Alexander Kerber

DOKTORAND

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Alexander Kerber studierte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Philosophie und Anglistik. In seiner interdisziplinären Masterarbeit »The Private Language Argument in Wittgenstein's Philosophical Investigations and its literary Reception in Foster Wallace’s Infinite Jest« beschäftigte er sich mit dem produktiven Verhältnis von Philosophie und Literatur.

 

Seit April 2021 ist Alexander Kerber als Doktorand im Graduiertenkolleg »Europäische Traumkulturen« beschäftigt und arbeitet an einer Dissertation zum Thema »Eine queere Ethnologie des Traums – das Werk von Hans Henny Jahnn, Hubert Fichte und Josef Winkler«

  • Verhältnis von Philosophie und Literatur
  • Traumästhetiken und Traumphilosophien
  • Ethnologie und Literatur
  • Queer Theory
  • Erzählforschung
  • Rezeptionsästhetik
  • Intertextualitätstheorien
  • New Sincerity

 

Eine queere Ethnologie des Traums – das Werk von Hans Henny Jahnn, Hubert Fichte und Josef Winkler

 

Das Forschungsvorhaben beschäftigt sich mit der Funktion des Traums in den Werken Hans Henny Jahnns, Hubert Fichtes und Josef Winklers. Die ausgehende These ist dabei, dass der Traum in der Unterscheidung zur Wirklichkeit bei allen Autoren eine erkenntnistheoretische Auseinandersetzung mit der Fragestellung, wie Erkenntnis der Wirklichkeit überhaupt möglich sei, provoziert. Ebendiese Epistemologie und welche Funktion der Traum in diesen Überlegungen hat, soll daher grundlegend erarbeitet werden.

Über die epistemologische Fragestellung und ihren Bezug zum Traum hinaus lassen sich bei Jahnn, Fichte und Winkler ethnologische und queertheoretische Anknüpfungspunkte an den Traum finden.

So finden sich bei allen drei Autoren ethnologische Perspektiven, die auf die Frage nach der Unterscheidbarkeit zwischen Traum und Wirklichkeit befragt werden: die Versuche der Aktualisierung sumerischer und babylonischer Mythologie in den Werken Jahnns, die konkrete ethnologische Arbeit bei Fichte, die Teil der Schreibpraxis ist und sich mit Ritualen und religiösen Praktiken des Candomblé und ihrem Verhältnis zum Traum beschäftigt und Winklers Indienreisen, in denen sich die österreichische Heimat in Träumen manifestiert und aufdrängt.

Aus queertheoretischer Perspektive finden sich bei Jahnn Szenen, die homosexuelles Begehren als in der Wirklichkeit unerfüllbares Begehren darstellen, welches den Traum als Ort dieser Wunscherfüllung benötigt. Der Protagonist der Bücher Hubert Fichtes nähert sich der Frage der Unterscheidbarkeit zwischen Traum und Wirklichkeit aus somatischer Perspektive, da die bewusste körperliche Erfahrung als Kriterium für die Wirklichkeit postuliert wird. Der Traum als Ort der Erfüllung homosexuellen Begehrens findet sich auch in den Werken Josef Winklers, der dieser psychoanalytischen Funktion des Traums die Dimension des eigenen Todeswunsches hinzufügt, der im Modus des Traums erzählt werden kann.

Aufgrund der Auswahl der Autoren und ihrer biographischen sowie werktheoretischen Verknüpfung kommt dem hier präsentierten Vorhaben eine das 20. Jahrhundert umspannende Dimension zu, deren Anspruch es ist, drei Autoren zu beleuchten, deren idiosynkratische Verbindung von Ethnologie, Queerness und Traum bisher keine Beachtung gefunden hat.

  • Review. The Ironist and the Romantic: Reading Richard Rorty and Stanley Cavell. In: Logical Analysis and History of Philosophy (erscheint in HPLA 24.2).

April 2018
Workshop an der Universität Erlangen: Albert Camus Der Mensch in der Revolte.
Vortrag: Zur (politischen) Aktualität des L’homme révolté: das Konzept der Solidarität bei Camus und Rorty

 

Juni 2015
2. Nietzsche-Werkstatt in Naumburg an der Saale:
Vortrag: Kontingenz und Demokratie – Rorty und Luhmann

2014

Tutorium zum Seminar Whitehead und die Systemtheorie (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf)

 

Mitgleidschaften:

  • Minding Animals Germany
  • Richard-Rorty-Society