters«: Die Darstellung des Orients im altfranzösischen Roman de Cassidorus [angenommen]

 

 

November 2019

Vortrag im Rahmen der 26. Jahrestagung des Brackweder Arbeitskreises für Mittelalterforschung »Klang der Macht – Macht des Klangs in Gesellschaften und Medien der Vormoderne« vom 22. bis 23. November 2019 in Jena (Deutschland); Vortragstitel: Die Macht des Lärms, die Macht der Stille in der französischen Literatur des Mittelalters [angenommen].

 

 

September 2019

Vortrag im Rahmen der interdisziplinären Fachtagung »Gerichte mit Geschichte« des Projekts »Nahrhaftes Mittelalter. Historische Kulinarik und Diätetik zwischen Orient und Okzident« vom 19. bis 21. September 2019 an der Karl-Franzens- Universität-Graz (Österreich); Vortragstitel: Morgen- und abendländische Esskultur in der altfranzösischen Epik [Abstract eingereicht].

 

 
Januar 2019

Vortrag im Rahmen des internationalen Kolloquiums »Épistémè de la littérature comparée« vom 25. bis 26. Januar 2019 in Mersch (Luxemburg); Vortragstitel: Das Motiv der eingesperrten Frau und das Traummotiv im altfranzösischen Roman des Sept Sages de Rome und in seinen deutschen und italienischen Bearbeitungen

 

 
Mai 2018

Vortrag im Rahmen des Kolloquiums »Germanistische Mediävistik« an der Universität des Saarlandes (Saarbrücken); Vortragstitel: ›Minneerfüllung im Traum‹. Zum Motiv des erotischen Traums in der deutsch-, französisch- und italienischsprachigen Erzählliteratur des Mittelalters

 

 
Oktober 2017

Vortrag im Rahmen des 4. Workshops des Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen« vom 17. bis 18. Oktober 2017 an der Universität des Saarlandes: (T)Räume. Traumdarstellungen im Traum; Vortragstitel: Der Löwentraum der Iseut in der altfranzösischen Tristanversion von Béroul

 

 

Februar 2017

Vortrag im Rahmen des Kolloquiums ›Germanistische Mediävistik‹ an der Universität des Saarlandes (Saarbrücken); Vortragstitel: ›von mir wirt genomen / nimer man, des muoz ich jehen, / wan den ich hînaht hân gesehen.‹ (Lanzelet, V. 4246-4248): Der Traum der Iblis im Lanzelet Ulrichs von Zatzikhoven.

 
2011—2012

Deutsch als Zweitfremdsprache an malischen Gymnasien

 

Studienjahr 2018/2019

Licence 3/Semester 5/Gruppe 1: Deutsche Literaturgeschichte I

Licence 3/Semester 5/Gruppe 2: Einführung ins wissenschaftliche Arbeiten

Licence 3/Semester 5/Gruppe 3: Deutsche Literaturgeschichte I

Université des Lettres et des Sciences Humaines de Bamako

 
Stipendien
  • 01.10.2015-30.09.2018: DAAD-Promotionsstipendium (wahrgenommen an der Universität des Saarlandes)
  • 01.04.-30.09.2015: Stipendium der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (wahrgenommen an der Georg-August-Universität Göttingen)
  • November 2014: Niedersachsen-Stipendium (wahrgenommen an der Georg-August-Universität Göttingen)

  • 01.09.2012-31.07.2014: Erasmus-Mundus-Masterstipendium (Teilnahme am GLITEMA-Programm an: Universidade do Porto, Università degli Studi di Palermo und Universität Bremen)

  • 01.04.-30.09.2010: DAAD-Forschungsstipendium (Vorbereitung der Magisterarbeit an der Leibniz-Universität Hannover)

  • 01.04.-26.09.2009: DAAD-Sommerkursstipendium (Teilnahme am Intensivkurs Deutsch als Fremdsprache am Institut für Internationale Kommunikation - IKK Düsseldorf)

 

Forschungsaufenthalt

27.05. – 01.06.2018: Forschungsaufenthalt am Centre de recherche ›Textes et Cultures‹ der Université d´Artois (Arras- Frankreich); Gastprofessorin: Mireille Demaules, Traumforscherin und Professorin für französische Sprache und Literatur des Mittelalters

 
Mitgliedschaften
  • seit 2008: Mitglied des Deutsch-Malischen Kulturkreises (CCGM)
  • seit 2017: Mitglied des Mediävistenverbandes e.V.
  • seit 2018: Mitglied des Deutschen Romanistenverbandes e.V.

 

Abdoulaye Samake hat eine Tochter.