Externe Veranstaltungshinweise

CFP: Germanistentag 2022, Panel "Mehrdeutigkeit in Träumen"

25.-28. September 2022 | Universität des Saarlandes

Konzept und Organisation: Manfred Engel / Laura Vordermayer

 

Zumindest für diejenigen, die Träumen eine Bedeutung zuschreiben, sind diese einOrt quasi naturwüchsig entstehender Mehrdeutigkeit. Wesentliche Gründe dafürliegen in den traumtypischen 'Bizarrerien', also den Abweichungen vomlebensweltlich kurrenten Wirklichkeitsbegriff sowohl in der Darstellung vonObjekten und Personen wie auch in der Suspendierung der Gesetze von Raum, Zeit,Kausalität und Identität und einem Automatismus der Erfahrung, in der Träumendesich selbst als Handelnde in einer Welt erleben, die sich ihrer Kontrolle entzieht.

 

Ein erheblicher Teil der kulturellen Arbeit am Traum besteht in der Erfindungvon Praktiken, die diese Mehrdeutigkeit reduzieren sollen: Dies gilt für die langeTradition symbolischer Traumentschlüsselung ebenso wie für die Psychoanalyse,wo etwa Freud nach maximaler Vereindeutigung strebt, dabei allerdings eineMehrfachkodierung einzelner Elemente zulässt, während C.G. Jung Träumen per seeine poetische Sprache zuschreibt, was zum Postulat komplexer, nie ganzausdeutbarer Traumsymbole führt.

 

Im Panel soll es um Traumdarstellungen in Literatur und anderen Medien gehen,die nicht psychoanalytisch, sondern in ihrem kultur- und wissensgeschichtlichenKontext gedeutet werden. Bei fiktionalen Träumen unterliegt Mehrdeutigkeit einerDialektik, deren Ergebnis je nach Epochen- und Autor*innenästhetik sehrunterschiedlich ausfallen kann: Einerseits ist der Traum in seinem Ko-text oft einePassage gesteigerter Mehrdeutigkeit, andererseits wird diese durch dieKontextualisierung im Werkganzen auch deutlich reduziert. In Bezug auf dieErzählung auf der Wachebene können Traumdarstellungen aber auch eineexplizierende Funktion einnehmen und Interpretationsspielräume einschränken (z.B.Metareflexivität, mise-en-abîme). An Beispielen aus unterschiedlichen Epochen undMedien sollen im Panel unterschiedliche Strategien zur Erzeugung und Reduktiontraumspezifischer Mehrdeutigkeit, sowie die - Mehrdeutigkeit potenzierenden oderreduzierenden - Funktionen von Traumdarstellungen in Bezug auf den Gesamttextuntersucht werden.

 

Besonders willkommen sind Beitragsvorschläge, die im "close reading" zweioder drei markierte Träume in Literatur oder anderen Medien unter klarem Bezugauf die Fragestellung der Mehrdeutigkeit untersuchen. Eine spätere Buchpublikationder Beiträge in erweiterter Form ist geplant.

 

Vorschläge für einen 20-minütigen Vortrag erbitten wir in Form eines Abstracts(max. 350 Wörter) plus Kurz-CV (max. 200 Wörter) bis zum 15. Juli 2021 an dieOrganisator*innen (manfred.engel@mx.uni-saarland.de; laura.vordermayer@unisaarland.de).

 

Eine pdf-Version des CfP finden Sie hier.

Les Oniristes - Internationales Traumtheater

 04 Juli 2021 | 20h30 Freistil Festival | Völklinger Hütte | Völklingen

 

weiter Informationen finden Sie hier.

Zwischen Psychoanalyse, virtuellem Experiment und Schlaflabor. Traumwissen und Traumkunst nach dem 'Jahrhundert der Psychologie' 1950-2021

20-22 Mai 2021 an der Humboldt-Universität

Auditorium Grimm-Zentrum

Geschwister-Scholl-Str. 1/3, 10117 Berlin


Nach einer Phase des intensiven Austauschs zwischen Traumkunst und Traumforschung zwischen 1850 und 1950 bleibt der Traum, auch nach dem Zweiten Weltkrieg, ein zentraler Gegenstand der Künste wie der Wissenschaften. Allerdings zeichnen sich im Umgang mit ihm deutliche Veränderungen ab, die auch Hinweise darauf sind, dass das ›Jahrhundert der Psychologie‹ zu einem Ende gekommen ist: Die Neurowissenschaften, die das Wissen über das menschliche Gehirn und das menschliche Bewusstsein auf eine neue Grundlage stellen, avancieren zum dominierenden Forschungsparadigma, finden in den artistischen Traumkulturen aber zunächst kaum Widerhall. Ähnliches gilt für die bildgebenden Verfahren der Computertomografie, die im Rahmen der Schlaflaborforschung neue Einsichten über das träumende Gehirn vermitteln.

Die Allianz zwischen den Künsten und der medizinisch-psychologischen Forschung, die sich in der Auseinandersetzung mit dem Traum ein Jahrhundert lang als so fruchtbar erwiesen hat, verliert für mehrere Jahrzehnte an Bedeutung. Dagegen nimmt der Dialog mit der Psychoanalyse an Intensität zu, besonders was Literatur und Film angeht. Literarische und filmische Subjektivitätsentwürfe werden nun, häufig in Rückgriff auf Freuds Konzept des Unbewussten, mittels traumhafter Darstellungsverfahren gestaltet. Innerhalb der Psychoanalyse selbst dagegen scheint der Traum seine zentrale Stellung als »Via regia zur Kenntnis des Unbewußten« verloren zu haben, auch wenn er innerhalb der Behandlungspraxis weiterhin eine große Rolle spielt: In der psychoanalytischen Theoriebildung tritt die Auseinandersetzung mit dem Traum zugunsten anderer Paradigmen zurück. Gleichzeitig rücken Träume in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verstärkt in den Fokus von Geschichts-, Sozial- und Politikwissenschaften, die sie als Reaktion eines meist psychoanalytisch gedachten Unbewussten auf Veränderungen auch der kollektiven Lebenswelten verstehen und als Seismografen für soziale und politische Veränderungen zu würdigen beginnen.

Mit der Zunahme virtueller Welten im Rahmen geänderter technischer Möglichkeiten, ihrer theoretischen Diskussion und ihrer künstlerischen Erprobung ab den 1990er Jahren, wird der Traum wieder zunehmend im Spannungsfeld von Wissenschaft, Technik und Kunst verhandelt. Die wissenschaftlichen wie künstlerischen Darstellungsverfahren des Traums ebenso wie die subjekttheoretische Auseinandersetzung mit der Traumerfahrung im späten 19. und im 20. Jahrhundert scheinen, wie ein medienarchäologischer Ansatz zeigt, zum Modell immer neuer Immersionstechniken zu werden. Gleichzeitig knüpfen Simulationsfilme und Computerspiele seit der Jahrtausendwende offensichtlich formal und thematisch gern an überlieferte onirische Welten an und gestalten sie neu. Im literarisch-künstlerischen wie im philosophischen Diskurs schließlich läuft die Auseinandersetzung mit dem Thema Virtualität, die darauf abzielt, das Konzept von Realität als solches neu zu denken bzw. gänzlich ad acta zu legen, nicht selten entlang der Diskussionslinien, die auch die Auseinandersetzung mit dem Traum bestimmt haben bzw. bestimmen.

Weitere Informationen finden Sie hier:

 

 

Le rêve au cinéma

 

Printemps 2021 – Lundi 14h15-16h00 – En distanciel

Du 22 février au 31 mai 2021

Enseignante : Mireille.Berton@unil.ch

Lien Zoom : https://unil.zoom.us/j/93758147137

 

Alors que le capitalisme ne cesse d’investir les espaces du sommeil et du rêve, comme l’a montré Jonathan Crary dans son essai 24/7. Le capitalisme à l’assaut du sommeil (2013), il est plus que jamais temps de réfléchir aux formes et aux fonctions du rêve dans les arts visuels. Comment le cinéma se saisit-il de ce thème et de ce motif, et quelles fonctions leur attribue-t-il ? Que dit le rêve filmique sur notre manière d’envisager la transcendance, l’imaginaire, la subjectivité, le psychisme, l’inconscient ? Dans quelle mesure le rêve permet-il de développer une réflexion sur le rôle de la fiction et de la création artistique, en tant qu’il offre un espace de liberté dont les lois dérogent, par convention, à la réalité ? Et plus largement, en quoi le rêve peut-il être un espace de résistance « politique », dans un monde qui nous enjoint continuellement à la vigilance et à la productivité sans relâche ?
Ce cours-séminaire propose d’explorer ces différentes questions à travers un corpus de films, d’images et de textes qui rendent compte de la multiplicité des fonctions du rêve au cinéma et, plus largement, dans les arts visuels : narratives, esthétiques, épistémologiques, idéologiques. Depuis le mouvement surréaliste qui érige le rêve au rang de modèle premier de la subjectivité, jusqu’aux théories contemporaines du cinéma comme hypnose, le rêve n’a cessé de nourrir la réflexion sur le cinéma, sur le film, sur le·la spectateur·ice. Si le cinéma est le véhicule idéal du rêve, à quoi rêvent les films ?
Il s’agira en particulier d’observer la manière dont les représentations filmiques entrent en dialogue, au cours de l’histoire, avec les théories savantes et populaires du rêve. On constate, en effet, que, plus on avance dans le temps, plus le rêve tend à s’intérioriser, et ce, depuis le cinéma des premiers temps où il est situé à l’extérieur du sujet-rêvant, dans une bulle onirique (le « ballon dream »), jusqu’au cinéma contemporain où le rêve devient cérébral (selon le paradigme neurobiologique), en passant par le cinéma classique où le rêve est psychique, conformément au paradigme psychanalytique qui domine alors.

 

Série de conférences publiques
  • 12 avril 2021 – Kerstin Thomas (Université de Suttgart) La couleur des rêves : stratégies oniriques dans la peinture française du XIXe siècle
  • 19 avril 2021 – Tainah Neigreros (Université de São Paulo) Le rêve surréaliste : Maya Deren
  • 26 avril 2021 – Dario Gamboni (Université de Genève) Étincelles, fleurs – ou images hypnagogiques ? Paul Gauguin et l’image mentale
  • 3 mai 2021 – Sarah Hatchuel (Université Paul-Valéry Montpellier 3) Le rêve dans les séries télévisées. Le cas de Awake (NBC, 2012)
  • 10 mai 2021 – Clizia Centorrino (Université de Grenoble-Alpes) Un pas dans réel : le rêve chez Federico Fellini