Publikationen des Graduiertenkollegs

 

Sammelbände

 

 

Vordermayer, Laura u. Christian Quintes (Hg.): Zeiterfahrung im Traum. Was war, was ist, was sein wird. Paderborn: Fink 2021 (= Traum – Wissen – Erzählen Band 8).

Einen Blick in das verlorene Paradies werfen, den eigenen Tod erleben – nirgends scheint die Relativität von Zeit und Raum greifbarer zu sein als im Traum. Der Band beleuchtet dieses Phänomen aus literatur- und kulturwissenschaftlicher, philosophischer und psychologischer Perspektive. Träume wurden in der Kulturgeschichte immer wieder als „anderer“ Erfahrungsmodus begriffen, in dem die Logik des Wachzustands zum Teil aufgehoben ist. Gerade diese Diskrepanz begründet eine bis in die Antike zurückreichende Faszination für den Traum, der im Kontext unterschiedlicher Deutungssysteme als Zugang zu neuen Erkenntnissen und verborgenen Wahrheiten gilt. Das trifft auch auf einen der zentralen Parameter menschlicher Wahrnehmung zu: die Zeit. Der Band befasst sich mit der Wahrnehmung von Zeit im Traum. Welches Potenzial bietet sie zur Darstellung historischer Ereignisse in literarischen Texten? Die Beiträge beleuchten verschiedene Aspekte der Thematik in einem Rahmen vom 10. Jahrhundert bis heute.

 

Verlagsinformationen zum Sammelband: Wilhelm Fink Verlag

Bertola, Mauro u. Christiane Solte-Gresser (Hg.): An den Rändern des Lebens Träume vom Sterben und Geborenwerden in den Künsten. Paderborn: Fink 2019 (= Traum - Wissen - Erzählen Band 5).

 

Sterben und Geborenwerden liegen an oder jenseits der Grenzen des Lebens. Damit kommen sie stets entweder zu früh oder zu spät, um als authentische eigene Erfahrung mitgeteilt werden zu können. Träume hingegen vermögen in Form von Fiktionen, Imaginationen und Inszenierungen ästhetische Erfahrungsräume für diese extremen körperlichen Übergänge zu eröffnen. In Träumen vom Lebensanfang und Lebensende werden das ohnehin Rätselhafte des Traums, seine Missachtung der physikalischen Gesetze von Zeit und Raum sowie die Infragestellung kultureller Modelle von Identität, Kohärenz und Rationalität noch potenziert. Literarisch-künstlerische Traumerzählungen und Traumbilder finden höchst originelle Ausdrucksformen, um das Abwesende, Unvorstellbare oder nicht realistisch Erzählbare zu vergegenwärtigen und zu vermitteln: Von der klassischen Antike bis in die Gegenwart hinein lassen sich unzählige Träume in Literatur, Kunst, Musik, Theater und Film ausmachen, bei denen die leibliche und sinnliche Erfahrung von den Grenzen des Lebens im Mittelpunkt steht. Solchen Phänomenen des geträumten Geborenwerdens und Sterbens, seinen Wissensdiskursen sowie seinen komplexen künstlerischen Realisierungen widmet sich dieser Band, der sich im Rahmen des DFG-Graduiertenkollegs »Europäische Traumkulturen« als Beitrag zu einer Literatur-, Kultur- und Mediengeschichte des Traums versteht.

 

Verlagsinformationen zum Sammelband: Wilhelm Fink Verlag

Schneider, Marlen u. Christiane Solte-Gresser (Hg.): Traum und Inspiration. Transformationen eines Topos in Literatur, Kunst und Musik. Paderborn: Fink 2018 (= Traum - Wissen - Erzählen Band 2).

 

Träume gelten schon seit der Antike als Quelle der Inspiration. Anhand medienübergreifender, interdisziplinärer Analysen entwirft dieser Band erstmals ein differenziertes Bild der Funktionen und Deutungen dieses zentralen Topos der europäischen Kulturgeschichte.

 

Insbesondere ab dem ausgehenden 18. Jahrhundert werden Träume zunehmend als Erfahrungsräume für künstlerische Kreativität nutzbar gemacht. Doch die Rede vom Träumer als Künstler beziehungsweise vom Künstler als Träumer durchzieht nicht nur den philosophischen und kunsttheoretischen Diskurs der Romantik und daran anknüpfender Künstler- und Schriftstellergenerationen. Sie findet sich bis heute in zahlreichen Werken der Literatur, Malerei und Grafik, ja selbst im Theater und in der Musik wieder. Dabei erscheint der Traum als produktiver Bewusstseinszustand, in dem der Kunstschaffende besonders empfänglich ist für die Regungen der eigenen Imaginationskraft oder auch für von außen herangetragene Eingebungen transzendenten Ursprungs.

 

Verlagsinformationen zum Sammelband: Wilhelm Fink Verlag

Eine Rezension zum Sammelband »Traum und Inspiration. Transformationen eines Topos in Literatur, Kunst und Musik« auf dem Rezensionsforum »Literaturkritik« findet sich hier.

Oster, Patricia u. Janett Reinstädler (Hg.): Traumwelten. Interferenzen zwischen Text, Bild, Musik, Film und Wissenschaft. Paderborn: Fink 2017 (= Traum - Wissen - Erzählen Band 1).

 

Das Graduiertenkolleg »Europäische Traumkulturen« an der Universität des Saarlandes verfolgt in der vorliegenden Publikation einen neuen, interdisziplinären Zugang zum Faszinosum des Traums als Ergebnis kultureller und ästhetischer Konstruktionen.

 

Medienkomparatistisch ausgerichtet, erschließen Wissenschaftler_innen der Alt- und Neuphilologien, Musikwissenschaft, Kunstgeschichte, Theologie, Philosophie, Medien-, Film- und Kulturwissenschaft systematisch die Ästhetik und Poetik von Traumdarstellungen in unterschiedlichen Medien. Aus historischer Sicht werden ferner Traum-Paradigmen aus den europäischen Kulturen von der Antike bis zur Gegenwart analysiert. Wie reagieren Künstler_innen und Intellektuelle verschiedener Epochen auf die Erlebniswelt des Traums und auf das Traumwissen ihrer Zeit? Welche Wechselwirkungen bestehen zwischen Wissensgeschichte, Kultur und Traumästhetik? Generiert der ›Eigensinn‹ des Traums in den unterschiedlichen Medien neue ästhetische Verfahren?

 

Verlagsinformationen zum Sammelband: Wilhelm Fink Verlag

Eine Rezension zum Sammelband »Traumwelten. Interferenzen zwischen Text, Bild, Musik, Film und Wissenschaft« in der 19. Ausgabe »sehepunkte« findet sich hier.

Vortrag und Essay

 

Grünbein, Durs: Das Reservoir der Träume, gefolgt von Die Massive des Schlafs, herausgegeben von Christian Quintes. Luxembourg: Hydre Éditions 2017.

Durs Grünbein wurde 1962 in Dresden geboren. Dichter, Essayautor, Librettist, Übersetzer. Lebt in Berlin und seit 2012 auch in Rom. Studium der Theatergeschichte an der Humboldt Universität Berlin, Arbeiten zum Drama bei Aischylos, Sophokles, Euripides und Shakespeare. Nach 1989 ausgedehnte Reisen in Europa, Südostasien und in den Vereinigten Staaten. Gastprofessuren an amerikanischen Universitäten.

Sein Werk wurde in viele Sprachen übersetzt und mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem Peter-Huchel- Preis 1995, dem Georg-Büchner-Preis 1995, dem Friedrich-Nietzsche-Preis 2004, dem Friedrich-Hölderlin-Preis 2005, dem Pier-Paolo-Pasolini-Preis Rom 2006 und dem schwedischen Tomas-Tranströmer-Preis 2012. Er ist Professor für Poetik an der Kunstakademie Düsseldorf, Mitglied des Ordens Pour le mérite sowie mehrerer Akademien, darunter der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt, der Akademie der Künste Berlin und der Sächsischen Akademie Dresden.

Ausstellungskatalog

 

Gindorf, Myriam, Julian Lucks, Janina Sara Klein und Hannah Yasmine Chegwin (Hg.): »Sich träumend über die Misere zu erheben«. Das druckgraphische Werk von Caspar Walter Rauh. Hannover: Wehrhahn Verlag 2017.

Träume inspirierten nicht nur die Surrealisten Anfang des 20. Jahrhunderts, sie bestimmen auch später im Phantastischen Realismus das künstlerische Schaffen. Diese Stilrichtung wird jedoch von den Schrecken des Zweiten Weltkriegs überschattet, weshalb in der Beschäftigung mit dem nächtlichen Erleben oft traumatische Kriegserfahrungen zum Ausdruck kommen. So auch im zwischen Traum und Alptraum changierenden graphischen und zeichnerischen Werk von Caspar Walter Rauh (1912–1983), einem wichtigen Vertreter des Phantastischen Realismus in Deutschland. »Sich träumend über die Misere zu erheben, sich eine eigene Welt zu bauen – einen Zaubergarten«, ist sein Ziel. Mal düster, mal mit Augenzwinkern erträumt er bizarre Welten voller Mischwesen.

 

Dieser Katalog erscheint begleitend zur vom DFG-Graduiertenkolleg »Europäische Traumkulturen« (GRK 2021) kuratierten Ausstellung Caspar Walter Rauhs Traumwelten – Druckgraphik im Phantastischen Realismus in der Saarländischen Universitäts- und Landesbibliothek, die erstmals Caspar Walter Rauhs Druckgraphiken aus Mainfranken ins Saarland bringt. Ausstellung und Katalog präsentieren Radierungen, Druckplatten und bibliophile Mappenwerke aus Privatbesitz und dem Nachlass sowie aus der Sammlung der Oberfrankenstiftung im Kunstmuseum Bayreuth. Diese werden ergänzt von fünf Beiträgen, die das Werk und Leben des Künstlers näher beleuchten.

 

Verlagsinformation zum Ausstellungskatalog: http://www.wehrhahn-verlag.de

CD »Traumlieder«

Reuben Willcox: Bariton

Corinna Korff-Willcox: Klavier

Die Aufnahme steht im Zusammenhang mit einem Konzert, das im Rahmen der interdisziplinären Konferenz »Träume von Geburt und Tod / Rêves de naissance et de mort / Dreams of brith and death« an der Universität des Saarlandes im März 2018 stattfand.

 

Die Aufnahme lädt zu einer musikalisch-poetischen Reise durch das europäische romantische und spätromantische Liedrepertoire rund um das Thema »Träume« ein. Auf dieser Reise begegnet man einer Vielzahl von Träumen sowie verschiedenen Musikstilen und poetischen Herangehensweisen zu diesem Thema: Von Liebesträumen bis zu Alpträumen, von rätselhaften, einsamen Landschaften bis zum Nachthimmel auf hoher See, von sentimentalen oder hochemotionalen bis hin zu ruhigeren oder gar ironischen Träumen. Das Programm führt von Frankreich nach Deutschland, von Italien nach England, Russland oder sogar Norwegen und erkundet die vielfältigen Möglichkeiten, wie Dichter und Komponisten Träume zwischen dem 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts reflektiert und erlebt haben.

 

 

Rezensionen

 

 

Der Traum als Forschungsgegenstand literatur- und kulturwissenschaftlicher Romanistik: Ein Rundflug mit Zwischenstopps. Überblicks-Rezension von Marie Bonnot, Kristina Höfer, Agnes Karpinski, Martin Meiser, Janett Reinstädler, Sigrid Ruby und Christiane Solte-Gresser. In: Romanische Studien, Heft 5, 2016, S. 465-484.

 

 

 

 

Traumspezifische Publikationen der Kollegsmitglieder

Zu Aufsätzen und anderen Veröffentlichungen der einzelnen GRK-Beteiligten, siehe die jeweiligen Publikationslisten unter »Beteiligte«.

 

Monografien

 

Christiane Solte-Gresser: Shoah-Träume. Vergleichende Studien zum Traum als Erzählverfahren. Paderborn. Fink 2021. (= Traum - Wissen - Erzählen 10)

 

Dieses Buch präsentiert und analysiert literarische Träume der Shoah aus einer wissenspoetischen Perspektive. Ob in unmittelbarer Nähe zu den Konzentrationslagern oder aus der Distanz heraus entstanden; ob von Überlebenden selbst oder von den Nachgeborenen verfasst: Indem Christiane Solte-Gresser Traumnotate, Träume in Autobiographien und Traumfiktionen zueinander in Beziehung setzt, wird ein eindrückliches Spektrum an Erzählweisen sichtbar, mit denen sich bekannte wie bislang kaum beachtete Autorinnen und Autoren über den Traum schreibend der Shoah annähern. Die Vieldeutigkeit und Widersprüchlichkeit des Traums, sein unsicherer Wirklichkeitsstatus, die übermächtigen sinnlichen und leiblichen Wahrnehmungen im Traumerleben und der ästhetische Eigensinn, der des Nachts Erfahrungen und Reflexionen in beunruhigende Bilder verdichtet, machen den Traum zu einem Erzählverfahren, mit dem die Grenzen des Darstellbaren ausgelotet werden. So lassen sich die erzählten Shoah-Träume auch als eine kritische Reflexion über das vieldiskutierte Problem der ›Unsagbarkeit‹ lesen. In ihnen scheint ein Wissen aufgehoben, das geborgen und weitergegeben werden will – und das auf anderem Wege kaum zugänglich oder vermittelbar ist.

 

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Hannah Chegwin, Der Traum des Fürsten. Gemalte Träume in der italienischen Renaissance. DPhil thesis Saarland University, 2020.

 

In dieser Dissertation werden Traumdarstellungen untersucht, die zur Zeit der italienischen Renaissance im Rahmen fürstlicher Auftragskunst entstanden sind. Im Fokus stehen Battista Dossis Un sogno für Herzog Ercole II. d’Este, Taddeo Zuccaris Fresko Casa del sonno für Kardinal Alessandro Farnese sowie Giovanni Battista Naldinis Allegoria dei sogni, das von Großherzog Francesco I. de’Medici in Auftrag gegeben wurde. Bei diesen gemalten Träumen handelt es sich um außergewöhnliche Bilder, da sie aus ihrem in der Hauptsache christlichen Bezugsrahmen gelöst sind. Als Bestandteile repräsentativer Bildzyklen in den fürstlichen Gemächern haben diese auch eine politische Bedeutung. Für die Darstellung des Traumes als eine Art der politischen Ikonographie stellen die Werke eine Besonderheit dar – war doch der Traum in seiner profan erscheinenden Form ein durchaus unkonventioneller Bestandteil im Ausstattungsprogramm herrschaftlicher Renaissance-Gemächer. Dem flüchtigen und ungreifbaren Phänomen ‚Traum‘ mangelt es an einer verbindlichen Ikonographie, weshalb sich die Bestrebungen der Künstler, dem Traum im Sinne eines Bildsymbols eine bildkünstlerische Form zu verleihen, als besonders vielgestaltig erwiesen. In der Arbeit wird daher erstens der Frage nachgegangen, durch welche Mittel das Onirische in den ausgewählten Darstellungen erkennbar gemacht wurde. Darüber hinaus wird ermittelt, ob oder inwieweit sich Wissen über den Traum in bildkünstlerischer Form in den untersuchten Werken manifestiert und ob durch solche Darstellungen gar neues Traum-Wissen generiert wurde. Zweitens wird – unter Berücksichtigung personaler und machtpolitischer Betrachtungsweisen, herrschaftslegitimierender Leitgedanken und biographischer Aspekte – die politische Dimension dieser Auftragswerke beleuchtet. Der Traum als enigmatisches Sujet offenbart sich in den hier im Fokus stehenden fürstlichen Traumbildern als ein im mehrfachen Sinne exklusives Thema. Gerade das Fehlen einer einheitlichen Ikonographie für den Traum ermöglicht es, machtpolitische Gesinnungen, Motti und persönliche Interessen der besagten Fürsten passend und innovativ darzustellen und, in unterschiedliche bildprogrammatische Zusammenhänge eingebunden, mit der Funktion des Raumes zu verflechten. Die untersuchten ‚Traum-Malereien‘ veranschaulichen so die jeweiligen Repräsentationsvorstellungen der Auftraggeber auf meisterliche Weise.

 

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Katina Baharova: Der Traum in der neueren russischen Lyrik. Elena Svarc, Ol'ga Sedakova und Gennadij Ajgi. Berlin: Peter Lang Verlag 2020. (= Reihe: Neuere Lyrik. Interkulturelle und interdisziplinäre Studien)

 

Der Traum als Medium transzendenter Erfahrungen ist ein bevorzugtes literarisches Motiv von der Antike bis zur Gegenwart. Auch in der russischen inoffiziellen Lyrik der Sowjetzeit entwickelt der Traum metaphysische Dimensionen, die auf individuelle Weise gestaltet werden. Anhand der Analyse exemplarischer Gedichte wird die Traumpoetik von Elena Švarc, Ol’ga Sedakova und Gennadij Ajgi erschlossen und im Hinblick auf ihre Spezifik vergleichend ausgewertet. Die dichterisch geformten Träume erweisen sich als Wege zur Gottesbegegnung (Sedakova), zu spiritueller Selbsterkenntnis (Švarc) oder auch zu mystischer Naturerfahrung (Ajgi). Die drei AutorInnen verorten sich dadurch im literaturhistorischen Kontext der metaphysischen Lyrik, deren Tradition sie durch das Traummotiv fortsetzen.

 

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Hanna Matthies: Vom Erwachsenensein und seinen Grenzen. Eine komparatistische Studie zu Normen, Macht und Kontrollverlust in Romanen der Gegenwart. Paderborn: Fink 2020. (= Traum - Wissen - Erzählen Band 7)

 

Welche Kriterien bestimmen, wer erwachsen ist? Erfolg, der Lebenswandel, das Alter oder die Fähigkeit zur Selbstkontrolle? Was erzählen dann literarische Träume vom Kontrollentzug über das Erwachsensein? Diese Studie vergleicht erwachsene Romanfiguren, die wieder zu Kindern werden, und greift damit ein Thema auf, das bisher in der Literaturwissenschaft wenig Resonanz gefunden hat. Mit sechs poststrukturalistisch grundierten Denkfiguren, die sich an Judith Butlers Normenverständnis, Michel Foucaults Machtbegriff und Bernhard Waldenfels‘ Plädoyer für den Kontrollverlust anlehnen, werden gängige Definitionen hinterfragt und vier Romane aus dem amerikanischen, deutschen und französischen Sprachraum analysiert. Zentral ist Foucaults Traumkonzeption, die das Erwachsensein als Drahtseilakt zwischen Intimität und Sozialität erscheinen lässt.

 

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Abdoulayé Samaké: Liebesträume in der deutsch-, französisch- und italienischsprachigen Erzählliteratur des 12. bis 15. Jahrhunderts. Paderborn: Fink 2020. (= Traum - Wissen - Erzählen Band 6)

 

Die Dissertation „Liebesträume in der deutsch-, französisch- und italienischsprachigen Erzählliteratur des 12. bis 15. Jahrhunderts“ des im Graduiertenkolleg „Europäische Traumkulturen“ assoziierten Post-Doktoranden Abdoulaye Samaké ist kürzlich im Wilhelm Fink Verlag als Band 6 der Reihe „Traum – Wissen – Erzählen“ erschienen.

Der Traum als anthropologisches Phänomen erfreut sich in der mittelalterlichen Literatur einer besonderen Beliebtheit. Ausgehend von den mannigfaltigen literarischen Traumdarstellungen und einem ausgesprochen facettenreichen Umgang der Erzähler mit dem Traummotiv, untersucht das Buch mittelalterliche Erzähltexte, in denen die Liebe mit dem Traum in Verbindung gebracht wird. Unter Berücksichtigung der Geschlechterverhältnisse wendet sich die Studie aus einer komparatistischen und hermeneutischen Perspektive den Fragen zu, wie in deutsch-, französisch- und italienischsprachigen Erzähltexten des Mittelalters das Liebestraummotiv eingesetzt wird und welche Funktionen die Liebesträume in den einzelnen volkssprachlichen Literaturen erfüllen.

 

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Klein, Moritz: Traumarbeit als Wirklichkeitsdiagnostik in literarischen Künstlerkrankengeschichten: eine komparatistische Fallstudie zu Heinar Kipphardts »März« und W. G. Sebalds »Schwindel. Gefühle«. Saarbrücken: Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek 2019. Online-Publikation: https://publikationen.sulb.uni-saarland.de/handle/20.500.11880/27722.

 

 

Christian Quintes: Traumtheorien und Traumpoetiken der deutschen Romantik. Würzburg: Königshausen & Neumann 2019 (= Cultural Dream Studies 6)

 

In diesem Buch wird das Verhältnis von Literatur, Wissen und Wissenschaft in der Epoche der Romantik exemplarisch anhand des Phänomens Traum untersucht. Daraus ergeben sich drei große Themenblöcke, nämlich die literarischen Darstellungen von Träumen, die wissenschaftlichen Traumtheorien der romantischen Anthropologie und die individuellen Traumtheorien, welche die in der Untersuchung behandelten Autoren unabhängig vom wissenschaftlichen Traumdiskurs hatten. Die Monographie beginnt mit einem kurzen Überblick über die methodischen Grundlagen und den Forschungsstand zum Traum in der Romantik. Das erste Kapitel befasst sich dann mit Novalis, dem Vater der romantischen Traumdichtung. Es folgt ein Großkapitel zur romantischen Anthropologie, in welchem die Traumtheorien G.H. Schuberts, I.P.V. Troxlers und C.G. Carus’ aufgearbeitet werden. Auf dieser Basis, der Traumpoetik Novalis’ und den wissenschaftlichen Traumtheorien, erfolgt eine umfangreiche Analyse der Traumdarstellungen und Traumtheorien E.T.A. Hoffmanns, Clemens Brentanos und Joseph von Eichendorffs. Am Ende der Untersuchung steht ein Synthesekapitel, in dem eine romantische Poetik des Traumes erarbeitet wird und aufgezeigt wird, in welchem Verhältnis die romantische Theorie des Traumes zu älteren Theorien steht.

 

 

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Kristina Höfer: Gespielte Träume und Traumspiele Traumdarstellungen in der Dramatik des 20. und 21. Jahrhunderts. Paderborn: Fink 2019. (= Traum - Wissen - Erzählen Band 4)

 

Der Traum hält für das Drama seit jeher ein besonderes Potenzial bereit. In Theaterstücken kann ein Traum erzählt, szenisch präsentiert oder als übergreifender Darstellungsmodus eingesetzt werden. Er eignet sich zur Motivierung der Handlung genauso wie zur dramatischen Selbstbespiegelung oder als Formprinzip.

Ausgehend von August Strindbergs Ett drömspel (1902) untersucht die literaturwissenschaftliche Studie auf der Basis eines breiten Textkorpus Traumdarstellungen in Theatertexten ab 1900. In detaillierten Einzelanalysen repräsentativer Traumspiele von Werner Fritsch, Emine Sevgi Özdamar und Peter Handke zeigt das Buch zudem die selbstreflexiven und intertextuellen Dimensionen von dramatischen Traumdarstellungen auf und spürt dem engen Zusammenhang von Traum und Memoria nach.

 

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Nesselhauf, Jonas: Der ewige Albtraum. Zur Figuration des Kriegsheimkehrers in der Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts. Paderborn: Fink 2018.

 

Der aus dem Krieg zurückkehrende Soldat ist eine paradigmatische Sozial - und Reflektionsfigur des 20. und frühen 21. Jahrhunderts und seit dem Ersten Weltkrieg vielfach in Kunst und Literatur verhandelt worden.

 

Seit 1914 nicht nur Millionen junger Männer in den ersten »Massenkrieg« der Moderne einzogen, sondern auch unzählige Soldaten verwundet oder traumatisiert wieder nach Hause zurückgekommen sind, wurde die literarische Figur des Kriegsheimkehrers zu einer dauerhaften Erscheinung in den europäischen und nordamerikanischen Literaturen. Die Untersuchung widmet sich in dieser Form zum ersten Mal in der deutschsprachigen Forschung der literarischen Figur des Kriegsheimkehrers aus komparatistischer Perspektive, schlägt dabei den Bogen vom Ersten Weltkrieg bis zum »War on Terror« und bringt fiktionale Prosatexte aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien, Russland/der Sowjetunion und den USA zusammen.

 

 

Kreuzer, Stefanie: Traum und Erzählen in Literatur, Film und Kunst. Paderborn: Fink 2014.

 

Traum­welten und künstler­ische Ausdrucks­formen weisen viel­fältige Ana­logien und Affinitäten ebenso wie Differenzen auf. Träume fas­zinieren durch Bizarr­heiten und die Inten­sität ihres Er­lebens. Nach dem Er­wachen sind sie jedoch nur schwer (be)greif­bar und er­fordern einen Trans­fer ins Wach­bewusst­sein. Ästheti­sche Dar­stellungen in Literatur, Film und bildender Kunst ver­mögen hin­gegen synästhetische und flüchtige (Traum-)Er­fahrungen ebenso wie Traum­haftigkeit medial an­schaulich und prägnant zu inszenieren sowie kreativ und spielerisch zu ge­stalten. Schließ­lich ent­werfen fiktive wie ge­träumte Wel­ten gleicher­maßen imaginäre (Gegen-)Welten. Diese erste um­fassende, trans­mediale Studie zu Traum und Traum­haftig­keit in fiktionaler Literatur, Film und bil­dender Kunst unter­sucht ein­deutig markierte Traum­darstellungen, un­sichere Gren­zen zwischen Traum- und Wach­welten sowie traum­affine Dar­stellungen, die als Träume inter­pretier­bar sind. Im Rahmen eines inter­medial er­weiterten Erzähl­verständnisses er­öffnen exempla­rische Analysen mediale Zu­gänge zum Traum(wissen) – etwa von Bildern Boschs, Piranesis und Violas über Texte Tiecks, Hoffmanns, Büchners, Kafkas und Aichingers bis hin zu Fil­men von Porter, Buñuel, Bergman und Lynch. 

 

Verlagsinformation zu diesem Buch: http://www.fink.de/katalog/titel/978-3-7705-5673-1.html

Gehring, Petra: Traum und Wirklichkeit. Zur Geschichte einer Unterscheidung. Frankfurt am Main: Campus 2008.

 

Seit jeher be­schäftigt der Traum unser Denken. Er fasziniert und erscheint doch als zu­tiefst fremd: etwas Anders­artiges, Un­wirkliches. Was aber ist es, das den Traum von der Wirklich­keit unterscheidet?  

 

Schon in der Antike gab es Er­klärungen dafür, wa­rum wir träumen und was den Zu­stand des Träumens von dem des Wachens ab­grenzt. Um dieses Verhält­nis von Traum und Wach­wirklichkeit zu­einander geht es hier und da­mit um eine elemen­tare Unter­scheidung, wie sie in der Philo­sophie und anderen Wissen­schaften ge­troffen wurde. Petra Gehring führt uns dabei von der grie­chischen Antike über das Mittel­alter und die frühe Neu­zeit in das Zeit­alter der Auf­klärung, von der Romantik über die Psycho­analyse bis zur modernen Hirn­forschung. Dabei leistet sie mehr als eine fas­zinierende Rück­schau auf die wechseln­den Traum­theorien. Ihre philosophische Ge­schichte der Unter­scheidung von »geträumt« und »wirklich« unter­gräbt unsere oft allzu selbst­verständliche Auf­fassung von »Wirklichkeit«.

 

Sammelbände

Manfred Engel/Bernard Dieterle (Hrsg.): Mediating the Dream / Les genres et médias du rêve (Cultural Dream Studies / Kulturwissenschaftliche Traumstudien / Études culturelles sur le rêve 4). Würzburg: Könighausen & Neumann 2020.

Representations of dreams – no matter if factual or fictional – are influenced not only by cultural patterns but also by the specific opportunities offered and the specific challenges posed by the genre or medium which was chosen for them. The essays in the two volumes of this publication consider, in detailed case studies, variants of factual dream reports and fictional dreams in epic poems, dream visions, satires, the Chinese genre zhiguai, novels, lyrical poems, prose poems, dramas, dream plays, Japanese mugen no plays, radio plays, paintings, comics, films, video games, operas, and instrumental music. The authors and artists discussed include Artemidorus, Bachmann, Baudelaire, Bergman, Berlioz, Bertrand, Boulanger, Borchert, Burroughs, Calderón, Chaucer, de Chirico, Christine de Pizan, Eich, Gan Bao, Garnier, Handke, A. Hardy, Heine, Hitchcock, Homer, Jean Paul, Liu Xiang, Kurosawa, Levi, Liszt, Magritte, Matisse, Murnau, Nabokov, Redon, J. Renoir, Reverdy, Rimbaud, Quevedo, Saariaho, Sebald, Spiegelman, Swedenborg, Strindberg, Trakl, Valmiki, Vermeer, Virgil, R. Wagner, von Wysocki, Zeami, and many others.

 

La représentation des rêves – qu’ils soient factuels ou fictionnels – est certes influencée par des modèles culturels, mais elle est aussi impactée par les possibilités qu’offrent, voire les défis formels que constituent les genres ou les médias choisis. Les essais contenus dans ce volume examinent des cas de figure très variés : de nombreux types de récits de rêves factuels, des rêves fictionnels dans des domaines, genres ou médias tels la poésie épique, la vision onirique, la satire, le genre chinois du zhiguai, le roman, la poésie lyrique, le poème en prose, le drame, le songe dramatique, le théâtre mugen nô, la pièce radiophonique, la peinture, la bande dessinée, le cinéma, le jeu vidéo, l’opéra et la musique in¬stru¬men¬tale. Parmi les auteurs, artistes et créateurs traités on trouve, entre autres, Artémidore, Bachmann, Baudelaire, Bergman, Berlioz, Bertrand, Boulanger, Borchert, Bur¬roughs, Calderón, Chaucer, de Chirico, Christine de Pizan, Eich, Gan Bao, Garnier, Handke, A. Hardy, Heine, Hitchcock, Homère, Jean Paul, Liu Xiang, Kurosawa, Lévi, Liszt, Magritte, Matisse, Murnau, Nabokov, Redon, J. Renoir, Reverdy, Rimbaud, Quevedo, Saariaho, Sebald, Spiegelman, Swedenborg, Strindberg, Trakl, Valmiki, Vermeer, Virgile, Wagner, von Wysocki, Zeami.

 

Verlagsinformationen zum Sammelband: Königshausen und Neumann

 

Dieterle, Bernard u. Manfred Engel (eds.): Historizing the Dream / Le rêve du point de vue historique. Würzburg: Königshausen & Neumann 2019 (= Cultural Dream Studies 3).

 

The essays in this volume trace the development of dream cultures through time both in synchronic and diachronic case studies. The scope of the contributions ranges geographically from New Zealand and China, over India, Mesopotamia, and Africa, to diverse European countries, and historically from Antiquity to the present. The volume covers various media and disciplines, such as literature, historiography, philosophy, painting, film, and TV series, and includes studies on Addison, Ammianus Marcellinus, Bachmann, Bembo, Bhāsa, Blake, Buñuel, Cáo Xuěqín, Chaucer, Dalí, De Quincey, Deren, Dickens, Dostoyevsky, van den Eeckhout, Eich, Flaubert, Grace-Smith, E.W. Happel, Herodotus, E.T.A. Hoffmann, Joyce, Kālidāsa, Keller, Kleinschroth, Kouka, Kourouma, Lamkos, Langfus, Levi, Lessing, M.G. Lewis, C.F. Meyer, Michaux, Moreau de Tours, Nerval, Nietzsche, Petrarch, Plato, Subandhu, Tacitus, Tang Xianzu, Tiepolo, Tolstoy, Wieland, and others.

 

Les essais de ce volume retracent le développement des cultures du rêve à travers des analyses synchroniques et diachroniques qui recouvrent une aire géographique incluant l’Afrique, l’Asie et la Nouvelle Zélande et un champ historique s’étendant de l’Antiquité à l’époque contemporaine, avec des études portant sur Addison, Ammianus Marcellinus, Bachmann, Bembo, Bhāsa, Blake, Buñuel, Cáo Xuěqín, Chaucer, Dalí, De Quincey, Deren, Dickens, Dostoïevski, van den Eeckhout, Eich, Flaubert, Grace-Smith, E.W. Happel, Hérodote, Hoffmann, Joyce, Kālidāsa, Keller, Kleinschroth, Kouka, Kourouma, Lamkos, Langfus, Levi, Lessing, M.G. Lewis, C.F. Meyer, Michaux, Moreau de Tours, Nerval, Nietzsche, Pétrarque, Platon, Subandhu, Tacite, Tang Xianzu, Tiepolo, Tolstoï, Wieland, et de nombreux autres.

 

Contents

 

 

Kreuzer, Stefanie und Uwe Durst (Hrsg.): Das Wunderbare. Dimensionen eines Phänomens in Kunst und Kultur. Paderborn: Fink 2018 (= Traum - Wissen - Erzählen Band 3).

 

 

Das ›Wunderbare‹ in seiner Komplexität und Vielfältigkeit sowie seinen fachwissenschaftlich kontrovers diskutierten Varianten ist der zentrale Untersuchungsgegenstand dieses ersten interdisziplinär angelegten Sammelbandes zu Dimensionen des Wunderbaren in Kunst und Kultur. Seit Jahrtausenden fasziniert und polarisiert das schillernde Phänomen des ›Wunderbaren‹ – vom biblischen Wunderglauben über bizarre Bildwelten Hieronymus Boschs bis hin zu fiktional imaginierten Science-Fiction-Szenarios. In diesem Band wird das Wunderbare als ästhetisch-künstlerisches Phänomen in Literatur, Theater, Film und bildender Kunst ebenso untersucht wie als gesamtkulturelles Phänomen unter religions- und sprachwissenschaftlichen, historischen, soziologischen und (para-)psychologischen Perspektiven.

 

Verlagsinformationen zum Sammelband: Wilhelm Fink Verlag

 

Dieterle, Bernard u. Manfred Engel (eds.): Theorizing the Dream / Savoir et théories du rêve. Würzburg: Königshausen & Neumann 2018 (= Cultural Dream Studies 2).

 

An important part of age-old human attempts to cope with the otherness of the dream is the so-called ›dream-discourse‹, which tries to explain the origin of dreams, their bizarre appearance, their functions, and the methods for detecting the information which they may contain. This collection of essays will reconstruct dream-discourses from many cultures and time periods, together with the dream knowledge of important literary authors. The scope of the contributions ranges geographically from India, China, and Korea to diverse European countries and historically from Antiquity to the present.

 

Pour réduire autant que faire se peut l’altérité du rêve, l´humanité a développé divers discours portant sur son origine, sa bizarrerie, ses fonctions et significations. Les contributions de ce volume s’efforcent d’en retracer les lignes de force à travers différentes cultures et périodes, et tenant compte aussi des savoirs oniriques d’importants écrivains. Les essais recouvrent une aire géographique incluant l’Inde, la Chine et la Corée et un champ historique s’étendant de l’Antiquité à l’époque contemporaine.

 

Including studies on / Avec des études portant sur: Gaudapada, Confucius, Ho Kyun, Ji Yun, Song Chewon, Homer, Aristotle, Cicero, Artemidorus, Augustine of Hippo, Hildegard of Bingen, Albertus Magnus, Thomas Aquinas, Béroalde de Verville, Athanasius Kircher, Descartes, Locke, Leibniz, Kant, Fichte, Schelling, Hegel, Novalis, Schubert, Troxler, Carus, Novalis, E.T.A. Hoffmann, Nodier, Nerval, Victor Hugo, Serrurier, Moreau de la Sarthe, Maury, Hervey de Saint-Denys, Baudelaire, Lautréamont, Freud, Jung, Proust, Joyce, Kafka, Marinetti, Tzara, Breton, representatives of current empirical dream research and many other dream theoreticians.

 

Contents

 

 

Bonnot, Marie et Aude Leblond (dir.): Les Contours du rêve. Les sciences du rêve en dialogue. Paris: Éditions Hermann 2017.

 

Malgré la multiplication des approches et des discours qui ont émergé depuis plus d’un siècle, la définition du rêve paraît aussi évidente pour chacun qu’impossible à formuler. Tout le monde en a fait l’expérience, chacun a l’impression qu’il a quelque chose à en dire, et la science des rêves n’est pas encore si avancée qu’elle puisse prétendre disqualifier tout autre type de discours. À défaut de pouvoir se prononcer sur la question d’un sens (psychique, biologique, sociologique, etc.), dont le rêve serait porteur, et d’arroger ainsi à telle ou telle discipline le droit de s’en saisir, il fallait ouvrir le champ de la réflexion, et se demander comment ce sens est co-construit par ceux qui font ou écoutent le rêve. Autrement dit, s’intéresser, non pas tant à ce que dit le rêve qu’à ce que nous disons du rêve – et à ce que ce discours révèle.

 

Le rêve a permis ainsi d’ouvrir le dialogue entre neurosciences, psychologie, philosophie, anthropologie, histoire, littérature, cinéma, photographie.

 

Inhalt: Table des matières

 

Verlagsinformationen: Éditions Hermann

Dieterle, Bernard u. Manfred Engel (eds.): Writing the Dream / Écrire le rêve. Würzburg: Königshausen & Neumann 2016 (= Cultural Dream Studies 1).

 

Writing  a factual  or fictional  dream is a difficult  task as its ›otherness‹ will challenge all of our accustomed modes of narration. So the existence of established cultural  and textual patterns  is a welcome help. This collection of essays describes these patterns, their historical and individual modifications and their relation to the dream-discourse in selected case studies and general considerations. The scope of the contributions  ranges geographically  from the Near East and Europe to Northern  America, Africa, China and Japan and histori­ cally from  Antiquity  to the present  including  studies on the Old Testament the Babylonian  Talmud, Dante, Tang Xianzu, La Fontaine, Cáo Xuěqín, Bräker, Jean Paul, Manzoni, Heine, Keller, Freud, Sōseki, Schnitzler, McCay, Éluard, Bâ, Sassine, Fantouré, Kipphardt,  Bächler, Sarris, Gaiman and others.

 

Écrire un rêve factuel ou fictionnel est une tâche délicate qui met en cause nos modes de narrations traditionnels et pour laquelle le recours à des  modèles culturels et textuels constitue une aide significative. Les articles réunis dans ce volume décrivent et commentent ces modèles, leurs modifications historiques et personnelles ainsi que leurs relations au  discours sur le rêve, et ce aussi bien sur le plan de considérations  d'ordre général  que d'analyses de cas. L'ensemble couvre une aire géographique allant du proche Orient et de l'Europe à l'Amérique du Nord, l'Afrique, la Chine et le Japon, et un champ historique s'étendant de l'Antiquité a l'époque contemporaine, avec des études portant entre autres, sur l'Ancien Testament, le Talmud de Babylone, Dante, Tang Xianzu, La Fontaine, Cáo Xuěqín, Bräker, Jean Paul, Manzoni, Heine, Keller, Freud, Sōseki, Schnitzler, McCay, Éluard, Bâ, Sassine, Fantouré, Kipphardt,  Bächler, Sarris et Gaiman.

 

Contents

Bonnot, Marie u. Emilie Frémond (Hrsg.): Rêve et fantastique. Paris: Otrante - Éditions Kimé. 2015 (= Art et littérature fantastiques, n° 37).

 

»Épiphanie de l’irréel dans la psyché«, ainsi que le désigne Christian Chelebourg, le rêve se présente comme l’occasion, renouvelée chaque nuit, d’éprouver, de la façon la plus intime, l’émotion du fantastique. Partant d’une même saisie subjective des phénomènes, usant des mêmes procédés de déstabilisation — déformation du réel, incongruité des associations, soustraction à la logique rationnelle —, le rêve et le fantastique paraissent s’alimenter à la même source. Que trouve-t-on à l’intersection de cette catégorie esthétique et de cette activité psychique ? Utilisé alternativement comme réservoir d’images, dispositif, simple événement ou structure narrative, comment le rêve peut-il nourrir le fantastique ? Mais, surtout, quelles sont les spécificités de l’expression du fantastique onirique dans chaque art ? Comment expliquer que le rêve s’accommode aussi bien du récit que de l’image lorsqu’il s’agit de produire de l’effroi ? et quel rapport entretiennent les représentations fantastiques du rêve avec les discours de savoir ?

S’inscrivant tour à tour dans une écriture de l’intériorité et du quotidien, ou au contraire dans celle du cauchemar collectif et de l’exceptionnel, le rêve, lorsqu’il adopte les contours du fantastique, peut se loger dans des esthétiques, genres et formes très divers. De la littérature (Nerval, Aloysius Bertrand, Franz Hellens ou Georges Bernanos, …) au cinéma (Max Reinhardt, Robert Wiene, Arthur Robison, John Gilling, Roman Polanski) en passant par la peinture (Charles Meryon, Piranèse, Max Ernst, Yves Tanguy) et la photographie (Man Ray, Paul Nougé, Jacques-André Boiffard), les études ici réunies permettront au lecteur de reparcourir les territoires fantastiques du rêve.

Dieterle, Bernard u. Manfred Engel (eds.): The Dream and the Enlightenment / Le Rêve et les Lumières. Paris: Honoré Champion 2003.

 

This collection of essays explores the dream-discourse and the literary dreams of the Enlightenment. The first part discusses the dream-cognition of 18th-century encyclopaedists, philosophers, theologians, doctors, anthropologists, and, more specially, of Swedenborg and Herder; the second part analyses dreams in novels, satires, plays, and poetry, with special studies on erotic dreaming and on Goethe. The volume closes with a comprehensive bibliography.  

 

Ce recueil d’articles explore la problématique du rêve au Siècle des lumières. La première partie interroge les connaissances transmises par les Encyclopédistes, les philosophes, les théologiens, les médecins et les anthropologues; deux études sont consacrées à Swedenborg et Herder. La seconde partie s’attache à une analyse du rêve dans les divers genres littéraires (roman, satire, théâtre et poésie) et développe deux études spécifiques sur le rêve érotique et Goethe. Le volume se termine par une bibliographie générale.

 

Mehr Informationen erhalten Sie unter: http://www.uni-saarland.de/fak4/fr41/Engel/ME/Publikationen/Dream_inhalt.htm

Aufsatzliste der Kollegmitglieder

Eine aktuelle Publikationsliste zu veröffentlichten traumspezifischen Aufsätzen der Kollegmitglieder finden Sie hier.