Gesamtübersicht zu Veranstaltungen im Sommersemester 2021

Aktuelles im Sommersemester 2021

Der Traum vom Berg. Berge in ästhetischen Traumdarstellungen zwischen Symbolik und Erfahrungsraum.

Internationale Tagung

 

Am 24. und 25. Juni 2021 findet an der Universität des Saarlandes, in Kooperation mit dem DFG-Graduiertenkolleg »Europäische Traumkulturen« eine internationale Tagung über das Verhältnis von Traum und Berg in Film und Literatur statt.

 

In der literarischen wie kinematographischen Darstellung werden Berge, und insbesondere Hochgebirge, sowohl zu nationalen Symbolen als auch zu regionalen Identitäts-Orten. Doch auch auf individueller Ebene kann die Lebens- und Erfahrungswelt der Berge eine identitätsstiftende Rolle einnehmen. Dabei fällt auf, dass der Einfluss der Berge auf die Erfahrungsweisen des Selbst vor allem im Unterbewussten offenbar wird. Gerade im Traum nimmt der Berg, symbolisch oder als konkrete Erfahrungswelt, eine imposante Rolle ein. Die anstehende Tagung macht es sich daher zur Aufgabe, die verschiedenen Facetten und Funktionen des Erträumens der Berge in Literatur und Film zu untersuchen.

 

Die Tagung findet online über Zoom statt. Externe Zuhörende sind herzlich willkommen und werden gebeten sich per Mail an traumkulturen(at)uni-saarland.de anzumelden.

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Programm

English version

Gastvortrag Prof. Dr. Hans-Walter Schmidt-Hannisa

Träume sichtbar machen. Kultur- und wissenschaftsgeschichtliche Perspektiven

Mit dem aufklärerischen Siegeszug der empirischen Wissenschaften artikuliert sich erstmals ein Interesse, in die black box des Gehirns von Schlafenden vorzudringen, um eine unmittelbare Anschauung davon zu bekommen, was dort während des Träumens zu sehen ist. Lange Zeit bleibt das Intersse an der Bildlichkeit des Traums jedoch ohne praktische Konsequenzen. Wissenschaftliche Darstellungen von Träumen bedienen sich fast ausschließlich sprachlicher Mittel: Träume werden erzählt und beschrieben. Ein visual turn zeichnet sich erst mit der medientechnischen Revolution um 1900 ab, etwa mit Louis Dargets Versuch, Trauminhalte durch Auflegen einer Kamera auf den Schädel des Schlafenden abzubilden. In der Psychoanalyse markiert C.G. Jung einen Paradigmenwechsel, indem er sich mit dem Festhalten von Träumen in Bildern und Mandalas von der Wortfixierheit des Freudianismus abkehrt. Fast zeitgleich ensteht mit dem Surrealismus eine Malerei, die den Betrachter mit - erinnerten oder erfundenen - Traumbildern konfrontiert; und Stummfilmpioniere entwickeln ein Instrumentarium von Tricktechniken zur Simulation von Traumabläufen. Während es den Traumästhetiken um das Bedeutungspotenzial konkreter Traumbilder geht, markiert der visual turn in den Wissenschaft eine Abwendung von Trauminhalten und ihrer Interpretation. Sichtbar gemacht werden stattdessen physiologische Prozesse, die das Traumerleben begleiten. Seit 1924 können traumtypische Hirnströme mithilfe des Elektroenzephalogramms in Form von Kurvendiagrammen visualisiert werden, und neuere bildgebende Verfahren wie Computertomografie und funktionelle Magnetresonanztomografie lokalisieren Traumaktivitäten im immer exakter kartografierten Gehirn. Immerhin ansatzweise gelingt es sogar, aus diesen Gehirnbildern spezifischeTrauminhalte herauszulesen. Doch noch immer bleibt es eine Fantasie utopischer Filme, Träume unmittelbar als Filmbilder auf den Bildschirm zu übertragen.

 

Der Vortrag findet als digitaler Gastvortrag statt. Anmeldungen werden erbeten an: traumkulturen@uni-saarland.de

Akademischer Festakt zur Begrüßung der 3. Doktorand*innengeneration im GRK 2021

Öffentliche Ringvorlesung im Sommersemester 2021

Ästhetische Traumdarstellungen im europäischen Kontext. Theorien – Methoden – Analysen

 

Seit 2015 erforscht das DFG-Graduiertenkolleg »Europäische Traumkulturen« der Universität des Saarlandes die Kultur- und Wissensgeschichte des Traums und die ästhetische Gestaltung von Träumen in verschiedenen Künsten und Medien (Malerei, Musik, Literatur, Film u.a.). Zum Start der dritten und letzten Promovierenden-Generation des Kollegs im April 2021 vermittelt die Ringvorlesung die wissenschaftlichen Grundlagen, mit denen wir Traum als Produkt kultureller Arbeit und ästhetischer Konstruktion untersuchen. Die am Kolleg beteiligten Promovierenden, Post-Docs und Professor*innen sowie ausgewiesene Expert*innen aus dem In- und Ausland bieten dabei einen Überblick über die Wissensgeschichte des Traums seit der Antike und stellen unterschiedliche (inter)disziplinäre Methoden zur Analyse von Traumdarstellungen vor, von der Narratologie, über die Diskursanalyse und die Hermeneutik bis hin zur Wahrnehmungs- und Rezeptionsästhetik. Darüber hinaus werden zahlreiche (inter)mediale künstlerische Analyse-Beispiele aus verschiedenen inner- und außereuropäischen Kulturräumen, z.B. zum Träumen im Hörbuch, im Kino oder in Bilderbüchern, beleuchtet.

 

Anmeldungen bitte an: traumkulturen@uni-saarland.de

Elfte erfolgreiche Verteidigung der Dissertationsschrift

Die assoziierte Doktorandin, Angela Calderón Villarino, verteidigte am 17. Dezember 2020 erfolgreich ihre Dissertationsschrift »Le voyage rêvé ou le rêve en voyage. Reise-, Wahn- und Traumkonfigurationen als Poetik Nervals« an der Universität Heidelberg (Prüfer*innen: Prof. Dr. Gerhard Poppenberg von der Universität Heidelberg und Prof. Dr. Christiane Solte-Gresser von der Universität des Saarlandes). Sie ist damit die elfte Kollegiatin des Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen«, die das Promotionsverfahren abgeschlossen hat.

 

Die Mitglieder des Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen« gratulieren der Promovendin ganz herzlich und wünschen ihr weiterhin alles Gute.